Digitalisierung erfordert gemeinsame Schnittstellen und Standards

Bundesverband Deutscher Apothekenrechenzentren gegründet

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Ludger Schmitz

Vor allem das elektronische Rezept wird die Digitalisierung bei Apotheken vorantreiben.
Vor allem das elektronische Rezept wird die Digitalisierung bei Apotheken vorantreiben. (Bild: gemeinfrei, jarmoluk, Pixabay / CC0)

In der vergangenen Woche hat sich in Berlin der VDARZ - Bundesverband Deutscher Apothekenrechenzentren konstituiert. Die Gründungsversammlung wählte Werner Dick zum Vorstandsvorsitzenden; weitere Vorstandsmitglieder sind Uwe Ennen und Thomas Haubold.

Gründungsmitglieder der VDARZ sind die Apotheken- und Ärzte- Abrechnungszentrum Dr. Güldener GmbH, ARZ Darmstadt GmbH, Apothekenrechenzentrum Wünsch GmbH, ARZ Service GmbH, AVC Dick GmbH & Co KG, AVN Apotheken-Verrechnungsstelle Dr. Carl Carstens GmbH & Co KG, Digitales Rezept Zentrum GmbH, HSB Schrader, Norddeutsches-Apotheken-Rechenzentrum e.V., Rechenzentrum für Apotheken Hildegard Schröter GmbH und das Rechenzentrum für Berliner Apotheken Stein & Reichwald GmbH.

Digitalisierung als Gründungsmotiv

Die Gründung eines gemeinsamen Verbands der Apothekenrechenzentren sei durch die voranschreitende Digitalisierung notwendig geworden. Sie bedeute für Apotheken, ihre Warenwirtschaftssystemanbieter und ihre Apothekenrechenzentren gleichermaßen große Herausforderungen. Um diese zu meistern, sind gemeinsame Schnittstellen und technische Standards zwischen Warenwirtschaftssystemen und Apothekenrechenzentren unbedingt nötig – und der VDARZ soll dafür sorgen. Zudem will VDARZ die Interessen der Rechenzentren unter anderem gegenüber dem Gesetzgeber und den Standesorganisationen der Apotheker vertreten.

Immerhin: In Deutschland werden ärztliche Verordnungen innerhalb von Krankenhäusern bereits elektronisch verarbeitet. „Für mehr Effizienz, die wir im Gesundheitswesen dringend benötigen, wird es höchste Zeit, dass die elektronischen Verordnungsmöglichkeiten auch im ambulanten Bereich eingeführt werden“, so Christian Buse, Apotheker und Vorstand des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken (BVDVA).

Das elektronische Rezept wird Folgen haben

Hintergrund: In der Regel machen Apotheken durch die Rezeptabrechnung mit den Krankenkassen am meisten Umsatz, sie gehört zu den wichtigsten Dienstleitungen in diesem Bereich. Das ist gar nicht so trivial, unter anderem müssen Fristen eingehalten und Formalitäten beachtet werden. Nach Angaben der am VDARZ beteiligten Rechenzentren sind die Anforderungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Einführung des elektronischen Rezepts verschärfe die Situation.

Dabei wird es höchste Zeit: Deutschland hinkt der Entwicklung deutlich hinterher – zwölf europäische Länder stellen aktuell Rezepte digital aus. „Von dem elektronischen Rezept profitieren vor allem die Patienten“, meint Buse. „Die Patienten könnten bereits beim Arzt ihre Apotheke wählen. Die Arznei läge bei Abholung beim Apotheker bereit oder wird zugesendet. Das elektronische Rezept erleichtert aber auch die Administration bei Arzt und Apotheker.“

VDARZ unterstützt Apotheken

„Während die Softwarehäuser über eine sehr gut funktionierende Arbeitsebene mit dem ADAS - Bundesverband Deutscher Apothekensoftwarehäuser e. V. verfügen, gab es bei den Apothekenrechenzentren bisher keine einheitliche Arbeits- und Abstimmungsgrundlage“, erläutert der VDARZ-Vorsitzende Dick. „Daher ist die Gründung des VDARZ ein logischer Schritt, damit gemeinsame Interessen vertreten und somit die Rolle der lokalen Apotheke in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung gestärkt werden kann.“

Der VDARZ ist offen für neue Mitglieder. Ordentliches Mitglied des Verbands kann jedes Apothekenrechenzentrum werden, das im Auftrag von deutschen Apotheken Rezepte abrechnet. Allerdings sind nicht alle relevanten Rechenzentren dem VDARZ gegenüber aufgeschlossen: Laut Deutscher Apotheker Zeitung will sich die VSA, nach eigenen Angaben das größte Rechenzentrum für Apothekenabrechnungen, nicht beteiligen. Deren Sprecher Carlos Thees erklärte, so die Apotheker Zeitung, „dass die VSA keinen Vorteil in dem Verband sehe und auch nicht plane, später beizutreten“.

* Dietmar Müller ist freiberuflicher Journalist in Abensberg.

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Sehr geehrter Herr Dr.Müller, als Patient intersiere ich mich, was mit meinen Rezeptdaten in den...  lesen
posted am 15.06.2018 um 22:21 von Unregistriert


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