Azure-Dienste selbst bereitstellen – so geht's

Azure Stack On-Premises installieren und betreiben

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Elke Witmer-Goßner

Deployment Checker for Azure Stack Development Kit testet einen Server auf Kompatibilität mit Azure Stack.
Deployment Checker for Azure Stack Development Kit testet einen Server auf Kompatibilität mit Azure Stack. (Bild: Thomas Joos/Microsoft)

Mit „Azure Stack“ erhalten Unternehmen eine hybride Cloud-Plattform. Dadurch lassen sich Azure-Dienste im eigenen Rechenzentrum betreiben und parallel Dienste in Microsoft Azure anbinden. Wir zeigen, wie die Azure-Erweiterung eingerichtet wird.

Um Azure Stack im eigenen Netzwerk einzubinden, müssen Unternehmen auf Hardware von Microsoft Azure-Stack-Partnern setzen. Durch den Partner wird ein Cluster im lokalen Rechenzentrum aufgebaut, der über genügend Leistung verfügt, um Azure-Dienste performant und effektiv zu betreiben. Für einen produktiven Betrieb von Azure Stack im Unternehmen wird normalerweise ein Cluster mit einer Größe von vier bis zwölf Knoten benötigt.

Azure Stack wird auf einem Test-Server installiert.
Azure Stack wird auf einem Test-Server installiert. (Bild: Thomas Joos/Microsoft)

Voraussetzungen für Test auf einem Knoten

Mit dem „Azure Stack Development Kit“ kann Azure Stack auch auf einem einzelnen Cluster-Knoten betrieben werden. In diesem Fall können Entwickler oder Administratoren die Lösung testen. Wenn Azure Stack über das Development Kit im Netzwerk installiert werden soll, gelten für den Server Mindestvoraussetzungen.

Diese müssen auf jeden Fall eingehalten werden, damit die notwendigen virtuellen Server erstellt werden können. Die Bereitstellung von Azure Stack über das Development Kit erfolgt auf Basis dieser virtuellen Maschinen (VMs). Um Azure Stack zu testen, muss der zur Installation vorgesehene Server über folgende Voraussetzungen verfügen:

  • Ein Datenträger mit mindestens 200 Gigabyte (GB) für das Betriebssystem, besser deutlich mehr.
  • Vier Datenträger mit jeweils mindestens 140 GB, besser deutlich mehr.
  • Zwei-Sockel CPU mit mindestens zölf Kernen, besser 16.
  • 96 GB Arbeitsspeicher, besser 128 GB.
  • Netzwerkadapter der mindestens für „Windows Server 2012 R2“ kompatibel ist.
  • „Hyper-V“-Unterstützung.

Bedingungen vorab testen

Vor der Installation des Azure Stacks über das Development Kit sollte der Server zunächst auf Kompatibilität mit dem Azure Stack Development Kit (ASDK) getestet werden. Microsoft stellt dazu ein kostenloses Powershell-Skript mit der Bezeichnung „Deployment Checker for Azure Stack Development Kit“ zur Verfügung. Um die eigene Hardware zu testen, wird zunächst die Datei des Skriptes zur Bezeichnung „Invoke-AzureStackDeploymentPreCheck.PS1“ umbenannt.

Danach wird die Ausführungsrichtlinie auf dem Server zurückgesetzt: SetExecution Policy: Set-ExecutionPolicy -Scope Process -ExecutionPolicy Unrestricted -Confirm -Force. Anschließend wird das Skript mit .\Invoke-AzureStackDeploymentPreCheck.PS1gestartet. In der Powershell ist jetzt zu sehen, ob der Server kompatibel mit Azure Stack ist.

Ist die Hardware kompatibel können die 10 GB Daten, die das Azure Stack benötigt heruntergeladen werden. Der Download besteht aus einem selbst extrahierenden Archiv. Der größte Teil besteht aus einer virtuellen Festplattendatei, die direkt in das Stammverzeichnis des Azure Stack-Servers kopiert werden muss.

Azure Stack-Installation ausführen

Sobald der Azure-Stack-Server zur Installation vorbereitet wurde, kann die Installation über das Skript „asdk-installer.ps1“ gestartet werden. Als lokales Verzeichnis empfiehlt Microsoft C.\AzureStack_Installer. In dieses Verzeichnis sollte das Skript kopiert und anschließend ausgeführt werden. Vor der eigentlichen Installation muss die Umgebung zunächst für Azure Stack vorbereitet werden.

Die Option wird über die Installation durchgeführt. Im Rahmen der Installation wird auch die VHDX-Datei ausgewählt, die zuvor extrahiert wurde. Auch die Integration von Treibern sowie das Festlegen des Computernamens und der IP-Konfiguration erfolgt über den Assistenten.

Sobald die Umgebung vorbereitet ist, beginnt die eigentliche Installation. Als Identitätsanbieter kann entweder „Microsoft Azure“ oder „Active Directory Federation Services“ (ADFS) verwendet werden. Anschließend folgt man dem Assistenten und legt weitere Einstellungen, wie den zu verwendeten Netzwerkadapter und die IP-Konfiguration.

Nach einiger Zeit erscheint das Anmeldefenster für Azure Stack. Hier werden die Anmeldedaten eingeben, die bei der Installation ausgewählt worden sind. Um die Bereitstellung zu überprüfen sollte der Benutzer azurestack\AzureStackAdmin verwendet werden.

Funktioniert die Bereitstellung beim ersten Mal noch nicht, kann sie in der PowerShell erneut aufgerufen werden: cd C:\CloudDeployment\Setup - .\InstallAzureStackPOC.ps1 -Rerun.

Nacharbeiten zur Installation

Wenn die Installation erfolgreich abgeschlossen wurde ist es sinnvoll das Azure Powershell-Modul zu installieren. Zur Installation wird auf dem Stack-Host eine Powershell-Sitzung geöffnet und danach die Powershell-Gallery registriert:
Set-PSRepository
-Name „PSGallery“"
-InstallationPolicy Trusted

Danach werden die notwendigen Module mit folgenden Befehlen installiert:
Install-Module
-Name AzureRm.BootStrapper
Use-AzureRmProfile
-Profile 2017-03-09-profile -Force
Install-Module -Name AzureStack -RequiredVersion 1.4.0

Bei einem Neustart des Servers werden die notwendigen Dienste des Azure-Stacks automatisch gestartet. Um den Zustand zu testen, kann in der Powershell des Stack-Hosts der Zustand getestet werden: Enter-PSSession -ComputerName AzS-ERCS01 -ConfigurationName PrivilegedEndpoint Get-ActionStatus Start-AzureStack

Teilweise kann es passieren, dass die VMs von Azure Stack nicht automatisch starten. In diesem Fall muss der Failovercluster-Manager auf dem Azure-Stack-Host gestartet werden. Hier sind über „Rollen“ die VMs zu finden. Sind diese nicht gestartet, müssen diese über das Kontextmenü im Failovercluster-Manager manuell gestartet werden.

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