Neu gedacht: Hosting von Daten und Anwendungen

Hyperscale oder Edge Computing? Die Mischung macht’s!

| Autor / Redakteur: Falk Weinreich* / Ulrike Ostler

Hyperscale oder doch lieber Computing im Edge? Oder beides? Was empfiehlt sich?
Hyperscale oder doch lieber Computing im Edge? Oder beides? Was empfiehlt sich? (Bild: gemeinfrei - Alexas_Fotos/Pixabay / CC0)

Der Weg in eine vollständig hybride Zukunft ist unvermeidlich. Organisationen und Rechenzentrumsanbieter müssen bereit sein, sich dem hybriden Wandel zu stellen: Hyperscale und Edge-Computing. Denn so wie bei vielem anderen zählt auch hier: Die Mischung macht’s. Und Warum?

Daten definieren die Welt, wie wir sie heute kennen. In der Zeit, in der Sie diesen Artikel lesen, werden bei Google über 14 Millionen Anfragen gestartet. Facebook-Nutzer verschicken 186 Millionen Nachrichten und insgesamt werden 16 Millionen Videos angesehen.

Sekunde für Sekunde entstehen durch das Internet-of-Things (IoT), Streaming-Dienste wie Netflix und Spotify sowie die massive Verbreitung mobiler Endgeräte stets neue Daten, die Rechenzentren haushalten müssen. Um dem explodierenden Datenbedarf gerecht zu werden, setzen große Player wie Amazon, Google, IBM und Microsoft auf Hyperscale-Umgebungen. Aber auch die produzierende Industrie erhöht ihre Flexibilität mit Hyperscale Computing.

Wettbewerbsvorteil durch Edge Computing

Beim Hyper-Scale-Ansatz dreht sich alles um High Density. Beim verteilten IT-Ansatz wie Edge Computing oder Mikro-Rechenzentren werden Anwendungen, Daten und Dienste vom zentralen Rechenzentrum zu den äußeren Rändern des Netzwerks verlagert. Dadurch lassen sich Inhalte um ein Vielfaches schneller und effektiver verarbeiten. So können Anbieter eine geringstmögliche Latenz erreichen.

Das ist gerade für Bereiche ideal, in denen Geschwindigkeit geschäftsentscheidend sein kann: Im Finanzmarkt beispielsweise ermöglicht Edge Computing Nutzern in Sekundenbruchteilen auf Entwicklungen an der Börse zu reagieren.

Auch für die Unterhaltungsindustrie bringt diese Technologie Vorteile: Bei einer Fußball-Live-Übertragung wollen Zuschauer bei einem Sieg nicht zuerst ihre Nachbarn jubeln hören, wenn der Spieler auf dem eigenen Gerät noch nicht mal auf das gegnerische Tor stürmt. Geschäftsprozesse von Consumer-Services, die Echtzeit-Informationen bieten, profitieren mitunter massiv vom dezentralisierten IT-Ansatz.

Viele Anwendungen bedürfen keiner Verarbeitung vor Ort, vielleicht aber die eine, die wettbewerbsentscheidend ist.
Viele Anwendungen bedürfen keiner Verarbeitung vor Ort, vielleicht aber die eine, die wettbewerbsentscheidend ist. (Bild: gemeinfrei - Ronile/Pixabay / CC0)

Latenzen und Bandbreiten entscheiden

Eine geringe Latenz ist auch für Connected-Car-Anbieter von großer Bedeutung. Experten gehen davon aus, dass autonome Fahrzeuge in Zukunft über vier Terabytes an Daten generieren werden – und das täglich. Hier kann schon eine Verbindungsunterbrechung von einem Sekundenbruchteil zu unvorhergesehenen Unfällen führen.

Virtual-Reality- und IoT-Produkte sind weitere typische latenzorientierte Services, die eine schnelle und flüssige Datenübertragung benötigen, um ideal zu funktionieren. Die Datenquellen in die Nähe der Nutzer zu stationieren, verdoppelt die Bereitstellungsrate von Diensten und Inhalten. Das sorgt für eine verbesserte Kundenzufriedenheit.

Darüber hinaus spricht die hohe Skalierbarkeit für das Edge Computing: Je nach Bedarf ist es möglich, einzelne Recheneinheiten jederzeit hinzuzufügen oder zu entfernen. Das vereinfacht die IT-Security. So lässt sich Malware schon am Rande des Netzwerks erkennen, abschotten und beseitigen, bevor sie auch nur in die Nähe der Serverfarm kommt.

Einstieg in die Hybridgeneration

Die Digitalisierung hat zu neuen Formen des Wettbewerbs und zur Veränderung des Lebensstils von Endverbrauchern geführt. Das stellt aber auch erhebliche Herausforderungen an die Ressourcen- und Datenverarbeitung.

Ein Unternehmen, das alle seine Dienste über Hyperscale und Edge Computing gleichzeitig bereitstellt, arbeitet weder kosteneffizient noch ist es wettbewerbsfähig. Dasselbe gilt für Firmen, die nur auf eine der beiden Technologien setzen.

Nicht jedes Gerät und nicht jeder Dienst ist auf eine geringe Latenz angewiesen. Das würde schnell zu Datenstaus und Verzögerungen in der Übertragung führen, was wiederum die User Experience verschlechtert und unzufriedene Kunden hinterlässt.

Die Rolle des Endgeräts

Für Unternehmen ist es deshalb sinnvoll, für jedes Gerät und jede Anwendung abzuwägen, wie schnell Daten abrufbar sein müssen. Ist das Produkt nicht Latenz-kritisch empfiehlt es sich, Inhalte in der Server-Farm zu hosten, zum Beispiel beim Abrechnungsprozess einer Amazon-Bestellung, bei einem Back-up- oder einem Storage-Dienst.

Der Kunde hat die Wahl: Selbermachen, im Edge hosten, in eine Hyperscale-Cloud geben, outsourcen, ganz oder gar nicht?
Der Kunde hat die Wahl: Selbermachen, im Edge hosten, in eine Hyperscale-Cloud geben, outsourcen, ganz oder gar nicht? (Bild: gemeinfrei - rawpixel/Pixabay / CC0)

Auf der anderen Seite stehen bestimmte Technologien, wie Drohnen, selbstfahrende Autos oder IoT-Geräte, die darauf angewiesen sind, Informationen in Sekundenbruchteilen zu verarbeiten. Hier sollten Unternehmen auf Edge Computing setzen, so dass die Anwendungen effektiv funktionieren und den Anforderungen des Nutzers gerecht werden.

IoT-Geräte werden in den kommenden Jahren immer mehr an Popularität gewinnen. Das hat zur Folge, dass täglich eine große Menge an Daten entsteht. Um sich dieser Datenwelle sicher gegenüberzustellen, müssen Unternehmen ihre verschiedenen Daten je nach Kontext in einer Edge- oder Hyperscale-Umgebung hosten. Nur so stellen sie sich dem Datenboom auch in Zukunft sicher gegenüber und erfüllen die hohen Kundenanforderungen.

* Falk Weinreich ist Senior Vice President Sales and Marketing bei Colt Data Centre Services.

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