Quantentechnologien der zweiten Generation Thüringen baut Quantum Hub

Redakteur: Kristin Rinortner

Elf Thüringer Forschungseinrichtungen haben sich zum Quantum Hub Thüringen zusammengeschlossen. Ziel ist es, Kompetenzen in der Quantenforschung zu bündeln. So soll das neue Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk Thüringen zu einem europaweit führenden Standort für Quantentechnologien werden.

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Quantenhub: Quantensensorik, Quantenbildgebung, Quantenkomminkation – Thüringer Forschungsunternehmen untersuchen Quantentechnik der zweiten Generation.
Quantenhub: Quantensensorik, Quantenbildgebung, Quantenkomminkation – Thüringer Forschungsunternehmen untersuchen Quantentechnik der zweiten Generation.
(Bild: pixabay)

Unsere Welt besteht aus Quanten. Diese elementaren Bestandteile unterliegen eigenen Gesetzen und physikalischen Prinzipien, die unserem Alltagsverständnis widersprechen. Obwohl manche Quantenphänomene seit über 100 Jahren bekannt sind, nutzen wir heute nur wenige als Basis für moderne Technik wie Mikrochips oder das Breitband-Internet – das sind die Quantentechnologien der ersten Generation.

Andere Eigenschaften der kleinsten unteilbaren Einheiten der Quantenwelt, beispielsweise Verschränkung oder Überlagerung, sollen nun für vollkommen neue technische Lösungen in der Makrowelt genutzt werden.

Um die Kompetenzen in der Quantenforschung zu bündeln, haben sich gestern (31.05.2021) elf Thüringer Forschungseinrichtungen zum Quantum Hub Thüringen zusammengeschlossen. Das neue Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk soll sich zu einem europaweit führenden Standort für Quantentechnologien entwickeln.

Quantensensorik, Quantenbildgebung und Quantenkommunikation

Ziel des Quantum Hub Thüringen ist es, für die drei Säulen der Quantentechnik – Quantenkommunikation, Quantensensorik und Quantenbildgebung – Technologien zu entwickeln. Am Quantum Hub sollen Demonstratoren entstehen, die als Prototypen die Zukunftsfähigkeit der Quantentechnologie zeigen sollen.

Prof. Jens Müller, TU Ilmenau: Dieses neue Gebiet der Ingenieurwissenschaften verspricht für die verschiedensten gesellschaftlichen Bereiche neue Anwendungen mit nie dagewesener Geschwindigkeit, Präzision und Effizienz.
Prof. Jens Müller, TU Ilmenau: Dieses neue Gebiet der Ingenieurwissenschaften verspricht für die verschiedensten gesellschaftlichen Bereiche neue Anwendungen mit nie dagewesener Geschwindigkeit, Präzision und Effizienz.
(Bild: © TU Ilmenau/Michael Reichel)

Professor Jens Müller, Ko-Sprecher des Quantum Hubs Thüringen und Vizepräsident für Internationale Beziehungen und Transfer der TU Ilmenau, zielt auf die spezifischen Exzellenzfelder der Thüringer Wissenschaft und auf die hohe Innovationskraft der Thüringer Wirtschaft ab: „Mit unserem Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk haben wir hier in Thüringen das Potenzial, Quantentechnologien frühzeitig in gesellschaftlich relevante Anwendungen zu überführen.“

Mitglieder des Quantum Hub Thüringen

Beteiligt am Quantum Hub Thüringen sind: Friedrich-Schiller-Universität Jena; Technische Universität Ilmenau; Helmholtz-Institut Jena (HIJ); Leibniz-Institut für Photonische Technologien (IPHT), Jena; DLR-Institut für Datenwissenschaften, Jena; Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT), Ilmenau; Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil für Angewandte Systemtechnik (IOSB-AST), Ilmenau; Fraunhofer-Projektzentrum für Mikroelektronische und Optische Systeme für die Biomedizin Erfurt (MEOS) (Antragstellung über Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, Jena); IMMS Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gemeinnützige GmbH (IMMS GmbH), Ilmenau; CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik GmbH, Erfurt

Der Freistaat fördert das Kompetenznetzwerk mit sechs Millionen Euro über eine Laufzeit von 32 Monaten.

Fachleute erwarten in den nächsten Jahren eine Quantenrevolution, die unsere Gesellschaft so verändern wird, wie dies in den letzten 100 Jahren nur durch die Einführung der Mikroelektronik geschehen ist.

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