Was können Großrechner-Werkzeuge von Drittanbietern?

Die wichtigsten Mainframe-Tools

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CA Technologies: Linux-Workloads auf System z Mainframes kostensparend ausführen

Linux-Workloads auf dem Mainframe nehmen an Popularität zu, insbesondere, da sie bestehende Altlasten-Workloads gut ergänzen können. Linux-Anwendungen in VMs auf dem Mainframe können mit z/OS kommunizieren, etwa um DB2- oder CICS-Transaktionen auszulösen. Dabei erweist sich der Einsatz von Linux-VMs direkt auf dem Mainframe aus mehreren Gründen als vorteilhaft.

Zusätzlich zu den Vorteilen von Hochverfügbarkeit der VMs hat dieses Szenario noch einen weiteren relevanten Pluspunkt: Da die Daten den Mainframe niemals verlassen müssen, ist die sonst unvermeidliche Latenz praktisch nicht existent.

CA Technologies unterstützt mit seinen Tools den Einsatz von Linux auf IBM-Großrechnern.
CA Technologies unterstützt mit seinen Tools den Einsatz von Linux auf IBM-Großrechnern.
(Bold: CA Technologies)

CA Technologies hat die wachsende Bedeutung von Linux auf dem Mainframe und die Komplexitäten der Verwaltung virtueller Maschinen erkannt. Mit dem „CA VM:Manager Suite für Linux auf System z“ erhalten Mainframe-Administratoren eine integrierte Lösung zur Verwaltung von Linux-VMs auf IFL-Prozessoren auf IBMs System z-Mainframes. Sowohl Suse als auch Red Hat haben spezialisierte Distributionen für eben diese Aufgabe bereitgestellt.

IFL und Massenspeicher

Dank Linux-VMs gelingt so eine bessere Auslastung des Mainframes zu einem Bruchteil der üblichen Kosten. Denn im Vergleich zu IBMs Allzweckprozessoren schlägt die Rechenzeit der IFL-Spezialprozessoren mit recht symbolischen MIPS-Gebühren zu Buche. Wenn man beachtet, dass in den meisten System z-Mainframes ein oder mehrere IFLs bereits verbaut sind und in vielen Fällen einfach brach liegen, sieht der Einsatz von Linux zunehmend verlockend aus.

Auch die Lizenzkosten von Linux-Anwendungen fallen da kaum ins Gewicht, nur mit den von IBM mitgelieferten Tools kommt man da nicht allzu weit. Diese Nische adressiert erfolgreich CA Technologies mit Lösungen wie der CA VM:Manager Suite für Linux auf System z und „CA Applogic für System z“ zum Aufsetzen virtueller Linux-Applicances samt umgebender Infrastruktur, wie Lastverteiler und Firewalls, auf einem IBM z Enterprise Server.

Eine weiter gehende Einführung in die Amazon Web Services (AWS) finden Sie in dem Buch „Schnelleinstieg in AWS: Amazon Web Services auf den Punkt gebracht. EC2-Administration im Schnellverfahren“ (erschienen unter der ISBN-Nummer 978-99959-44-025).
Eine weiter gehende Einführung in die Amazon Web Services (AWS) finden Sie in dem Buch „Schnelleinstieg in AWS: Amazon Web Services auf den Punkt gebracht. EC2-Administration im Schnellverfahren“ (erschienen unter der ISBN-Nummer 978-99959-44-025).
(Bild: Amazon)

Um die Kosten des Massenspeichers eines Mainframes (einschließlich VM-Backups) zu reduzieren, hat CA das Werkzeug „CA Cloud Storage für System z“ entwickelt. Das Tool ermöglicht die Anbindung des Mainframe an die AWS-Dienste des Cloud-Marktführers Amazon.

Mainframe-Applikationen auf LUW-Systeme verlagern

Ein weiterer Ansatz zur Kostensenkung beinhaltet die (Teil-)Verlagerung von Mainframe-Applikationen auf LUW-Systeme (Linux/Unix/Windows außerhalb des Mainframes). Diesen Weg hat unter anderem BMW eingeschlagen, ehemals ein Benutzer von Unisys-Mainframes, und bereits vor vier Jahren mit Erfolg abgeschlossen.

In Zusammenarbeit mit Micro Focus, einem britischen Anbieter von Mainframe-Lösungen, und der Beratungsfirma MSG Gillardon aus dem Baden-Württembergischen Bretten wurden insgesamt 900 Cobol-Programme, 75 Cobol-Unterprogramme, 330 Masken und 1.770 Batch-Jobs vom Altlasten-Unisys-Mainframe umgestellt. BMWs modernisierte Applikation läuft seither auf virtuellen Servern (unter Wartung von IBM) im Rechenzentrum der BMW AG und realisiert jährlich erhebliche Kostenersparnisse gegenüber dem ursprünglichen Host-System.

Unisys hat inzwischen CMOS-Prozessoren in der „Libra“-Produktlinie von „Clearpath“-Mainframes zugunsten der x86-Architektur aufgegeben; die Umstellung bei Dorado wird bis Ende 2015 vollzogen. Die neuen Systeme unterstützen neben Altlasten-Anwendungen für die Mainframe-Betriebssysteme „OS 2200“ und „MCP“ (in einer CMOS-Emulation auf Xeon-Chips) erstmals nativ Windows- und Linux-Software.

Mit dem Toolset „Host Compatibility-Option für SQL Server“ (HCOSS) ließen sich neuerdings DB2-Datenbanken und -Anwendungen auch auf SQL-Server-Plattformen migrieren. Für Anwender der Mainframes eröffnet sich damit die Möglichkeit einer sanften Migration von Altlasten-Anwendungen. Laut Anbietern wie Micro Focus erfreut sich gerade Unix/Linux auf x86-Systemen in Deutschland einer ganz großen Beliebtheit als Zielplattform einer Migration vom Mainframe ins Datencenter.

Nützliche Links

Das Autoren-Duo

Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska arbeiten für die Soft1T S.a r.l. Beratungsgesellschaft mbH McKinley Denali Inc. (USA).

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