Risikofaktor, lohnendes Investment und anerkannte Währung

Citrix veröffentlicht Studie über Bitcoins in deutschen Unternehmen

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die Unternehmen äußern zahlreiche Befürchtungen, soch die Akzeptanz von Kryptowährungen, insbesondere von Bitcoin als Währung, steigt.
Die Unternehmen äußern zahlreiche Befürchtungen, soch die Akzeptanz von Kryptowährungen, insbesondere von Bitcoin als Währung, steigt. (Bild: Citrix)

Über die Hälfte der Bitcoin-Depots wird angegriffen, fand Virtualisierungs-Experte Citrix in einer Studie heraus. Doch auch das zeichnet sich ab: Die Unternehmen fahren mit Kryptowährung dennoch Gewinne ein und nutzen sie vermehrt als Zahlungsmittel.

Die Zahl der Unternehmen, die Kryptowährung für den Fall einer erpresserischen Ransomware-Attacke bereithalten, ist in den vergangenen sechs Monaten um fast 20 Prozent zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage, die Citrix unter 500 IT-Entscheidern in deutschen Unternehmen ab 250 Mitarbeitern durchführen ließ. Nur die Hälfte der Befragten hortet demzufolge digitales Lösegeld; im August 2017 waren es 62 Prozent.

Die bevorzugte Währung ist zu 96 Prozent Bitcoin. Im Vergleich zum August des Vorjahres liegt der angelegte Vorrat im Schnitt höher: 27 Bitcoins statt 24.

Die Akzeptanz von Bitcoin als Zahlungsmittel steigt auch in Deutschland. Nach einer Citrix-Umfrage unter deutschen Unternehmen beabsichtigen gar 49 Prozent der Befragten, künftig ihre Mitarbeiter damit zu bezahlen.
Die Akzeptanz von Bitcoin als Zahlungsmittel steigt auch in Deutschland. Nach einer Citrix-Umfrage unter deutschen Unternehmen beabsichtigen gar 49 Prozent der Befragten, künftig ihre Mitarbeiter damit zu bezahlen. (Bild: Citrix)

Einer der Gründe für den Rückgang: Der Schatz lockt auch Diebe an. So gaben 51 Prozent der Unternehmen unabhängig von ihrer Größe an, dass ihr Bitcoin-Bestand bereits Ziel von Angriffen wurde. Dirk Pfefferle, Area Vice President Central Europe und Geschäftsführer von Citrix Systems, sagt: „Viele Unternehmen sind im Umgang mit digitalen Währungen noch unsicher. Sie fürchten, Cyber-Angreifer anzuziehen und kämpfen teilweise mit fehlenden Vorgaben im Unternehmen. So verwundert es nicht, dass weniger Unternehmen Bitcoin als Lösegeldtopf horten als noch vor einem halben Jahr – zumal viele ohnehin davon ausgehen, dass ihre Infrastrukturen und IT-Sicherheit stark genug sind, um erpresserischen Attacken zu trotzen.“

Andererseits konnten mehr als die Hälfte, 55 Prozent der Studienteilnehmer dank des Wertzuwachses Gewinne durch den Verkauf von Bitcoins verbuchen.

Einsatzspektrum erweitert sich trotz Vorbehalten

Doch es gibt auch noch andere Befürchtungen. Gerade die Preisexplosion der Bitcoin in den vergangenen Monaten rief Cyber-Diebe auf den Plan und schürte zugleich die Befürchtung, die Blase könnte platzen. Angst vor einem Währungs-Crash haben 38 Prozent der Befragten, schwankende Preise fürchten 37 Prozent und 31 Prozent der Studienteilnehmer hält die Furcht vor Kriminellen davon ab, aktuell überhaupt digitale Währungen zu horten.

Dass Kryptowährungen auch Chancen eröffnen, scheint in einigen Unternehmen zudem noch nicht in vollem Umfang angekommen zu sein. So gaben 28 Prozent der Befragten an, dass kein Budget dafür vorhanden sei, Bitcoins zu horten. Knapp ein Viertel 24 Prozent, machte fehlende Policies für ihre Zurückhaltung in dem Bereich verantwortlich.

Zudem zeichnet sich ab, dass Unternehmen die Kryptowährung vermehrt auch als Zahlungsmittel nutzen. Mit Hilfe geeigneter Sicherheitsstrategien dürfte diesen Trend sich künftig verstärken. 38 Prozent wollen damit ihren Provider bezahlen, 37 Prozent Handel betreiben, 29 Prozent ihre Mitarbeiter entlohnen und 28 Prozent benötigen sie, um damit Smart Contracts zu nutzen.

Gerade kleine Unternehmen sehen praktische Vorteile in einer digitalen Währung. Jeweils rund die Hälfte, 51 Prozent, von ihnen planen, damit Provider und 49 Prozent ihre Mitarbeiter zu bezahlen.

Sicherheitsstrategien zielen auf Balance

Angesichts der sprunghaften Wertzuwächse geben nur fünf Prozent der befragten Unternehmen an, bislang keine Schritte unternommen zu haben, um ihre Bitcoin-Reserven besser zu schützen, doch auch sie denken zumindest darüber nach. Die anderen wählen für die Sicherung vor allem Backups, 59 Prozent, multiple Wallets, 36 Prozent, gehärtete/dedizierte Computer, 30 Prozent, Cold Storage im Offline-Modus, 29 Prozent, das Vier-Augen-Prinzip („Dual Control“, 27 Prozent) oder spezifische Audit-Prozesse , 21 Prozent. Zudem beugen schon heute viele Unternehmen möglichen Kursverlusten vor, indem sie unterschiedliche Kryptowährungen kaufen – neben Bitcoin vor allem Litecoin, 47 Prozent, Ethereum, 37 Prozent, Ripple 34 Prozent, Dash, 29 Prozent und Ethereum Classic 24 Prozent.

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