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Eine kleine Evolutionsgeschichte der Malware

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Nach dem Jahrtausendwechsel: Social Engineering und Slammer

In den frühen Jahren des neuen Jahrtausends machten sich besonders aggressive Social-Engineering-Strategien breit. Der „I Love You“-Wurm - auch als „Love Letter“ bezeichnet - ist wohl eines der bekanntesten Beispiele. Der Wurm richtete mehr Schaden an als jemals ein Schädling zuvor. Bereits 15 Minuten nach der Erstinfektion waren Millionen von Computern weltweit ebenfalls infiziert.

Im selben Jahr tritt sogar eine Malware auf, die sich - wie beispielsweise der „Pikachu“-Virus - explizit an Kinder richtet. Das Thema Computer-Infektion erlangte weltweit so große Bedeutung, dass sich die Behörden genötigt sahen, erstmals gegen Cyber-Kriminelle vorzugehen und gerichtlich Strafen wie gegen Jan de Wit im Februar des Jahres 2001 zu verhängen.

De Wit hatte den Code zum ebenfalls berüchtigten „Anna-Kournikova“-Wurm geschrieben. Dieser nutzte die Bekanntheit, der damals erst 19-jährigen Ausnahme-Tennisspielerin. Die zugehörige, massenhaft versendete E-Mail enthielt angeblich ein Foto der Star-Sportlerin. Jan de Wit wurde schlussendlich zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Bei einem geschätzten Schaden von 166.000 Dollar...

2003 konnte dann die Internet-Gemeinde endgültig nicht mehr die Augen davor verschließen, dass Computerviren gekommen waren um zu bleiben. Das Jahr, in dem der SQL-Slammer sein Debut feierte. Solche Slammer nutzen Schwachstellen in der „Microsoft SQL“-Datenbank aus, um das System zu infizieren und sich weiter zu verbreiten. Innerhalb von 15 Minuten war es dem Slammer über eine nicht intendierte Denial-of-Service-Attacke gegen zahlreiche Hosts gelungen, praktisch das komplette Internet in die Knie zu zwingen.

Konkurrenz belebt das Geschäft? Spam, MyDoom, Botnets

Mitte der 2000er gab es sage und schreibe weltweit über eine Million Würmer, die im Internet kursierten. Das führte zu einem Konkurrenzkampf zwischen den Malware-Autoren und den verschiedenen Malware-Familien untereinander. Spam via E-Mail war ein großes Geschäft geworden, mit dem Malware-Autoren gutes Geld verdienten. Sie brachten riesige Mengen unerwünschter E-Mails, den sogenannten „Spam“ auf den Weg.

Aufgrund der enormen Menge an verschickten Nachrichten reicht schon ein minimaler Prozentsatz an Käufern oder Anwendern, die auf den enthaltenen Link klicken, um ein einträgliches Verdienstmodell zu etablieren. Es existierten einige zentrale Bot-Netze, deren Zweck in nichts anderem bestand als Tonnen von unerwünschten E-Mails in die Posteingänge der Empfänger zu befördern. Solche Botnets waren dafür verantwortlich, dass sich Malware wie „MyDoom“ und „Bagle“ überhaupt massenhaft verbreiten und das komplette Internet durchsuchen konnten.

Aber es gab noch ein Problem: Inzwischen befanden sich derart viele Malware-Varianten im Umlauf, dass ein und derselbe Rechner nicht selten gleichzeitig von unterschiedlichen Viren angegriffen wurde. Die Viren ringen um die Kontrolle über den Host, was dazu führt, dass die betroffenen Systeme nur noch mit gedrosselter Leistung arbeiten.

Das hatte dann einen quasi paradoxen Effekt. Denn der betreffende Rechner war weder für den legitimen Anwender noch für den Urheber des Virus nutzbar. Von dieser Situation hatte also keiner etwas.

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