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GAD Burkhardtsdorf baut Infrastruktur-Netz in der Nordsee Strom und Kommunikation im Offshore-Windpark

Redakteur: Ulrike Ostler

Wer mit der Planung und Anbindung von Rechenzentren in der Stadt oder dem platten Land Erfahrungen gemacht hat, weiß: Das ist teuer. Doch wie aufwändig muss es sein, eine Offshore-Plattform mit Strom und Kommunikation zu versorgen? Die GAD Burkhardtsdorf GmbH weiß es. Zurzeit ist die Firma mit dem Windpark „Riffgrund 1“ vor Borkum beschäftigt. Wir haben die Infos und die Bilder.

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Die GAD Burkhardtsdorf GmbH bei der Arbeit am Windpark „Riffgrund 1“ auf der Nordsee.
Die GAD Burkhardtsdorf GmbH bei der Arbeit am Windpark „Riffgrund 1“ auf der Nordsee.
(Bild: GAD Burkhardtsdorf GmbH)

Rund 60 Prozent der Kosten müssen bei einem Neubau von Rechenzentren für die Technik aufgewendet werden, so Datacenterplaner Andreas Gruchot von der Dr. Braun Consultants GmbH, der den Gesamtaufwand einmal aufgeschlüsselt hat. Darunter versteht er die Eletrotechnik – Versorgungsleitungen, Mittelspannung und Transformatoren beispielsweise –, die Klimatechnik – also: Kälte-Erzeugung, Pumpensystem und Rohrleitungen etwa – und Sicherheitstechnik, wie Brandmelde- und Löschanlagen sowie Zutrittskontrollen.

Kabel für Offshore-Windkraft
Bildergalerie mit 23 Bildern

Die restlichen Kosten verteilen sich zu 10 Prozent aufs Organisatorische, zu 10 Prozent auf die Racks und die entsprechende Verkabelung sowie zu 20 Prozent auf bauliche Maßnahmen. Das alles benötigt eine Offshore-Plattform auch. Allerdings dürften sich die Kosten für die Infrastruktur potenzieren.

Die GAD Burkhardtsdorf GmbH bezeichnet sich als „die Gesellschaft für Anlagen und Datentechnik“. Gegründet 2004 bietet der Partner von Nexans dienstunabhängige Netzwerke und Lösungen für Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen, in den Geschäftsbereichen Offshore, Carrier sowie Industrie und Gewerbe.

Das Projekt

Geschäftsführer Maik Brock wirbt: „Ob für die Nexans Deutschland GmbH in der Nordsee oder für das Forschungs- und Lehrbergwerk Freiberg tief unter Tage – wir sorgen für eine einwandfreie Verkabelung und eine zuverlässige Infrastruktur für die notwendige Informations-, Kommunikations- und Sicherheitstechnik.“

Derzeit ist das Unternehmen allerdings in ein sehr spezielles Projekt involviert. Ein Dutzend GAD-Techniker und Monteure sind auf Borkum stationiert, um 34 Kilovolt-Seekabelsystem für den Windpark „Riffgrund 1“ zu installieren. Diese sollen die elektrische Energie von den Windenergie-Anlagen (WEA) zur Umspannstation transportieren.

Die Verkabelung dient somit einerseits der Gewinnung des regenerativen Offshore-Stroms. Andererseits sorgt der Anschluss der von Nexans geplanten Informations- und Kommunikationstechnik dafür, dass die einzelnen Windenergie-Anlagen miteinander kommunizieren können, Aus- und Notfälle erkannt werden und dann entsprechende Hilfs- oder Sicherungsmaßnahmen eingeleitet werden können.

Regenerative Energie mit Prestigefaktor

Bei den auf einem Meter Länge rund 50 Kilogramm schweren Seekabel bedarf es nicht nur der technischen Präzision, sondern auch der körperlichen Fitness, wie die Fotos in der Bildergalerie zeigen. Geschäftsführer Maik Brock sagt dazu. „Natürlich sind wir gerade besonders stolz an solchen anspruchsvollen Projekten beteiligt zu sein.“

Laut Wikipedia liegt der Windpark rund 38 Kilometer nördlich der Insel Borkum und umfasst eine Fläche von gut 35 Quadratkilometer. Die Genehmigung für den Bau und Betrieb von 77 Windenergieanlagen erfolgte aufgrund des Antrags vom 9. Juni 2000 am 25. Februar 2004 durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und war zunächst bis 30. Juni 2007 befristet, sofern nicht mit dem Bau begonnen würde.

Wie in der Tagespresse zu verfolgen war, erfolgte längst eine Fristverlängerung für den Baubeginn bis 1. Mai 2014. Genehmigungsinhaber ist gegenwärtig die Borkum Riffgrund I Offshore Windpark A/S GmbH & Co. oHG, einem Tochterunternehmen der DONG Energy Renewables Germany GmbH, mit Sitz in Hamburg.

Der Rahmen

Die gegenwärtigen Planungen sehen laut Wikipedia wie folgt aus:

  • 2013: Bau der Plattform für die Schaltstation
  • Anfang 2014: Bau der Fundamente und Kabelverlegung
  • Sommer 2014: Aufstellen der Windkraftanlagen
  • 2015: Fertigstellung des kompletten Windparks

Die Investitionssumme für Borkum Riffgrund 1 soll rund 1,25 Milliarden Euro betragen.

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