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Leistungswerte der Server beeinflussen das RZ-Gesamtkonzept Im Rechenzentrum gilt: small is beautiful

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

Mit der Rückbesinnung auf zentrale IT-Landschaften in der neuen Variante des Cloud Computing rücken auch wieder alle Themen rund um die richtige Ausstattung von Rechenzentren ins Blickfeld von Anbieter und Betreiber. Besonders bei Stromversorgung und Klimageräten wird meist kräftig nachgelegt, zu Recht?

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Für Rechenzentren und Server-Räume rechnet es sich, den tatsächlichen Energiebedarf des IT-Equipments genau zu erfassen. Nur dann lassen sich Kühlung und Klima adäquat dimensionieren.
Für Rechenzentren und Server-Räume rechnet es sich, den tatsächlichen Energiebedarf des IT-Equipments genau zu erfassen. Nur dann lassen sich Kühlung und Klima adäquat dimensionieren.
(Bild: Alphaspirit/Fotolia.com)

Ulrich Terrahe, Geschäftsführer der DC-CE RZ-Beratung GmbH und Mark Wilkens, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Berlin, FG IKM, haben die gängigen Zahlen für den Energiebedarf von Servern im Rechenzentren hinterfragt und helfen mit einem White Paper bei der Orientierung. Die Auslegung der Infrastruktur gilt es genau zu prüfen, denn dabei kann massiv gespart oder eben Geld vergeudet werden.

Richtiges Dimensionieren rechnet sich

Die beiden haben sich die Stromaufnahme der Server genauer angesehen, denn an der richten sich auch die anderen RZ-Komponenten aus. Wird hier zu großzügig geplant, fallen auch Batterien, Klimageräte, USV-Anlagen und Dieselgeneratoren zu groß aus.

Als Faustformel gilt, dass in einem Rechenzentrum mit guter Redundanz (n+1) für jedes Kilowatt zu viel 3000 bis 5000 Euro zusätzlich zu investieren sind. Rechnet man für einen Server-Raum mit fünf Racks eine Stromaufnahme von jeweils 10 Kilowatt pro Rack, die tatsächlich aber nur die Hälfte an Energie aufnehmen, dann würden 25 Kilowatt zu viel in die Berechnungen eingehen. Man würde also zwischen 75.000 und 125.000 Euro unnötig investieren.

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Eine zweite Variante der Fehleinschätzung vom Energiebedarf der Server führt dazu, dass Rechenzentren zu schnell an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen. Sie werden zu früh nicht mehr erweitert und sind so quasi unterdimensioniert.

Die tatsächlichen Werte zählen

Terrahe und Wilkens haben für die Empfehlungen eine Fülle an Material gesichtet in die Informationen von RZ-Betreibern ebenso eingingen wie Forschungsergebnisse der TU Berlin. Zusätzlich wurden die Messungen der unabhängigen Standard Performance Evaluation Corporation (SPEC) als Basiswerte herangezogen.

Für die Ermittlung der in einem Rechenzentrum anfallenden Server-Lasten dienen die Leistungsdaten der Server: „Hierbei unterscheidet man die Netzteilleistung, die Maximalleistung und die Leistung im Teillastbetrieb. Zur Gesamtlastermittlung des Rechenzentrums sollte auf keinen Fall die Netzleistung aller Server addiert werden“, raten die beiden Autoren. Diese führe zur teuren Überdimensionierung.

Für die tatsächlichen Leistungsdaten sollten die Betreiber eigentlich selbst Messungen des vorhandenen Equipments vornehmen. Als Richtlinien könnten aber, so Terrahe und Wilkens, die SPEC-Werte herangezogen werden, die für fast jeden Server einen Wert unter Volllast und Leerlauf ermittelt haben. Daraus und aus der Auswertung der anfallenden Werte über einen Drei-Jahreszeitraum errechneten sie Mittelwerte für drei verschiedene Auslastungsgrade (siehe Tabelle 1: Leistungswerte nach Auslastung).

Tabelle 1: Leistungswerte nach Auslastung: Die Berechnungen basieren auf SPEC- und tatsächliche Werte über einen Drei-Jahreszeitraum.
Tabelle 1: Leistungswerte nach Auslastung: Die Berechnungen basieren auf SPEC- und tatsächliche Werte über einen Drei-Jahreszeitraum.
(Quelle: Terrahe/Wilkens)
Die Autoren empfehlen für die Planung neuer Server-Räume in keinem Fall schlechter als diese Mittelwerte zu dimensionieren, denn die Energieeffizienz neuer Server steige von Generation zu Generation.

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