Es gibt ihn noch gar nicht, aber ... IBM hat seinen ersten 1.000-Qubit-Computer für den On-Premises-Einsatz verkauft

Redakteur: Ulrike Ostler

Der Zugang zu IBMs Quantensystemen ist bisher hauptsächlich Cloud-basiert. Doch die Cleveland Clinic wird den ersten privaten Quantencomputer vor Ort betreiben. „IBM Quantum System One“, soll im kommenden Jahr ausgeliefert werden und wird, laut IBM, zwischen 50 und 100 Qubits nutze. Ziel aber es, ein leistungsfähigeres Quantensystem mit mehr als 1.000 Qubits in der Klinik aufzustellen.

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Die Cleveland Clinic kauft den IBM-Quantencomputer „Quantum System One“, der in naher Zukunft mit 1000 Qubits rechnen können soll.
Die Cleveland Clinic kauft den IBM-Quantencomputer „Quantum System One“, der in naher Zukunft mit 1000 Qubits rechnen können soll.
(Bild: IBM)

Die Cleveland Clinic ist 100 Jahre alt, doch in Bezug auf IT und Forschung ist sie so up to date, wie man nur sein kann: Sie setzt um eine Partnerschaft mit IBM, die die Integration einer breiten Palette von fortschrittlicher Technologien in den Bereichen Quantencomputing, Künstliche Intelligenz und Cloud mit sich bringt.

Die auf zehn Jahre angelegte Partnerschaft mit IBM einen enormen Zuwachs an bringe einen enormen Zuwachs an Forschungskapazitäten und Leistung als Teil eines völlig neuen „Discovery Center“, das auf dem Campus der Klinik in Cleveland, Ohio, entstehen wird. Dieses wiederum soll dem Global Center for Pathogen Research & Human Health der Klinik dienen, das entwickelt wird, um die Forschung in Bereichen wie Genomik, Einzelzell-Transkriptomik, Bevölkerungsgesundheit, klinische Anwendungen und chemische und medikamentöse Forschung voranzutreiben, so die Klinik.

Der erste Quantencomputer „IBM Quantum System One“ in Europa liegt eine Kooperation des herstellers mit der Fraunhofer Gesellschaft zugrunde. Das System steht bei IBM in Stuttgart.
Der erste Quantencomputer „IBM Quantum System One“ in Europa liegt eine Kooperation des herstellers mit der Fraunhofer Gesellschaft zugrunde. Das System steht bei IBM in Stuttgart.
(Bild: IBM)

Wie Lara Jehi, Chief Research Information Officer an der Cleveland Clinic, angibt, könne die IT den Forschern derzeit nicht so viele Ressourcen zur Verfügung stellen, wie diese brauchten. Es dauere beispielsweise zulange, bis die riesigen Datenmengen ausgewertet werden könnten.

Die Roadmap steht

IBM beschreibt das Quantum System One als „das weltweit erste integrierte Quantencomputersystem“, das entwickelt wurde, um die Bedürfnisse von Kunden zu erfüllen, die ihr eigenes, exklusives System vor Ort besitzen möchten. Anfang bis Mitte 2022 wird IBM das System One der ersten Generation in der Cleveland Clinic einsetzen und es dort in die breitere Infrastruktur der Einrichtung integrieren.

Der Schutz der Qubits vor Störeinflüssen aus der Umgebung stand bei der Entwicklung von Anfang an an erster Stelle. Die empfindliche Instrumentierung wird in einem neun Fuß mal neun Fuß großen, luftdichten Gehäuse untergebracht, das aus einem halben Zoll dicken Borosilikatglas besteht, wobei der Kryostat, die Steuerelektronik und der Rahmen strukturell von den Kernkomponenten isoliert sind.

Eine riesiges Ding...

Bob Sorensen, der Senior Vice President of Research bei Hyperion Research, sagt, dass diese erste große geplante Installation eines IBM Quantum System One Systems in der Cleveland Clinic auch für IBM ist „ein riesiges Ding“. Er fügt hinzu: “Das ist eine ausgesprochen gute Sache“.

Einerseits werde IBM wahrscheinlich einige wichtige Erkenntnisse darüber gewinnen, was Anwender von einem solchen System wollen und brauchen. Und das könne dem Unternehmen bei der Quantenentwicklungs-, Design- und Produktstrategien nur helfen.

Außerdem könnte diese Entwicklung dazu beitragen, „eine breite Palette potenzieller Quantenanwender zu überzeugen, von denen viele bisher abwartend waren, dass der Quantensektor begonnen hat, sich von einer laborbasierten Forschungsanstrengung zu einer kommerziell nutzbaren zu entwickeln.“ Denn einige potenzielle Quantenanwender würden wahrscheinlich genau beobachten, welche Art von Forschungsfortschritten durch den Zugang zu einem 24/7-vor-Ort-Quantensystem im Vergleich zu einem Cloud-basierten Gegenstück ermöglicht werden.

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