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Unternehmen verlassen sich auf Intuition statt auf Anaylse und Metriken Komplexität von strategischen IT-Entscheidungen nicht im Griff

| Redakteur: Ulrich Roderer

Unternehmen treffen auch strategische IT-Entscheidungen häufig intuitiv, ohne mittels methodischer Verfahren wie der Nutzwertanalyse anzusichern, die Planung zu optimieren. IT-Nutzwertanalyse und ähnliche methodische Verfahren zur Absicherung der Investitionsplanungen kommen selten regelmäßig zum Einsatz.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Ein Viertel der IT-Manager hat bei einer Marktstudie des Beratungsunternehmens Centracon zugegeben, dass sie die Komplexität von strategischen IT-Entscheidungen meistens nicht überblicken können und Risiko- und Erfolgsfaktoren deshalb auch nicht umfassend gegeneinander abwägen können. 39 Prozent der befragten Manager sind häufig unsicher bei ihrer Entscheidung und lediglich 37 Prozent sind zufrieden mit ihrer Entscheidung. Fast jeder zweite Manager verlässt sich auf seine Intuition, und die Faktoren abzuwägen. Nur bei 24 Prozent stehen weitgehend pragmatische Urteile im Vordergrund und das Bauchgefühl spielt in den Entscheidungsprozessen lediglich eine geringe Bedeutung.

IT-Nutzwertanalysen, in denen durch eine differenzierte Bewertung anhand messbarer Parameter und weiterer Faktoren alternative Vorgehensmodelle entwickelt werden können, kommen selten zum Einsatz, obwohl sie helfen könen, die Entscheidung zu objektivieren. Sie werden derzeit nur in jedem sechsten Fall regelmäßig verwendet, weitere 27 Prozent der Unternehmen greifen manchmal darauf zurück.

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„In den Planungen für strategische IT-Investitionen verbergen sich in der Regel sehr komplizierte Beziehungsverhältnisse von vielfältigen Erfolgs- und Risikofaktoren; gleichzeitig müssen die Investitionen am Kerngeschäft des Unternehmens ausgerichtet sein. Diese Komplexität bringt das menschliche Abstraktionsvermögen schnell an seine Grenzen“, beschreibt Heiko Naß, Management Consultant bei Centracon, die Grundproblematik in der Praxis.

Reduktion der Komplexität

Damit Entscheidungsprozesse praktikabel bleiben, entziehe man sich dieser Schwierigkeit häufig durch eine Beschränkung auf wenige messbare Parameter und die Fokusssierung auf eine bestimmte Sichtweise. Oftmals vermeiden es Manager, besonders bei Technologiethemen, die Entscheidungen mit den eigentlichen Unternehmenszielen abzugleichen. „Durch diese Vereinfachung entstehen jedoch sehr subjektiv geprägte Bewertungen, was zwangsläufig ein hohes Risiko einer Diskrepanz von Unternehmenszielen und IT-Architektur mit sich bringt“, verweist der Berater auf die Konsequenzen.

IT-Nutzwertanalysen erfassen in einer mehrdimensionalen Matrix quantifizierbare aber auch so genannte „weiche“ Faktoren wie beispielsweise Qualitätsaspekte, so dass sie einheitlich und vergleichbar bewertet werden können. Auf diese Weise lassen sich praxisgerechte Entscheidungsalternativen modellieren, weil bei der Analyse Parameter, Kenngrößen und Leistungsangaben in ihren realen Dimensionen verwendet werden. Durch eine gleichzeitig beliebige Kombinierbarkeit und individuelle Gewichtung der Bewertungskriterien steht damit ein flexibles Instrument zur Verfügung, das die Stärke-/Schwächeprofile der zur Diskussion stehenden Alternativen objektiv darstellt.

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