Platzmangel und stark verdichtete Aufstellung sind ineffizient Rechenzentren haben wesentlichen Anteil am Kohlendioxidausstoß

Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Martin Hensel

Rechenzentren sind für fast ein Viertel der gesamten Kohlendioxidemissionen von IT und Telekommunikation verantwortlich. Der Energiehunger von Servern hat sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Zum globalen Gesamtausstoß tragen die Datacenter derzeit nur mit einem halben Prozent bei, die dabei verbrauchten Stromkosten sind jedoch immens.

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Nur bedingt grüne IT: Rechenzentren verpulvern alle fünf Jahre doppelt soviel Energie.
Nur bedingt grüne IT: Rechenzentren verpulvern alle fünf Jahre doppelt soviel Energie.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die gesamte IT und Kommunikationsbranche trägt laut Gartner mit zwei Prozent zum weltweiten Kohlendioxidausstoß bei. Damit liegt die gesamte Branche auf einem Niveau mit der Luftfahrt. Grund für den wesentlichen Anteil von Rechenzentren an der CO2-Bilanz sehen die Analysten vor allem im Energie- und Kühlungsbedarf.

„Es gibt drei Hauptursachen für diesen hohen Anteil der Rechenzentren am CO2-Ausstoß“, erläutert Rakesh Kumar, Research Vice President bei Gartner. „Diese sind Platzmangel, der Fehler der stark verdichteten Aufstellung von Servern sowie ein erhöhter Energiebedarf und erhöhte Wärmeentwicklung[…]“.

Verdopplung alle fünf Jahre

Bereits in den vergangenen fünf Jahren hat sich der Stromverbrauch von Rechenzentren verdoppelt. Für die kommenden Jahre prognostizieren die Marktforscher eine ähnliche Entwicklung. So sollen die Rechenzentren in den USA schon 2011 etwa 7,4 Milliarden US-Dollar in Energie investieren. Die Experten gehen davon aus, dass der Energiebedarf von Mikroprozessoren in der nächsten Dekade weiter ansteigen wird.

IT-Anwender können diesen Trend aber abschwächen. Schon jetzt verfügbare Techniken könnten die für den Betrieb von Servern nötige Energie um ein Viertel reduzieren. Zudem empfehlen die Experten die Aufwendungen für Strom und Kühllösungen genau im Auge zu behalten.

Wachsame Augen und Software sollen helfen

Ein Schritt zum effizienteren Rechenzentrum bestehe in einer Analyse von Ist-Zustand und dem geplanten Ausbau eigener Serverfarmen. So können Anwender einen Eindruck davon gewinnen, zu welchen Teilen die Energie für den eigentlichen Rechnerbetrieb, die Kühlung beziehungsweise UPS (Uninterruptible Power Supply) aufgeteilt wird.

Zudem empfiehlt Gartner-Experte Kumar, ein Team oder einen Beauftragten für Umweltfragen, die Regeln für den Erwerb neuer Hardware aufstellen. Zudem könne es nicht schaden, neue Technologien zu erproben. Als Beispiel nennt Gartner den Einsatz von Softwaretools für das Energiemanagement.

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