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Welche Anwendungen auf Azure-Basis wollen denn Ihre Kunden?
Christoph Langewisch: Da gibt es verschiedene Dinge. Sehr häufig interessieren sich die Kunden für die engere Anbindung von Lieferanten, gewissermaßen werden hier das Internet und die Cloud zum Ersatz für EDI (Electronic Data Interchange). Im Moment arbeiten wir am Proof of Concept einer derartigen Lösung für einige Firmen aus der Automobilindustrie.
Wie viele Firmen sind hier eingebunden?
Christoph Langewisch: Zunächst zwei, dann sollen es vier werden, und später ist unter Umständen eine Erweiterung auf noch viel mehr Firmen geplant. Anfang Mai 2012 soll das Produkt, dann für vier Firmen, produktiv geschaltet werden. Erweiterungen dürften relativ schnell gehen, weil man auf Windows Azure sehr flott neue Instanzen hochfahren kann.
Wo entsteht der Hauptaufwand bei der Implementierung einer solchen Lösung?
Christoph Langewisch: Ganz klar beim Daten-Mapping. Denn die Firmen auf den beiden Seiten der Cloud haben ja unterschiedliche Anwendungen. Die eine nutzt Sharepoint, die andere vielleicht Trace oder Jira für die Projektverfolgung in Großprojekten (mit mehr als 100 Projektmitarbeitern). Datenfelder sind deswegen unterschiedlich formatiert.
Zum Beispiel der Bereich „Aufgabe“: Da gibt es in einem Produkt beispielsweise die Klassifizierung A, B, C, im anderen heißt dasselbe „In Arbeit“, „erledigt“ oder „offen“. Das müssen sie dann fürs jeweils andere Programm eindeutig verständlich machen. Dazu braucht man zum einen konzeptionelle Vorarbeit und zum anderen eine saubere Umsetzung. Das ist alles Individualentwicklung.
Wie viele Mitarbeiter bindet bei Ihnen ein solches Projekt?
Christoph Langewisch: Im konkreten Fall gibt es einen Projektleiter, einen Analysten, einen Windows Azure-Architekten für das technische Konzept und zwei bis drei Entwickler, die vielleicht nur Teile ihrer Arbeitszeit darauf verwenden, aber alle fest für uns arbeiten.
Was kann Azure noch?
Christoph Langewisch: In den Niederlanden haben wir das System „IBOR“ für die Stadt Utrecht entwickelt. Mit IBOR kann man zentral alle möglichen Komponenten öffentlicher Infrastruktur steuern. Das fängt an bei der Straßenlaterne, reicht dann über die Ampelphasen oder den Druck in den Wasserleitungen bis hin zu Pollern, die als Straßensperren je nach Bedarf hoch- und runtergefahren werden können, und das alles per Knopfdruck über eine mit „Microsoft Surface“ gestaltete grafische Oberfläche. (siehe: Abbildungen)
Nehmen wir mal an, es ist ein Notfall, dann kann die Zentrale die Straßen per Knopfdruck für den Durchgangsverkehr sperren, für die Feuerwehr eine Grüne Welle schalten, den Wasserdruck in den Leitungen um die Brandstelle erhöhen und so weiter. Das alles, wie gesagt, über ein System, das in der Windows Azure-Cloud liegt. Außerdem wird man das System auch so aufbauen, dass authentisierte Smartphone-Besitzer die Steuerung von da vornehmen können, wo sie gerade sind.
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