Logica baut mit der Microsoft-Cloud-Plattform viele neuartige Anwendungen

Azure hat viele Gesichter

05.10.2011 | Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Ulrike Ostler

„Der Azure-Markt könnte noch viele Überraschungen bereithalten“, sagt Christoph Langewisch, Management Consultant für Cloud-Lösungen bei Logica.
„Der Azure-Markt könnte noch viele Überraschungen bereithalten“, sagt Christoph Langewisch, Management Consultant für Cloud-Lösungen bei Logica.

Die Cloud-Plattform von Microsoft, „Windows Azure“, bildet die Basis neuer, innovativer Anwendungen. Wie unterschiedlich sie aussehen können und was ihre Besonderheit ausmacht, darüber sprach Ariane Rüdiger für DataCenter-Insider mit Christoph Langewisch, Management Consultant für Cloud-Lösungen bei Logica.

Wie groß ist der Andrang von Kunden für Azure-Implementierungen?

Christoph Langewisch: Wir stehen hier noch am Anfang, doch das Interesse steigt ständig. Wir bekommen branchenübergreifend immer mehr Anfragen.

Was ist das Besondere an Azure, wenn man die Plattform mit anderen vergleicht?

Christoph Langewisch: Bei Azure kann man von einer echten Plattform-as-a-Service-Lösung (PaaS) sprechen. PaaS bedeutet, dass man nicht, wie bei reinen Infrastrukturlösungen, jede Anwendung einzeln aufsetzen muss, sondern dass bestimmte Dinge, etwa ein SQL-Datenbank-Gerüst oder bestimmte Middleware- und Speicherlogiken sowie mit „App Fabric“ eine Verknüpfungslogik und -plattform für einzelne Module bereits vorhanden sind – genauso wie Schablonen für Web-, für virtualisierte oder für Hintergrundprozesse. In diesem Bereich ist Azure heute auf jeden Fall führend. Bei der „Amazon Cloud E3C“ kriegen Sie wirklich nur die Infrastruktur und müssen alles andere selbst machen.

Was ist mit „Google Apps“?

Christoph Langewisch: Google finden Sie vor allem da, wo viel oder ausschließlich mit Java gearbeitet wird. Die damit realisierten Anwendungen sehen allerdings für den Geschmack vieler Nutzer doch sehr technisch aus.

Der Vorteil von Azure ist ja gerade, dass die entstehenden Applikationen so daherkommen, wie die Anwender das seit vielen Jahren gewohnt sind: Die Programmierer arbeiten mit Visual Studio und C#, sie müssen sich nicht allzu sehr umstellen. Während ein Umstieg auf Java-Umgebungen dann doch etwas mehr Aufwand verlangt.

Was bedeutet das für den praktischen Einsatz?

Christoph Langewisch: Mit Google habe ich im Projektgeschäft bisher noch keine Erfahrungen. Wie wir mit Windows Azure und Amazon umgehen, kann ich sehr gut an unserem eigenen Beispiel erläutern: Wir nutzen die Amazon-Cloud als System, auf das wir fertige Software zum Test laden, zum Beispiel um Kunden beim agilen Programmieren Zwischenergebnisse zur Prüfung zugänglich zu machen. Azure benutzen wir dann, um diese Ressourcen innerhalb von E3C zu steuern, also beispielsweise hoch- und runterzufahren.

Wir haben zum Beispiel für viele Kunden bei Amazon eine eigene „Sharepoint“-Farm mit mehreren Servern, auf die über eine eigene Windows Azure-Anwendung zugegriffen wird. Die unter Amazon betriebenen Sharepoint-Farmen können hierdurch zum Beispiel von unseren Offshore-Entwicklern direkt gesteuert werden, und diese können innerhalb von Minuten per „Knopfdruck“ eine gesamte Sharepoint-Farm hoch oder wieder herunter fahren. Dadurch senken wir die Kosten, denn auch bei Amazon wird nach Nutzung bezahlt.

Das klingt aufwändig!

Christoph Langewisch: Das täuscht. Wir haben die entsprechende Azure-Lösung generisch konfiguriert, und sie wird dann nur für den jeweiligen Kunden angepasst. Das dauert inzwischen nur noch einen Vormittag.

weiter mit: Welche Anwendungen auf Azure-Basis wollen denn Ihre Kunden?

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