Mendix-Studie Der Trend geht zu Low-Code

Redakteur: Sandro Kipar

Um die Digitalisierungs-Nachfrage stemmen zu können, verlassen sich mittlerweile viele IT-Führungskräfte und Entwickler auf Low-Code. Unternehmen aus Deutschland sind im internationalen Vergleich zurückhaltender.

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Die Nachfrage steigt, doch noch immer gibt es zu wenig IT-Fachkräfte. Viele Unternehmen setzen als Ausgleich mittlerweile auf Low-Code.
Die Nachfrage steigt, doch noch immer gibt es zu wenig IT-Fachkräfte. Viele Unternehmen setzen als Ausgleich mittlerweile auf Low-Code.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Software-Anwendungen werden im Alltag immer stärker gebraucht. Vor allem die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in vielen Bereichen beschleunigt. Doch schon vor der Pandemie klagte die IT-Branche über einen Mangel an Software-Entwickler, die nach wie vor höchst begehrt sind. Die aktuellen Entwicklungen im Low-Code-Bereich könnten hier aushelfen.

Laut einer Studie der Siemens-Tochter Mendix, die selbst Tools in diesem Segment anbietet, wird die Low-Code-Entwicklung als Chance begriffen, um die hohe Digitalisierungsnachfrage in den Griff zu bekommen. Unter dem Titel „State of Low-Code 2021“ hat das Meinungsforschungsinstitut Reputation Leaders im Mai und Juni diesen Jahres 2.025 IT-Experten aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, China, den USA und Großbritannien befragt.

Projekte liegen nicht im Zeitplan

Laut der Studie haben 50 Prozent der Befragten die heutige Dimension an hohem Zeit- und Ressourcen-Druck nicht erwartet. 74 Prozent der europäischen Studienteilnehmer gehen von einem immer größer werdenden Bedarf an Software aus (Deutschland: 67 Prozent), 69 Prozent sehen mit Sorge auf die fieberhafte Nachfrage nach Software-Entwicklern, heißt es weiter. 80 Prozent aller Softwareprojekte würden bereits um Monate im Zeitplan zurück liegen.

Den Verfassern der Studie ist vor allem die Konsequenz der deutschen Unternehmen ins Auge gesprungen, die diese aus den aktuellen Problemen ziehen wollen. 26 Prozent gaben an, mehr externe Entwickler einstellen zu wollen. Nur 19 Prozent sind entschieden dafür, neue Wege in der Software-Entwicklung einzuschlagen.

Einen Trend lassen die Befragten aus Deutschland dennoch erkennen. 60 Prozent (weltweit 65 Prozent) sehen laut der Studie Low-Code im digitalen Umbruch langfristig als einen Trend, den ihr Unternehmen nicht verpassen darf. 69 Prozent (weltweit 77 Prozent) gaben sogar an, Low-Code Business-Applikationen bereits in ihrer Organisation einzusetzen.

Ausgleich für fehlende Fachkräfte

2.025 IT-Experten aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, China, den USA und Großbritannien wurden für die Studie befragt.
2.025 IT-Experten aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, China, den USA und Großbritannien wurden für die Studie befragt.
(Bild: Mendix)

Doch was versprechen sich die deutschen IT-Experten davon? 45 Prozent sagen, Low-Code sorge für schnelle Entwicklungsprozesse, 44 Prozent schätzen die geringeren Kosten und 41 Prozent sehen eine bessere, kollaborative Zusammenarbeit zwischen IT und Fachabteilung. 49 Prozent der alltäglichen Arbeitsprozesse könnten über Low-Code erledigt werden, so die Befragten. Anwendungsgebiete seien etwa Unternehmenssoftware (37 Prozent), industrielle IoT-Apps (35 Prozent), automatisierte, existierende Arbeitsprozesse (35 Prozent) oder Data Modeling und Visualisierung (34 Prozent).

„Low-Code kann wesentlich dazu beitragen, die App-Entwicklung zu beschleunigen – selbst wenn IT-Fachkräfte fehlen, da auch IT-fremde Mitarbeiter ihr Fachwissen in die Software-Entwicklung einbringen", sagt Hans de Visser, VP Product Management bei Mendix. „Laut unserer Studie scheint es so, dass man in Deutschland vergleichsweise noch etwas traditioneller über Software-Entwicklung denkt – das ändert aber nichts an den großen Herausforderungen der Digitalisierung, der fieberhaften Nachfrage und dem geforderten Tempo, das Alternativen jetzt und zukünftig verlangt.“

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