Die IT-Metropolen sind London, Frankfurt, Amsterdam und Paris

Europäischer Rechenzentrumsmarkt boomt

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Ludger Schmitz

Die meisten Datenströme in Europa laufen in vier Metropolen zusammen.
Die meisten Datenströme in Europa laufen in vier Metropolen zusammen. (Bild: gemeinfrei, jarmoluk/Pixabay / CC0)

Der Markt für Rechenzentren in Europa boomt. Im vergangenen Jahr 2017 wurde in den vier größten europäischen Märkten für Rechenzentren Frankfurt, London, Amsterdam und Paris das zweite Jahr in Folge die 100-Megawatt-Schwelle an nachgefragter Leistung übertroffen.

Nachdem Rechenzentren in Frankfurt, London, Amsterdam und Paris in den ersten drei Quartalen 2017 85,7 Megawatt (MW) bezogen haben, erhöhte sich die Nachfrage im letzten Quartal noch einmal um 33 MW. Die Jahresnachfrage 2017 summierte sich damit auf rund 119 MW. Das Wachstum sei weitgehend durch eine erhöhte Nachfrage nach Cloud Computing-Diensten allen voran von Amazon, Microsoft und Google bedingt. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE.

Das höchste Wachstum seit 2006

„2017 war ein sehr dynamisches Jahr am Rechenzentrums-Markt. Auch wenn die nachgefragte Leistung nicht den Wert von 2016 erreicht hat, war das vergangene Jahr das zweitbeste seit 2006“, so Michael Daniel Dada, Senior Consultant Data Centre Solutions Germany bei CBRE. „2016 und 2017 wurden insgesamt 275 MW nachgefragt– das ist mehr als in den vorangegangenen vier Jahren zusammen. Damit hat sich der Markt auf einem neuem, gegenüber 2015 doppelt so hohen Normalniveau etabliert“, so Dada weiter.

„Auch die Investorennachfrage auf den europäischen und weltweiten Märkten für Rechenzentren steigt rasant. Das weltweite Transaktionsvolumen belief sich 2017 auf rund 25 Milliarden Dollar - mehr als das Dreifache des Transaktionsvolumens 2016“, erläutert Dada.

Wachstums-Schwerpunkte waren London und Frankfurt

Insgesamt wurden 2017 in den vier Märkten 202 MW neue RZ-Leistung installiert – ein neuer Rekord. 2016 waren es noch 131 MW, rund ein Drittel weniger. Der größte Teil dieses Wachstums entfällt auf London (77 MW) und Frankfurt (76 MW). Zusammen kommen die vier Märkte damit auf ein Angebot bereitgestellter Leistung von 1.160 MW. Dieser Anstieg führt zu einem Leerstand von 232 MW (20 Prozent).

Im europäischen Vergleich ist London mit 482 MW verfügbarer Leistung weiterhin der größte Standort für Rechenzentren, gefolgt von Frankfurt mit 279 MW und Amsterdam mit 244 MW. Das Schlusslicht unter den vier europäischen Datacenter-Metropolen bildet Paris mit 156 MW. Im vergangenen Jahr wurden in London 53,5 MW neu angemietet, in Frankfurt 31,9 MW, in Amsterdam 20,9 MW und in Paris 12,8 MW. Damit liegt der Leerstand in den vier Märkten zwischen 13,4 Prozent in Paris und 25 Prozent in Frankfurt.

„Die teilweise hohen Leerstandsraten verdeutlichen die Erwartung nach einer hohen Nachfrage und haben ihren Hintergrund in großen Rechenzentren, deren Leistung jeweils einem Nutzer gebündelt zur Verfügung gestellt werden – was die Leerstandsraten dann deutlich senken wird“, erläutert Dada.

2018 verspricht neuen Rekord

Für die vier europäischen Standorte zusammengenommen, erwartet CBRE 2018 ein weiteres starkes Wachstum mit über 180 MW neu auf den Markt kommender Leistung. Auch hinsichtlich der tatsächlich nachgefragten Leistung sei ein weiteres Wachstum jenseits von 100 MW realistisch. „Alles deutet darauf hin, dass sich der Trend der vergangenen beiden Jahre auch 2018 fortsetzen wird“, sagt Dada. „Zu erwarten ist, dass wir dieses Jahr die ersten größeren Zukäufe chinesischer Tech-Firmen sehen werden.“

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