Mehr Sein als Schein

Wie viel physische Sicherheit brauchen Rechenzentren?

| Autor / Redakteur: Kevin Shieber* / Ulrike Ostler

Können einen falschen Eindruck von Sicherheit vermitteln: Kameras, die den Zutritt zu Rechenzentren überwachen.
Können einen falschen Eindruck von Sicherheit vermitteln: Kameras, die den Zutritt zu Rechenzentren überwachen. (Bild: © Tesgro Tessieri - Fotolia)

Macht mehr Technik ein Rechenzentrum wirklich sicherer? Oder ist es eher die Art der eingesetzten Lösung, die für maximale Sicherheit sorgt? Sicherheitsexperte Kevin Shieber von Colt Data Centre Services beleuchtet den Ansatz smarter Sicherheitskonzepte.

In vielen Branchen und Bereichen des gesellschaftlichen Lebens halten dank moderner Informationstechnologie smarte Konzepte Einzug. Bei der Sicherung von Rechenzentren dagegen handeln viele Anbieter oft noch nach dem Motto „Viel hilft viel“.

Dadurch wird viel Geld für Systeme und Anlagen ausgegeben, die nach Sicherheit aussehen, aber nicht wirklich Sicherheit bieten. Das beste Beispiel dafür sind wahrscheinlich die Überwachungskameras. Es gibt Rechenzentrumsanbieter, die rund um ihre Gebäude eine Vielzahl von Kameras installieren. Viele Kunden, die sich im Bereich der Sicherung nicht auskennen, sind empfänglich für die scheinbare Sicherheit, die ein solches Vorgehen vermittelt.

Hauptargument für viele Kameras ist die Abschreckung. Was aber für die Überwachung im öffentlichen Raum zutreffen mag, gilt für den hochgradig kontrollierten Bereich eines Rechenzentrums nicht. Die Täter, die versuchen, in eine solche Anlage einzudringen, haben dafür einen völlig anderen Antrieb als beispielsweise Taschendiebe oder Randalierer für ihr Handeln auf öffentlichen Plätzen.

Viele Augen schauen hin, aber ....

Sie lassen sich durch Kameras nicht abschrecken, sondern werden eher versuchen, sie auszuschalten. Eine smarte Sicherung von Rechenzentren dagegen setzt darauf, dass die Gebäude gar nicht erst als solche erkannt werden. Und dafür machen weniger Kameras, die effektiver eingesetzt werden, mehr Sinn.

Ein weiteres Argument pro Kameras ist, das man sieht, wenn etwas geschieht. Das ist grundsätzlich richtig, setzt aber voraus, dass das Wachpersonal im richtigen Moment auf den richtigen Bildschirm schaut. Und selbst wenn das der Fall ist, bedeutet es nur, dass die Kamera aufzeichnet, was geschieht, es aber nicht verhindert.

Das Ziel einer smarten Sicherung ist es, mithilfe der Früherkennung Vorfälle zu verhindern und nicht, dabei zusehen zu können. Deshalb ist statt der reinen Zahl der Kameras viel wichtiger, dass das Wachpersonal tatsächlich vor Ort ist, um schnell reagieren zu können, wenn ein Eindringling zu sehen ist.

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