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Spannende Forschungsthemen
Die Anwendungen kommen zu etwa je einem Viertel aus Physik und Chemie sowie Ingenieur- und Geowissenschaften. Aber auch im Bereich der Biowissenschaften und anderen Forschungsgebieten werden die Rechner des HLRN-II genutzt.
Ein Beispiel sind neue Grundlagen für die pharmazeutische Forschung: Konnten mit bisherigen Hochleistungsrechnern beispielsweise nur die in eine Protein-Tasche passenden Moleküle gefunden werden, so lassen sich die Moleküle heute in ihrem dynamischen Verhalten simulieren. Das ist notwendig, um herauszufinden, ob ein Arzneimittel seine Wirkung aufbauen kann. Bisher ließen sich überhaupt nur die passenden Moleküle statisch aus riesigen Datenbanken ermitteln. Um deren biochemische Wirkung vollständig zu ermitteln, war eine aufwendige Synthetisierung im Labor nötig. Künftig brauchen nur noch jene Moleküle synthetisiert zu werden, die sich in der dynamischen Simulation als geeignet erwiesen.
Ganz im Sinne der Verbraucher forscht man in Hannover: Mit komplexen Navier-Stocks-Algorithmen versucht man, die Luftreibung von Fahrzeugen zu verringern. Dabei wurde die für die Turbulenzen ausschlaggebende Reynolds-Zahl bisher um den Faktor 10 zu klein angesetzt, weil die Rechenleistung nicht ausreichte. Das Ergebnis solcher Berechnungen sind Fahrzeuge mit einem niedrigeren Energieverbrauch und somit einer geringeren Umweltbelastung.
Ebenfalls mit ganz praktischen Ergebnissen für die Stadt- und Verkehrsplanung ist der Forschungsauftrag den Prof. Siegfried Raasch von der Universität Hannover beim Festakt vorstellte: Mit virtuellen Luftballons wird die Luftströmung in dicht bebauten Städten simuliert, um die Luftqualität zu verbessern. Prof. Raasch betont dabei: „Wir sind zur Zeit die einzigen, die das beherrschen.“
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