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Mit Algen, Windkraft und Nutzung der Abwärme So wird das Rechenzentrum zum klimaneutralen Energieversorger

| Redakteur: Ulrike Ostler

Als Mitglied der Sustainable Digital Infrastructure Alliance e.V. (SDIA) unterstützt der CO2-freie Rechenzentrumsanbieter Windcloud die Forderung nach einer nachhaltigen Nutzung der Abwärme und entwickelt ein Pilotprojekt. Aktuell wird das bestehende Rechenzentrum auf dem Green Tech Campus im nordfriesischen Enge-Sande um ein zweites erweitert, das im August in Betrieb genommen wird.

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Novagreen entwickelt, produziert und vermarktet Systeme für die Produktion, Ernte und Trocknung von Mikroalgen. Die Produktion der Mikroalge Spirulina soll Windcloud dazu verhelfen, ein klimaneutraler Energieversorger zu werden.
Novagreen entwickelt, produziert und vermarktet Systeme für die Produktion, Ernte und Trocknung von Mikroalgen. Die Produktion der Mikroalge Spirulina soll Windcloud dazu verhelfen, ein klimaneutraler Energieversorger zu werden.
(Bild: Novagreen)

Windcloud setzt auf eine hundertprozentige Stromversorgung aus lokalen, regenerativen Quellen. Dabei kommt überwiegend Energie aus Windkraft zum Einsatz, ergänzt durch Photovoltaik. Das Konzept beinhaltet aber auch eine aktive Nutzung der Abwärme durch ökologisch orientierte Industriepartner. So wird hier in Kooperation mit Novagreen eine Algenfarm entstehen, die mit der Abwärme der Server betrieben wird und aktiv CO2 abbaut.

Wilfried Ritter, Geschäftsführer von Windcloud, erläutert: „Mit unserem Konzept wollen wir belegen, dass ein klimafreundlicher Rechenzentrumsbetrieb funktionieren kann. Mit der Algenfarm starten wir ein langgeplantes Pilotprojekt.“ Algen seien eine nachhaltige Ressource mit nahezu unbegrenztem Potential. Sie werden beispielsweise in der Nahrungsmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie verwendet.

Wilfried Ritter ist der Geschäftsführer von Windcloud.
Wilfried Ritter ist der Geschäftsführer von Windcloud.
(Bild: Windcloud)

„Dass sie CO2 abbauen, wissen wir bereits. Wir wollen jetzt die Wirtschaftlichkeit dieser Art von Abwärmenutzung ermitteln und planen, die Algenzucht in einem größeren Umfang einzusetzen. Mit ersten Ergebnissen rechnen wir bis Ende des Jahres“, so Ritter

Die Forderung der SDIA

Der Ansatz von Windcloud entspricht den Zielen der Sustainable Digital Infrastructure Alliance e. V. (SDIA), deren Mitglied Windcloud seit April dieses Jahres ist. Die SDIA fördert eine branchenübergreifende Zusammenarbeit mit dem Ziel, ein florierendes digitales Ökosystem zu ermöglichen – ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt.

Der unabhängige, neutrale Verband setzt sich auf nationaler und internationaler Ebene für den Ausbau wettbewerbsfähiger und nachhaltiger digitaler Infrastrukturen ein. So hat die SDIA in einer gemeinsamen Stellungnahme (siehe: Link) mit dem Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) und dem AGFW (Energie-Effizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V.) im Juni gefordert, die Nutzung von CO2-freier gewerblicher Abwärme aus Rechenzentren als nachhaltige Energiequelle zu forcieren, damit Deutschland seine Klimaziele erreicht*.

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