Konventionelle Server-Betriebssysteme versagen

Zeit wird's: Die neuen Betriebssysteme für Rechenzentren

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MaaS von Canonical

Canonical, korporativer Förderer der Linux-Distribution „Ubuntu“, hat mit MaaS (Metal as a Service) eine neuartige Lösung zur Verwaltung physikalischer Hardware im Datencenter geschaffen. MaaS unterstützt dynamische Provisionierung von Hardware für skalierbare Applikationen unter Verwendung der Orchestrierungssoftware „Juju“ von Canonical. MaaS beherrscht die Konfiguration von „IPMI“ (Intelligent Platform Management Interface), DHCP, DNS, PXE (Pre-Execution Environment). Wie schon der Name selbst andeutet erfordert MaaS keine Virtualisierung; der Anwender kann eigene Clouds im Datencenter auf blankem Metall (raw metal) aufsetzen.

MaaS installiert sich von dem Paketarchiv von Canonical direkt auf dem Ubuntu-Hostbetriebssysteme. Ein grafisches Web-basiertes administratives Interface und kommandozeilenbasierte Tools runden den Leistungsumfang ab.

Nach der erstmaligen Installation fängt Canonical MaaS eine PXE-Boot-Anfrage ab, um ein temporäres System von einem ephemeren Start-Volume zu booten, welches dann eine Bestandsaufnahme über die vorhandene Hardware durchführt, zurück an MaaS berichtet und wieder herunter fährt (alternativ lässt sich die Anmeldung auch manuell durchführen).

Der Administrator kann jetzt auf so erfasster Hardware die Installation eines der unterstützten Betriebssysteme durch MaaS veranlassen. In Frage kommen neben beliebigen Versionen von Ubuntu unter anderem CentOS, Suse und sogar Windows (siehe: Canonical Landscape)

Wurde das gewünschte System erst einmal eingerichtet, richtet Juju die benötigten Applikationen und Dienste, zum Beispiel Hadoop, oder auch eine ganze Cloud-Plattform wie OpenStack ein. So bekommen einzelne Workloads - auch beim Ausfall von Hardware - die benötigten MaaS-Ressourcen (neu) zugewiesen.

Zusammen mit Micrsosoft setzte Canonical in diesem Jahr das erste vollständig automatisierte Deployment von OCP auf.
Zusammen mit Micrsosoft setzte Canonical in diesem Jahr das erste vollständig automatisierte Deployment von OCP auf.
(Bild: OCP)

Im Übrigen setzte Canonical das erste vollständig automatisierte Deployment von OCP (Open Compute Project) in Zusammenarbeit mit Microsoft im März 2015 auf.

Core OS

Core OS, eine leichtgewichtige Linux-Distribution mit Fähigkeiten zur containerisierten Anwendungsvirtualisierung für den Betrieb von Hunderttausenden an Servern auf purer Hardware und in Public Clouds (darunter Amazon AWS, Google Cloud Platform und Rackspace) positioniert sich als ein „Linux für massive Server-Deployments“ und wagt sich neuerdings in die Arena der Betriebssysteme für Rechenzentren hervor. Mit dem kommerziellen Angebot „Tectonic“ liefert Core OS eine eigene Distribution von Google Kubernetes zur verteilten Verwaltung von Containern.

Core OS kann individuelle Server in Cluster aggregieren; der Cluster-Manager entscheidet dann, wo welche Dienste ausgeführt werden. CoreOS nutzt zur Systempflege eigene Tools wie „Fast Patch“ und „Core Update“.

So lassen sich einzelne Server wie auch Cluster und ganze Datacenter auf einmal aktualisieren. Core OS ist allerdings Linux-zentrisch und macht lediglich die ersten Schritte auf dem Weg zu einem Datencenter-Betriebssystem.

*Die Autoren

Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska arbeiten bei der Soft1T S.a r.l. Beratungsgesellschaft mbH, McKinley Denali Inc. (USA).

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