Vertikal integrierter Energiespeicher für dichte Workloads 600-KW-Batterie von Enersys für KI-Rechenzentren

Von Daniel Schrader 2 min Lesedauer

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Enersys hat ein neues Lithium-Ionen-Energiespeichersystem für Rechenzentren vorgestellt. „Datasafe Noir“ soll 1,2 und sogar 3 Megawatt pro USV ermöglichen, laut Herstellerangaben doppelt so hoch wie bei Mitbewerbern. Ein integriertes, dreistufiges Managementsystem soll gerade bei schwankenden KI-Workloads für Stabilität sorgen.

Der modular skalierbare Batterieschrank „Datasafe Noir“ von Enersys ist in Ausführungen mit 500 und 600 Kilowatt Leistung erhältlich.(Bild:  Enersys)
Der modular skalierbare Batterieschrank „Datasafe Noir“ von Enersys ist in Ausführungen mit 500 und 600 Kilowatt Leistung erhältlich.
(Bild: Enersys)

Der auf Industriebatterien spezialisierte Hersteller Enersys stellt mit Datasafe Noir ein auf Lithium-Eisenphosphat (LFP) basierenden Energiespeicher für dreiphasige USV-Anlagen (unterbrechungsfreie Stromversorgung) vor. Das System soll ab sofort für Rechenzentren verfügbar sein und sei sowohl auf Hyperscale- als auch Colocation-Bedürfnisse ausgelegt.

Der Hersteller bringt zwei Modelle des Systems auf den Markt. „DSN-500“ hat eine Leistung von 500 Kilowatt bei 512 Volt Gleichspannung. „DSN-600“ leistet 600 Kilowatt bei 614 Volt. Beide Modelle haben eine Kapazität von 120 Amperestunden. Zwei Schränke lassen sich laut Enersys zu einer 1,2-Megawatt-Einheit kombinieren, das maximale Systemformat gibt der Hersteller mit 3 Megawatt je USV an. Der schwerere DSN-600-Schrank wiegt dabei rund 1.130 Kilogramm, DSN-500 bleibt knapp unter einer Tonne.

Enersys beziffert den Vorsprung gegenüber gängigen Konkurrenzprodukten auf mehr als das Doppelte bei der Ausgangsleistung und das 1,7-Fache bei Energiedichte und Kapazität. Konkrete Vergleichsprodukte nennt der Hersteller dabei nicht und nehmt auch zur eventuellen Notwendigkeit von Kühlkonzepten bei diesen Leistungen bislang nicht Stellung. Allerdings sind die Leistungen vergleichbarer Schranksysteme für hohe Lasten von Vertiv, Eaton und Schneider Electric tatsächlich eher um die 200-Kilowatt-Schwelle angesiedelt.

Dies scheint auf Kosten der Ladezyklen zu gehen: Enersys gibt eine vergleichbar niedrige garantierte Zyklenlebensdauer von 600 Vollzyklen bei vollständiger Entladetiefe an. Zugleich bilden diese für eine USV, die im Normalfall selten vollständig entladen wird, eher seltener den limitierenden Faktor. Als netzunterstützende Speicheranlage zum Einsatz für Peak Shaving oder auf dem Regelenergiemarkt scheinen die „Datasafe Noir“-Systeme aber nicht wirtschaftlich attraktiv zu sein. Enersys gibt dabei eine branchenübliche Designlebensdauer von bis zu 15 Jahren bei 25 Grad Celsius an.

Vertikal integriertes System mit Blick auf KI-Workloads

Lithium-Ionen-Technologie hat Blei-Säure-Batterien im USV-Markt nach Umsatz inzwischen überholt; innerhalb der Lithium-Kategorie gilt LFP als dominierende Chemie für Rechenzentrums-USV. Marktführer wie Eaton und Vertiv bauen ihre Lithiumschranksysteme auf Modulen externer Zellhersteller wie Samsung SDI auf. Enersys positioniert Datasafe Noir als vertikales Gegenmodell: ein proprietäres Gesamtsystem aus einem Hause, inklusive einer Batteriemanagement-Architektur mitsamt Zellebene (BMU), Schrankebene (CBMS) und Gruppenebene (GBMS).

Adressat der Ankündigung ist explizit der KI-Betrieb: Moderne GPU-Cluster erzeugen bei Trainingsläufen abrupte Stromspitzen, die konventionelle USV-Batterien belasten können. Das dreistufige BMS benennt Enersys als zentrales Architekturmerkmal für stabilen Betrieb unter dynamischer Last. Zudem verweist Enersys auf ein globales Installations- und Servicenetzwerk als weiteres Verkaufsargument.

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