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Risiko der Resilienz in europäischen Rechenzentren Europäische Datacenter in Angst vor Stromknappheit

Redakteur: Ulrike Ostler

Das birgt Zündstoff: „Die Belastbarkeit von Rechenzentren in ganz Europa ist gefährdet, da die Branche auf eine dauerhafte Infrastruktur für erneuerbare Energien setzt.“ Diese Aussage stammt aus einem Bericht von Aggreko. Das global agierende Unternehmen bietet per Vermietung temporäre Lösungen zur Stromerzeugung, Batteriespeicherung, Temperatursteuerung und Tests für Rechenzentren an.

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Unzweifelhaft beötigen Rechenzentren viel Strom, zu viel für die in den EU-Ländern geplante Stromversorgung?
Unzweifelhaft beötigen Rechenzentren viel Strom, zu viel für die in den EU-Ländern geplante Stromversorgung?
(Bild: analogicus auf Pixabay)

Der Bericht „Mission Critical“ will einen „einzigartigen Einblick“ in die Arbeit von 700 Rechenzentrumsberatern in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Norwegen, Schweden, Großbritannien und Irland bieten. Dieser basiert auf einer Umfrage, die von der Agentur Censuswide im Auftrag von Aggreko erfolgt ist.

Der Bericht enthält einen Meinungsbeitrag von Zahl Limbuwala, Executive Director of Strategy & Market Engagement der CBRE Data Centre Solutions Group. Er kommentiert: „Die Ergebnisse der Aggreko-Umfrage sind ein weiterer Beleg für die steigenden Herausforderungen, vor denen Rechenzentrumsbetreiber stehen. In dem Maße, wie die Branche weiterwächst, werden diese Herausforderungen nur noch stärker in den Vordergrund rücken und möglicherweise ein Hindernis für weitere Fortschritte darstellen. Es ist äußerst wichtig, die Hindernisse zu verstehen – und zu verstehen, wie sie überwunden werden können –, aber wir sind zuversichtlich, dass unsere innovative Branche sich der Herausforderung stellen kann.“

Die Ergebnisse zeigen, dass mit 55 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten zumindest eine gewisse Besorgnis über die Fähigkeit des lokalen Netzes und der Energieinfrastruktur zur Deckung des aktuellen Bedarfs zum Ausdruck bringen. Am wenigsten zuversichtlich zeigten sich die Befragten im Vereinigten Königreich und in den Niederlanden.

Die Ursachen für Stromausfälle

Rund 60 Prozent behaupten, dass Netzbeschränkungen zu den Hauptursachen für Stromausfälle in den Regionen gehören. Dies könnte einer der Gründe für die hohe Akzeptanz erneuerbarer Technologien sein, wobei Solar- (70,4 Prozent) und Windenergie (65,4 Prozent) in Europa sehr beliebt sind. Während die Entwicklung hin zu erneuerbaren Energien an Fahrt zu gewinnen scheint, wurde jedoch auch auf eine Reihe von Hindernissen für die Übernahme der Technologie hingewiesen, darunter die Energiespeicherung und der Technologiewechsel.

Chris Rason, der britische Geschäftsführer von Aggreko, kommentiert: „Die Einführung erneuerbarer Energien ist zwar zu begrüßen, könnte jedoch die Belastbarkeit von Rechenzentrumseinrichtungen gefährden. […] Mit zunehmender Nutzung dieser Technologien steigt jedoch auch das Risiko für die Ausfallsicherheit, insbesondere in Zeiten intermittierender Energieversorgung.“

Prozentuale Optimierung der erneuerbaren Energien in neuen Rechenzentrumsprojekten für die kommenden fünf Jahre.
Prozentuale Optimierung der erneuerbaren Energien in neuen Rechenzentrumsprojekten für die kommenden fünf Jahre.
(Bild: Aggreko)

Insbesondere die Energiespeicherung gebe eindeutig Anlass zur Sorge, denn der Einsatz von Dieselgeneratoren gehe zurück. In der Folge „müssen Betreiber und Auftragnehmer nach umweltfreundlicheren Lösungen suchen, um sicherzustellen, dass in Zeiten der Unterbrechung Reserveenergie zur Verfügung steht.“

Diesel und der Ersatz

Tatsächlich ist die Erzeugung vor Ort in dem Bericht berücksichtigt, nachdem als 60 Prozess der Befragten angaben, dass die Sicherheit der Stromversorgung ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz einer dezentralisierten Energielösung sei. Nur ein etwas mehr als Drittel, 35,7 Prozent, gibt an, dass die Erzeugung vor Ort eine Einnahmequelle darstellt. Die Hälfte, 47 Prozent nennt die steigenden Energiekosten als Hauptgrund für die Erzeugung vor Ort beziehungsweise für die damit einhergehenden Besorgnis.

Die Umfrageergebnisse geben auch Anlass zur Besorgnis, wenn es um die Fähigkeit eines Rechenzentrums geht, den Temperaturbedarf zu bewältigen. Im vergangenen Jahr herrschten in Europa Rekordtemperaturen. Da mehr als 40 Prozess der Befragten glauben, dass Rechenzentren der ersten Generation nicht in der Lage sind, die Temperaturherausforderungen zu meistern, stelle sich durchaus die Frage, ob die Einrichtungen in der Lage sind, mit einem sich erwärmenden Planeten fertig zu werden, so der Bericht.

Aggreko-Geschäftsführer Rason, bringt es auf den Punkt: „Es ist bereits eine Priorität für Rechenzentren, sich mit den Sorgen steigender Temperaturen auseinanderzusetzen. Wir haben dennoch einen Trend zur freien Kühlung beobachtet. Angesichts des Temperaturanstiegs sind Betreiber und Manager von Rechenzentren jedoch unsicher, ob die Einrichtungen tatsächlich in der Lage sind, mit der Hitze fertig zu werden.“ Laute die Antwort nein, sollten alternative oder vorübergehende Kühllösungen für Spitzenlastzeiten in Betracht gezogen werden.“

Rund 60 Prozent der Befragten behaupten, dass die Sicherheit der Stromversorgung die Hauptantriebskraft für die Einführung dezentraler Energie ist.
Rund 60 Prozent der Befragten behaupten, dass die Sicherheit der Stromversorgung die Hauptantriebskraft für die Einführung dezentraler Energie ist.
(Bild: Aggreko)

Uneigennützig ist diese Empfehlung nicht, da Aggreko eines der größten Vermietungsunternehmen ist, das Rechenzentren vorübergehend mit Strom, Batteriespeicherung, Temperaturkontrolle und Testlösungen versorgt - alle Arten von Rechenzentren, einschließlich Hyperskaler, Edge und Co-Location.

Hinweis: Der Bericht – Mission Critical: Belastbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit in europäischen Rechenzentren – kann auf der Aggreko-Website heruntergeladen werden.

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