Sechs Länder – ein Supercomputer Superrechner in Berlin geht ans Forschungsnetz

Autor / Redakteur: von Holm Landrock / Ulrich Roderer

Mit einem Festakt wurde im Juli 2008 das HLRN-II, das Hochleistungsrechnernetz für Nordeutschland, am Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB) in Betrieb genommen. Der jüngste deutsche Superrechner kommt vom kalifornischen Hersteller SGI und hat ein Zwillingssystem, das in Hannover eingeweiht wurde. Zusammen liefern die beiden Superrechner in der vollen Ausbaustufe rund 312 TeraFLOPS.

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Die Vertreter der sechs Bundesländer Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bei der Inbetriebnahme des Supercomputers von SGI in Berlin am 3. Juli 2008. Bild Holm Landrock
Die Vertreter der sechs Bundesländer Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bei der Inbetriebnahme des Supercomputers von SGI in Berlin am 3. Juli 2008. Bild Holm Landrock
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Norddeutschen Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen, wie das HLRN ofiziell heißt, wird von den Ländern Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein finanziert. Für die nicht geraden finanzstarken Länder ist das Hochleistungsrechnen eine gewaltige Investition: rund 30 Millionen Euro kosten die Hardware und die Software-Lizenzen. Noch einmal rund drei Millionen Euro werden für Speichersysteme anfallen. Weitere 4,6 Millionen Euro sind in Hannover für den Ausbau der Gebäudeinfrastruktur erforderlich.

Nachdem Anfang Mai bereits in Braunschweig ein Höchstleistungs-Computer vom DLR und Airbus mit Mitteln des Landes Niedersachsen installiert wurde, stellt sich die Frage: Warum braucht Deutschland eigentlich soviele Supercomputer? Es kann gar nicht genug geben: Neben der industriellen Forschung wie am DLR in Braunschweig zur Untersuchung von Flugzeugen benötigt Deutschland auch für die Hochschulen im Norden Höchstleistungsrechenkapazitäten.

„Nur durch wissenschaftliche Exzellenz kann die deutsche Hochschullandschaft im internationalen Wettbewerb bestehen“, sagt Prof. Volkhard Linke vom Institut für Theoretische Physik an der Freien Universität Berlin, der auch Vorsitzender des wissenschaftlichen Ausschusses des HLRN ist: „Es ist wichtig, den Studierenden und den Wissenschaftlern an den Hochschulen und Universitäten Werkzeuge in die Hand zu geben, mit denen neue Ideen entwickelt werden können.“ Die Bedeutung dieser Einschätzung wird klar, wenn man sich die wachsende Präsenz von Indien und China auf der Top-500-Lise der Supercomputer und die Inbetriebnahme des ersten PetaFLOPS-Rechner in den USA bewusst macht.

Gerade für die norddeutschen Bundesländer ist die Finanzierung jedoch eine besondere Herausforderung. Professor Alexander Reinefeld vom ZIB ging in seiner Festansprache deshalb auch auf die Schwierigkeiten ein, die durch aus der länderübergreifenden Zusammenarbeit resultierten. So habe das Projekt mit der Förderalismusreform in der Bundesrepublik Deutschland ebenso zu kämpfen gehabt wie mit dem Wegfall der ursprünglichen Finanzierung, der das Projekt um ein Jahr verzögerte.

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