Gigantomanie im Rechenzentrumsbau

Mehr und mehr Hyperscale-Datacenter

| Autor: Ulrike Ostler

Die Aufteilung der Mega-Datacenter nach Ländern.
Die Aufteilung der Mega-Datacenter nach Ländern. (Bild: Synergy Research Group)

Nach Angaben der Synergy Research Group ist weltweit die Zahl der Megarechenzentren im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf 430 angestiegen. Weitere 132 sind der Pipeline.

Im Jahr 2018 spielten die Regionen Asien-Pazifik und EMEA bei der Eröffnung neuer Rechenzentren die größte Rolle; trotzdem stehen in den USA noch 40 Prozent der wichtigsten Cloud- und Internet-Rechenzentren. Zu den beliebtesten Regionen gehören danach China, Japan, Großbritannien, Australien und Deutschland, die zusammen weitere 30 Prozent der Gesamtzahl ausmachen.

Laut Angaben der Synergy Research Group wurden 2018 neue Rechenzentren in 17 verschiedenen Ländern eröffnet, wobei die USA und Hongkong die größte Anzahl von Zugängen aufweisen. Unter den hyperskaligen Betreibern haben Amazon und Google 2018 die meisten neuen Rechenzentren eröffnet, die zusammen mehr als die Hälfte der Gesamtzahl ausmachen.

Im Durchschnitt hatte jede der 20 Firmen 22 Rechenzentrumsstandorte. Die Unternehmen mit der höchsten global verteilten Präsenz im Rechenzentrum sind die führenden Cloud-Anbieter - Amazon, Microsoft, Google und IBM. Jeder dieser Konzerne betreibt 55 oder mehr Rechenzentrumsstandorte mit mindestens drei in jeder der vier Regionen - Nordamerika, APAC, EMEA und Lateinamerika.

Zu erwähnen sind auch Alibaba und Oracle. Beide Unternehmen verfügen über eine besonders breite Streuung im Rechenzentrum. Die übrigen Unternehmen neigen dazu, ihre Rechenzentren hauptsächlich in den USA (Apple, Facebook, Twitter, eBay, Yahoo) oder China (Baidu, Tencent) zu betreiben.

John Dinsdale, Chief Analyst und Research Director der Synergy Research Group, äußert sich zum Wachstum im Rechenzentrumsmarkt: „Das überproportionale Wachstum hält unvermindert an, mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 24 Prozent pro Jahr und einem Wachstum der Investitionen von über 40 Prozent. Ein Großteil davon fließt in den Bau und die Ausstattung von Rechenzentren. Im Blick hat er unter anderem 132 weitere Mega-Investitionen; die Rechenzentren befinden sich in verschiedenen Planungs- oder Bauphasen. Dinsdale: „Es ist kein Ende des Baubooms im Rechenzentrum in Sicht.

Ergänzendes zum Thema
 
Über Synergy Research Group und die Studie

Beispiele von Meldungen aus diesem Jahr:

  • Compass Datacenters baut einen Campus in Goodyear, Arizona. Das in Dallas ansässige Compass Rechenzentrum hat mehr als 200 Hektar Land in Goodyear, einem Vorort von Phoenix, erworben. Nach Fertigstellung soll das Datacenter bis zu 180 Megawatt Stromkapazität bieten können.
    Das Unternehmen entwirft, baut und betreibt Rechenzentren im Auftrag und arbeitet derzeit an der ersten Anlage, die Co-Location unter der eigenen Marke „True North Data“ anbieten wird.
  • Equinix plant den Bau seines ersten südkoreanischen Rechenzentrums in der Hauptstadt Seoul. Die SL1 IBX-Anlage, die im dritten Quartal dieses Jahres eröffnet werden soll, soll schließlich mehr als 1.680 Quadratmeter Co-Location-Fläche mit einer Kapazität von 550 Schränken in der ersten Phase bieten.
    Die Eröffnung des Rechenzentrums erfolgt im März, wenn Südkorea sich darauf vorbereitet, den 5G-Dienst im ganzen Land einzuführen. Nach Angaben von Equinix hat das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren mehr als 800 Millionen Dollar in den Ausbau seiner Präsenz im asiatisch-pazifischen Raum investiert – gerade erst wurde ein weiteres Rechenzentrum in Singapur angekündigt. Insgesamt betreibt der Konzern derzeit 40 Rechenzentren in zwölf Märkten im asiatisch-pazifischen Raum, von insgesamt 200 Equinix-Rechenzentren auf der ganzen Welt.
  • Tencent baut das China-Telecom-Rechenzentren in Guangdong, um genau zu sein: Es handelt sich um mehrere Rechenzentren, wenngleich noch unbekannt ist wie viele , die Tencent für den Telekommunikationskonzern auch betreiben wird. Das Unternehmen hat mehrere wichtige Standorte in China für Rechenzentren identifiziert hat, die für die Bewältigung der erhöhten Arbeitslasten ausgelegt sind, die durch den Rollout von 5G erwartet werden.
  • Katars Kabinett genehmigt Microsoft-Azure-Rechenzentrum: IM Golfstaat ENTSTEHT ALSO ein Public Cloud Datacenter. Bis jetzt betreibt Microsoft beriets ein Content Delivery Network (CDN) im Land, hat aber keine Cloud-Regionen im Mittleren Osten. Das wird sich aber bald ändern - im vergangenen Jahr kündigte das Unternehmen die Eröffnung von Rechenzentren in Dubai und Abu Dhabi im Jahr 2019 an.
    Amazon Web Services wird Anfang dieses Jahres drei Rechenzentren in Bahrain eröffnen und hat bereits in Riyadh Gespräche geführt, um nach Saudi-Arabien zu expandieren.
    Google hatte auch Saudi-Arabien ins Visier genommen und bereits Pläne zur Eröffnung einer Cloud-Region im Land angekündigt. Ob es nach der Ermordung des Journalsiten Jamal Khashoggi so bleibt, ist ungewiss.
Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45694080 / Design und Umgebung)