High Performance Computing für KMUs – drei Tipps HPC-Ressourcen für kleine Unternehmen und Mittelständler

Redakteur: Ulrike Ostler

Die Ausstattung für High Performance Computing und Smart-Data-Technologien würden den Wettbewerb stärken, doch leider kostet sie auch einiges. Deswegen schrecken kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) davor zurück. Zudem fehlt zumeist das Know-how. Die Sicos BW GmbH, hat drei Tipps, wie auch sie solch aufwändige IT-Technik nutzen können.

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„Hawk“ lautet die Bezeichnung des Supercomputers am Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart. Auf diesen Cluster können auch kleine und mittelständische Unternehmen zugreifen.
„Hawk“ lautet die Bezeichnung des Supercomputers am Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart. Auf diesen Cluster können auch kleine und mittelständische Unternehmen zugreifen.
(Bild: HLRS)

Die Sicos BW GmbH hat sich Unter anderem zum Ziel gesetzt, die Einstiegshürden für KMUs zu senken. Das hat das Unternehmen in drei Tipps zusammengefasst:

1. HPC – Höchstleistungsrechner nutzen: Mit dem Supercomputer „Hawk“ steht auch KMU einer der performantesten Industrierechner der Welt zur Verfügung (siehe: Kasten). Das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) bietet laut Sicos dessen Rechnerkapazitäten zu attraktiven und rein nutzungsbasierten Preisen an. So können auch KMUs komplexe, mit einem sehr hohen Rechenaufwand verbundene Simulationen unkompliziert durchführen. Die entsprechenden Zeit- und Kostenersparnisse, von denen Großunternehmen schon lange profitieren, sind so auch für KMU realisierbar. Bei Bedarf berät Sicos BW kostenfrei zu den Einsatzmöglichkeiten von Simulation und Berechnung.

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Hawk gleitet auf die Plätze 16 und 18

Die aktuelle Ausgabe der Top500-Liste der Supercomputer führt den am HLRS installierten Höchstleistungsrechner „Hawk“ als einen der schnellsten nichtbeschleunigten Höchstleistungsrechner der Welt. Grundlage ist der HPCG-Benchmark (High-Performance Conjugate Gradient). Mit einer Leistung von 334,65 TeraFlops pro Sekunde (mehr als 334 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde) belegt Hawk den 18. Platz auf der weltweiten HPCG-Liste und ist damit der schnellste europäische Supercomputer, der auf einer rein CPU-basierten Architektur aufgebaut ist.

Dem HPCG-Benchmark wird seit Jahren vermehrt Aufmerksamkeit gewidmet, da er das HPC-System unter realen Anwendungsbedingungen testet. Das Ergebnis, der HPCG-Wert, basiert auf den Resultaten eines standardisierten Satzes von wissenschaftlichen und technologischen Aufgaben, die für die Leistung von HPC-Systemen typisch sind.

HLRS-Direktor Professor Michael Resch sagt: „Für uns hat der HPCG-Benchmark […] weitaus höhere Bedeutung, weil er nutzertypische Berechnungen am besten widerspiegelt. Damit ist er ein präziser Indikator für die Art der Systemleistung, die unsere Anwender erwarten können. CPUs sind die treibenden Kräfte für Simulationen im Computational Engineering sowie den angewandten Wissenschaften und bilden seit langem den Kern unserer Systeme. Wir freuen uns mit den neuen HPCG-Ergebnissen zu bestätigen, dass wir weiterhin unsere führende Position auf diesem Gebiet halten“.

Ein HPE-System als Grundlage

TOP500-Liste veröffentlicht die schnellsten Supercomputer der Welt aufgrund der unter dem Standard-HPL-Benchmark-Test (High-Performance LINPACK Benchmark) erzielten Ergebnisse, einem Benchmark, der die Geschwindigkeit bewertet, mit der ein Supercomputer ein komplexes System linearer Gleichungen löst. Hawk erreichte eine maximale LINPACK-Leistung von 19,3 PetaFlops und debütierte auf Platz 16 der gesamten Top500-Liste.

Hawk basiert auf dem System „Apollo 9000“ von Hewlett Packard Enterprise und wurde Anfang dieses Jahres am HLRS installiert. Seine theoretische Spitzenleistung - eine mathematische Berechnung auf der Grundlage der Anzahl der Prozessoren und der Geschwindigkeit jedes einzelnen Prozessors - liegt bei etwa 26 PetaFlops.

Zusätzlich zum Hawk betreibt das HLRS auch weitere HPC-Systeme, die mit Grafikbeschleuniger (GPUs) ausgestattet sind. Diese können nicht nur bestimmte Arten von Simulationen unterstützen, sondern auch HPC-Anwendungen für maschinelles Lernen, Hochleistungs-Datenanalyse und künstliche Intelligenz.

2. Smart Data – eine Potentialanalyse durchführen: Datenanalysen jeder Art sind gefragter denn je. Mit geeigneten Analyse-Tools lassen sich prägnante Vorhersagen treffen – Stichwort Predictive Maintenance – oder das Konsumentenverhalten verstehen.

Die Herausforderung für KMUs: Ob, wann und wie sich Big/Smart Data Technologien für sie lohnen, können sie intern oft nur schwer beurteilen. Die kostenfreie Potentialanalyse des Smart Data Solutions Centers Baden-Württemberg (SDSC-BW) bietet KMU einen ersten Einblick in die Welt der Datenanalyse. Im Kontext ihrer eigenen Daten können sie anschließend einschätzen, wie sich Big und Smart Data im eigenen Unternehmen einsetzen lassen.

3. Zukunftstechnologien – die eigenen Mitarbeiter schulen: Wissen ist Trumpf. Maßgeschneiderte Weiterbildungsangebote für KMUs helfen, internes Know-how im Bereich der Zukunftstechnologien aufzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens damit nachhaltig zu sichern. Die Supercomputing-Akademie, das Projekt „Data Literacy und Data Science für den Mittelstand“ sowie „Digital Mountains“ sind drei Beispiele für erfolgreiche KMU-Weiterbildungsprogramme. Die Lerninhalte sind KMU-gerecht ausgewählt und aufbereitet, die Formate (zunehmend Online-Formate) teilnehmerfreundlich konzipiert.

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