Forschen mit und für Quantencomputer Forschungsgemeinschaft nutzt das Quantencomputing von D-Wave

Redakteur: Ulrike Ostler

Cineca, ein italienische interuniversitäres Konsortium und ein Supercomputing-Zentrum hat sich erneut Quantencomputer-Hersteller D-Wave Systems Inc. als Partner gewählt. Die Zusammenarbeit soll italienischen Universitäten, Forschern und Entwicklern einen Zugang zu praktischen Quantencomputing-Technologien und -Ressourcen sichern. Dafür bietet D-Wave „Leap“, einen Quantum Cloud Service.

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Mit mehr als 5.000 Qubits bietet das D-Wave-System „Advantage“ mehr als das Doppelte der Qubit-Anzahl des Vorgängers „D-Wave 2000Q“.
Mit mehr als 5.000 Qubits bietet das D-Wave-System „Advantage“ mehr als das Doppelte der Qubit-Anzahl des Vorgängers „D-Wave 2000Q“.
(Bild: D-Wave)

Cineca setzt sich aus 69 italienischen Universitäten, 25 nationalen Forschungseinrichtungen, dem Bildungsministerium und dem Ministerium für Universitäten und Forschung zusammen. Die geschlossene Vereinbarung mit D-Wave sichert einen bevorzugten Zugang zu dem hybriden Quantencomputersystem von D-Wave. Dieses rechnet sowohl auf der Basis von Quantentechnik als auch auf Basis klassischer Algorithmen.

Die wissenschaftliche Gemeinschaft erhält somit die Möglichkeit, die Quantenausbildung, und -forschung voranzutreiben und gleichzeitig reale Quantencomputing-Anwendungen zu entwickeln. Dies wiederum soll der gesamten öffentlichen Verwaltung und dem Ökosystem der Privatwirtschaft zugute kommen. Universitätsmitglieder von Cineca, wie die Polytechnische Universität Mailand, haben bereits ihr Interesse an der Nutzung geäußert, um die Wiederverwendung und Entwicklung von Medikamenten, die Reaktion auf Naturkatastrophen und die Hilfeleistung sowie die Herausforderungen der Nachhaltigkeit, zum Beispiel die Dekarbonisierung und Energie-Erzeugung, zu erforschen.

Am 31. März haben D-Wave und Cineca ein gemeinsames Webinar veranstaltet, in dem sie die Arbeit von Cinaca an molekularem Docking für die Medikamentenentwicklung unter Verwendung von D-Waves Quantensystem vorgestellt haben.

Die Unternehmensberatung Roland Berger hat in ihrer Studie „Quantencomputer | Wann kommt der Durchbruch?“ (DataCneter-Insider berichtete) die grundsätzlichen Technologie-Unterschiede von Quantencomutern in eine Tabelle gefasst und Herstellern zugeordnet.
Die Unternehmensberatung Roland Berger hat in ihrer Studie „Quantencomputer | Wann kommt der Durchbruch?“ (DataCneter-Insider berichtete) die grundsätzlichen Technologie-Unterschiede von Quantencomutern in eine Tabelle gefasst und Herstellern zugeordnet.
(Bild: Roland Berger)

Der Zugang zu dem D-Wave-Quantensystem „Advantage“ umfasst außerem:

  • Eine aktualisierte Topologie: Die Topologie in Advantage macht es laut D-Wave zum am meisten vernetzten aller kommerziellen Quantensysteme der Welt; denn es erlaubt, dass sich jedes Qubit mit 15 anderen Qubits verbinden, was die Einbettung größerer, komplexerer Probleme ermöglicht.
  • Erhöhte Qubit-Anzahl: Advantage umfasst mehr als 5.000 Qubits. Diese in Verbindung mit der Konnektivität bieten Quantenprogrammierern Zugang zu einem relativ leistungsfähigen Graphen für den Aufbau kommerzieller Quantenanwendungen.
  • Leistung und Problemgröße: Mit der Fähigkeit, Probleme mit bis zu 1 Million Variablen zu lösen, ermöglicht es, große, geschäftskritische Probleme auszuführen, die Komplexität zu erweitern und die Größe der Probleme, die direkt auf der Quantenverarbeitungseinheit (QPU) ausgeführt werden können, mehr als zu verdoppeln – im Vergleich zu den Möglichkeiten des Vorgängersystems.
  • Hybride Software und Tools in Leap: Der hybride „Solver“-Service, neue Solver-Klassen, Benutzerfreundlichkeit, Automatisierung und neue Tools bieten eine hybride schnelle Entwicklungsumgebung in Python für Probleme im Unternehmensmaßstab.

Daniel Ley, SVP Global Sales, D-Wave, erläutert: „Wir haben eine langjährige Beziehung mit dem Pionier-Team von Cineca, das eines der ersten Non-Profit-Konsortien war, das Quantencomputing mit uns erforschte.“ Denn um Quantencomputing in die Welt zu bringen, brauche es mehr als nur Anbieter. „Wir müssen weiterhin ein robustes Ökosystem aus Entwicklern und Forschern, innovativen wissenschaftlichen Einrichtungen, führenden akademischen Organisationen und zukunftsorientierten Unternehmen aufbauen, die zusammenarbeiten.“

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