Intel schickt sich an, verlorenes Terrain gut zu machen: In New York kündigt der Chipgigant die lange erwarteten AI-enableten Chipserien Intel Xeon 4 Core Ultra und Intel Xeon 5 an.
Mit einer weltweiten Telco feierte Intel die lange erwartete Ankündigung seiner Prozessorserien Xeon 4 Core Ultra und Xeon 5.
(Bild: Intel/Rüdiger)
Mit großem Theaterdonner gab Intel kurz vor Weihnachten in einer internationalen Telco unter dem Titel „AI Everywhere“ dringend erwartete Neuigkeiten bekannt. Auf dem Dach eines New Yorker Wolkenkratzers verkündete CEO Pat Gelsinger Intels „größte Ankündigung des Jahres“, sprich: die für AI-Anwendungen vorbereiteten Chipserien Intel Xeon 4 Core Ultra und Intel Xeon 5.
25% der Wirtschaft seien schon heute auf Silizium aufgebaut, betone Gelsinger. Der Trend gehe in Richtung ein Drittel. AI werde die nächste Wachstumswelle auslösen. Denn AI ließe sich auch als Augmented Intelligence übersetzen. Gelsinger verwies auf sein intelligentes Hörgerät, das AI-Fähigkeiten besitze.
Höchstleistung und Energieeffizienz
Mit der Vereinigung von AI und HPC würden neue digitale Horizonte eröffnet. Gleichzeitig, so Gelsinger, müssten Prozessoren nachhaltig werden. Bislang waren Intels Prozessoren trotz stetiger Effizienzgewinne verglichen mit Konkurrenzprodukten eher energieintensiv, was Kritik im Markt auslöste.
Intel strebt zudem nach einem AI-Continuum: Künstliche Intelligenz soll überall, vom Cloud-Rechenzentrum bis zum kleinsten Endgerät, verfügbar sein. Besonders im Fokus steht dabei das Edge. Es müsse wirtschaftlich, verzögerungsarm und sicher arbeiten. AI werde deswegen am Edge allgegenwärtig sein.
Naht das Zeitalter des AI-PC?
Gelsinger spricht vom selbstverständlich Intel-enableten „neuen Zeitalter des AI PC“. Seinen Kunden verspricht er persönliche, private und sicherere AI-Applikationen. Der AI PC sei der nächste evolutionäre Schritt der Plattformentwicklung und hinsichtlich seiner Bedeutung dem WLAN vergleichbar.
Michael Dell, Antonio Neri (Präsident und CEO, HPE), Enriquo Lores (CEO HP Inc.), Luca Rossi (EVP Intelligent Devices Group, Lenovo). Charles Liang (Chairman, CEO, Supermicro) und Satya Nadella (Chairman und CEO, Microsoft) überbrachten Video-Grüße.
Rossi versprach schon bald AI-fähige Laptops. Tatsächlich gibt es laut Intel bereits 230 Designs mit dem Core Ultra von Intel-OEMs, die teils rechtzeitig zum Weihnachtsfest im Handel seien.
AI an jedem Arbeitsplatz
Michele Johnston Holthaus, EVP und General Manager von Intels Client Computing Group betonte, der AI PC werde den Umgang des Menschen mit Computern fundamental verändern. Laut Intel werden 2028 80 Prozent aller PCs AI-enabled sein.
Michele Johnston Holthaus, EVP und General Manager von Intels Client Computing Group: "2028 80 Prozent aller PCs AI-enabled."
(Bild: Intel/Rüdiger)
Die Menschheit werde Dutzende Millionen Stunden Zeit sparen und produktiver sein. Intel habe sich vorgenommen, in den kommenden Jahren mehr als hundert Millionen Prozessoren mit AI-Fähigkeiten auszuliefern.
Xeon 4 Core Ultra in ultradünnen Notebooks
Leistungsfähige CPUs, Grafikfähigkeiten und Energieeffizienz seien grundlegende Erfolgsfaktoren. Nun komme AI hinzu, und Intel werde auch hier liefern. Die Prozessorserie Intel Xeon 4 Core Ultra sei die schnellste Alternative für extrem dünne Notebooks.
Johnston Holthaus nannte einige Beispiele: Bei der Arbeit mit Adobe Premiere Pro, einem Tool für den Filmschnitt sei der Chip 40 Prozent schneller als Wettbewerber und beschleunige den Videoschnitt eines Films um bis zu 56 Prozent.
"Unsere nachhaltigste CPU"
Der Chip brauche bei alltäglichen Aufgaben erheblich weniger Energie als seine Vorläufer, beispielsweise 30 Prozent weniger beim Web-Browsing oder Videoconferencing. Netflix funktioniere 25 Prozent effektiver. „Das ist unsere nachhaltigste CPU.“
Zum Prozessordesign gehören ferner eine schnelle GPU und ein AI-Beschleuniger (Neural Processing Unit, NPU). Er soll langwierige AI-Aufgaben übernehmen.
Schnelle Grafik
Gegenüber der letzten Intel-Chipgeneration sei die NPU um das 2,5fache energieeffizienter. Verglichen mit Ryzen-AMD-Chips verbrauche der Core Ultra 79 Prozent weniger Strom. Der Grafikprozessor Intel Arc, ebenfalls in den Prozessor eingebaut, verarbeite Grafik doppelt so schnell wie seine Vorgänger.
Mikroarchitektur, Assembly und Produktion wurden für Core Ultra auf den Kopf gestellt. Er taktet mit bis zu 5.5 GHz. Die eingebaute GPU hat bis zu acht Xe-Cores. Thunderbolt 4 und WiFi6 sind integriert. Dazu kommt eine üppige Speicherausstattung.
Viele Softwarepakete profitieren
CPU, GPU und NPU können sämtlich mit AI-Workloads umgehen. Das beschleunigt viele Anwendungen.
Vor allem die Kooperation mit der Software nämlich entscheide, so Johnston Holthaus, wie effizient AI-Fähigkeiten von Chips seien seien. Man habe den Chip mit vielen 20 lokalen AI-Modellen und Workloads geprüft, die sämtlich einwandfrei darauf liefen.
Stand: 08.12.2025
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Xeon 5 beschleunigt das Datacenter
Doch nicht nur die Client-Seite kam zu ihrem Recht. Mit dem Xeon 5 können auch Rechenzentrumsbetreiber von einer neuen Intel-Generation profitieren.
Sandra Rivera EVP, DC und AI Group,
Sie präsentierte fürs Rechenzentrum den Intel Xeon 5, den „schnellsten, energieeffizientesten und sicherste Xeon, den wir je ausgeliefert haben.“ Gegenüber der Vorgeneration sei der Prozessor um ein Viertel leistungsstärker. Der Stromverbrauch bleibt gegenüber der Vorgeneration gleich.
Auf dem Dach eines New Yorker Wolkenkratzers startete Pat Gelsinger, CEO Intel, die Präsentation von Xeon 4 Core Ultra und Xeon 5.
(Bild: Intel/Rüdiger)
Für mehr Sicherheit und Vertraulichkeit sorgen Trust Domain Extension. Sie ist für jeden OEM und Lösungsanbieter erhältlich sind.
AI in jedem der 64 Kerne des Xeon 5
Schon mit Xeon 4 führte Intel Advanced Matrix Extension ein. Das Verfahren verzehnfache so Rivera, die Geschwindigkeit bei der Verarbeitung von AI-Workloads.
Mit dem Xeon 5 steigt die Inferenzleistung dank AI-Funktionen in jedem der 64 Rechenkerne um 42 Prozent. Das Finetuning großer LLMs dauere mit dem Prozessor nur noch Minuten, sagte Rivera.
Geringere Lebenszykluskosten
Der Chip sei dafür gebaut, AI allgegenwärtig zu machen. Er beschleunigt laut Rivera beispielsweise die Verarbeitung natürlicher Sprache um bis zu 23 Prozent, die Verarbeitung von User-Funktionen in 5G-Netzen um die Hälfte und die Objektklassifikation am Edge um bis zu 24 Prozent.
Die Lebenszykluskosten sollen sich bei einem Austausch der letzten Xeon-Generation gegen Generation 5 bei AI-Workloads um 77 Prozent verringern. Die ersten Server mit dem Chip kommen im ersten Quartal 2024 unter anderem von Cisco, Dell, AIC, HPE, Lenovo und Supermicro erhältlich sein.
Xeon 5 bei Intel und Google
Der Prozessor steckt bereits in Intels AI-Plattform watsonx. Die Plattform watsonx.data soll damit um das 2,5fache beschleunigt werden.
Sandra Rivera, Enterprise Vice President der DC und AI Group, Intel, präsentiert den Xeon 5.
(Bild: Intel/Rüdiger)
Mark Lohmeyer, VP/GM Compute and LM Infrastructure bei Google, kündigte Cloud VMs auf Basis des Xeon 5 an. Früher im Jahr hatte Google als erster Hyperscaler bereits den Xeon 4 als C3-Instanz flächendeckend bereitgestellt.
Enge Zusammenarbeit mit Softwarespezialisten
Schließlich kündigte Intel die Optimierung seiner AI-Plattform und die verstärkte Zusammenarbeit mit wichtigen Softwareanbietern an. Intel und VMware beispielsweise haben bereits einen gemeinsamen AI-Stack entwickelt, um auf existierender Infrastruktur AI-Modelle bereitzustellen.
Christoph Schell, Chief Commercial Officer, gab einen Ausblick auf Marktchancen. Gesundheits- und Energiewirtschaft, autonomes Fahren und andere vertikale Anwendungsfelder böten ein Marktvolumen von 445 Milliarden Dollar. Intel habe schon 90.000 Edge-Deployments. Beispielsweise setzt Zoom Intel und AI ein, um die Videoqualität zu verbessern.
Intel in der Aufholjagd
Mit seinen aktuellen Ankündigungen schließt Intel wieder zu seinen Wettbewerbern auf. Gelsinger: „Wir haben die Arbeit von zehn Jahren in nur vier Jahren geschafft.“ Das sei sensationell.
CEO Pat Gelsinger (rechts) und Christoph Schell, Executive Vice President and Chief Commercial Officer zeigen überraschend einen Prototyp der Generation 3 des AI-Beschleunigers Gaudi.
(Bild: Intel/Rüdiger)
Tatsächlich hat Intel in relativ kurzer Zeit eine Fülle von Ankündigungen gemacht – einschließlich eines Ausblicks auf kommende Chipdesigns: Intel 20A enthalte als erster Chip besonders energieeffiziente Transistoren der neuen Generation. Intel 18A, die neueste Weiterentwicklung, integriere die Fähigkeiten der aktuellen Intel-Generationen und werde Ende nächsten Jahres in Produktion gehen. Anfang nächsten Jahres sollen erste Produktionstests beginnen.
Und auch einen ersten Labor-Prototyp des Gaudi 3, der dritten Generation von Intels AI-Beschleuniger, gab es ganz zum Schluss noch zu sehen.