Gartner Magic Quadrant for Container Management 2024 Suse schließt zu den Führern auf; Mirantis, Oracle, Huawei und Tencent bilden die Verfolger

Von Manuel Masiero 5 min Lesedauer

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Mit ihrem „Magic Quadrant-Report“ geben die Marktforscher von Gartner Entscheidern ein Hilfsmittel für die Auswahl der passenden Container-Management-Anwendungen an die Hand. Die Analysten stufen sieben Anbieter als aktuelle Markführer ein, darunter erstmals auch Suse.

Bessere Organisation und Verwaltung: Mit Hilfe von Container-Management lassen sich Anwendungen effizienter und flexibler entwickeln sowie testen und bereitstellen.(Bild:  frei lizenziert: Valdas Miskinis /  Pixabay)
Bessere Organisation und Verwaltung: Mit Hilfe von Container-Management lassen sich Anwendungen effizienter und flexibler entwickeln sowie testen und bereitstellen.
(Bild: frei lizenziert: Valdas Miskinis / Pixabay)

Die Analysten von Gartner geben in ihrem Report „Magic Quadrant for Container Management“ einen Überblick über die aktuelle Container-Management-Situation im Datacenter-Umfeld. Dazu stellen die Marktforscher 12 der in diesem Bereich wichtigsten Anbieter mitsamt ihren Produkten und Dienstleistungen vor und benennen auch jeweils ihre individuellen Stärken und Schwächen.

Im Report unter die Lupe genommene Anbieter sind Alibaba Cloud, Amazon Web Services, Broadcom (VMware), Canonical, Google, Huawei, Oracle, Microsoft, Mirantis, Red Hat, Suse und Tencent Cloud. Als Leaders beziehungsweise Marktführer stuft Gartner die folgenden sieben Anbieter ein: Alibaba Cloud, Amazon Web Services, Broadcom, Google, Microsoft, Red Hat und Suse.

An der Spitze: AWS, Google, Microsoft und Red Hat

Amazon Web Services, Google, Microsoft und Red Hat können im Gartner-Report die höchsten Bewertungen innerhalb der Leaders-Kategorie für sich verbuchen. So loben die Analysten bei AWS das breite, gut integrierte und vielseitige Angebot, das von der einfachen Integration in andere AWS-Dienste bis hin zu umfangreichen Partnerschaften und innovativen Serverless-Lösungen reicht.

Google zeigt vor allem Stärke durch die Kombination von Benutzerfreundlichkeit, fortschrittlichem Management und spezialisierter Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Microsoft positioniert sich durch starke funktionale Leistung, effektive Integration in DevOps und fortschrittliche Hybrid-Cloud-Lösungen als Leader. Bei Red Hat heben die Analysten das starke Verständnis des Marktes, exzellente Produkteigenschaften und die klare strategische Ausrichtung positiv hervor.

Die Verfolger: Alibaba, Suse und Broadcom

Alibaba Cloud und Suse sind dem Führungs-Quartett dicht auf den Fersen. Als Leader qualifiziert sich Alibaba unter anderem durch eine große Produktvielfalt und die dominierende Marktposition in Asien, insbesondere in China.

Nachdem Suse im letztjährigen Report nur als Herausforderer eingestuft wurde, hat sich der Anbieter nun zum Leader gemausert. Die Angebote von Suse zeichnen sich Gartner zufolge vor allem durch Flexibilität und wettbewerbsfähige Preise aus.

Das „Magic Quadrant“ von Gartner auf einen Blick: Die Mehrheit der im Report vorgestellten Container-Management-Anbieter gehört zur Kategorie der Marktführer. Als Herausforderer gelten Huawei, Mirantis, Oracle und Tencent, während Canonical die Rolle des Nischenanbieters zukommt.(Bild:  Gartner Inc.)
Das „Magic Quadrant“ von Gartner auf einen Blick: Die Mehrheit der im Report vorgestellten Container-Management-Anbieter gehört zur Kategorie der Marktführer. Als Herausforderer gelten Huawei, Mirantis, Oracle und Tencent, während Canonical die Rolle des Nischenanbieters zukommt.
(Bild: Gartner Inc.)

Als Kernprodukt bildet „Rancher“ die Grundlage für das Container-Management-Angebot, das sich in den vergangenen Jahren erweitert hat und diverse Container-Management-Distributionen unterstützt, was die Bindung an einen einzigen Anbieter vermeidet. Zudem attestieren die Analysen Suse eine starke Position im Edge-Container-Bereich.

Broadcom und Canonical auf der Agenda

Als siebter Leader läuft Broadcom über die Ziellinie. Als Pluspunkte nennt Gartner die starke Kundenbasis, die Einsatzmöglichkeiten der „Tanzu“-Plattform sowie die große Java-Entwicklergemeinschaft. Die Übernahme durch VMware hat allerdings Bedenken bei den Gartner-Kunden ausgelöst, befeuert von Berichten über Preiserhöhungen bei VMware-Produkten, nachlassende Servicequalität und dem Weggang von Schlüsselpersonal.

Canonical sehen die Marktforscher als Nischen-Anbieter. Gartner lobt zwar die wettbewerbsfähigen Preise und sieht die Produkte von Canonical als ideal für Tests, Entwicklung und Edge-Computing an. Allerdings finden die Analysten bei den Container-Management-Lösungen auch nicht viele differenzierende technische Merkmale und bemängeln zudem die Fokussierung auf Open-Source-Prinzipien, was sich negativ auf die langfristige Wettbewerbsfähigkeit auswirken könnte.

Starkes Wachstum bis 2028

Laut Gartner ist der Markt für Container-Management im Jahr 2023 um mehr als 20 Prozent gewachsen und hatte einen Marktwert von 2 Milliarden Dollar. Bis 2028 soll die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate 17,6 Prozent betragen.

Ausgehend von diesen Daten dürfte das Container-Management künftig eine immer größere Rolle bei der Modernisierung der IT-Infrastruktur und -Services spielen. So erwarten die Marktforscher, dass bis zum Jahr 2027 bei mehr als 75 Prozent aller KI-Bereitstellungen die Container-Technologie als zugrunde liegende Rechenumgebung genutzt wird. Heute sind es weniger als 50 Prozent.

Weitere Gartner-Prognosen: Bis zum Jahr 2027 werden mehr als die Hälfte der Container-Management-Bereitstellungen Serverless-Containerdienste nutzen, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem aktuellen Stand von 25 Prozent. Außerdem schätzen die Analysen, dass bis 2028 80 Prozent der kundenspezifischen Software, die im Edge-Bereich läuft, in Containern bereitgestellt wird.

Die Magic Quadrant-Entscheidungskriterien

In ihrer „Magic Quadrant“-Matrix teilen die Marktforscher jeden im Report berücksichtigen Anbieter von Container-Management-Lösungen einer von insgesamt vier Kategorien zu, deren Bezeichnungen selbsterklärend sind: Leaders, Challengers, Visionaries und Niche Players. Daraus ergibt sich eine 2x2-Matrix.

Leaders (Marktführer) besitzen einen erheblichen Marktanteil und viele Referenzkunden, zeichnen sich durch eine ambitionierte Roadmap aus und bieten Dienstleistungen an, die für eine strategische Einführung und Umsetzung geeignet sind. Mit ihren Services decken sie einen großen Bereich von Anwendungsfällen ab. Leaders sind für Gartner Alibaba Cloud, Amazon Web Services, Broadcom (VMware), Google, Microsoft, Red Hat und Suse.

Challengers (Herausforderer) sind gut positioniert, um spezielle Marktbedürfnisse zu erfüllen und haben eine Erfolgsbilanz in der Bereitstellung spezifischer Services vorzuweisen. Allerdings passen sie sich nicht schnell genug an Marktveränderungen an oder bringen keine besonders großen Ambitionen dafür mit. Als Herausforderer stuft Gartner Huawei, Mirantis, Oracle und Tencent Cloud ab.

Visionaries (Visionäre) investieren stark in die Entwicklung neuer Technologien und haben eine ehrgeizige Zukunftsvision, aber ihre Dienstleistungen befinden sich oft noch in der Entstehungsphase und decken nur wenige Anwendungsfälle oder geografische Bereiche ab. Im Report landet keiner der untersuchten Anbieter in dieser Kategorie.

Niche Players (Nischenanbieter) sind spezialisierte Anbieter, deren Produkte für bestimmte Regionen oder bestimmte Anwendungsfälle hervorragend geeignet sind. Sie decken jedoch kein allzu breites Spektrum von Anwendungsfällen ab oder verfolgen keinen besonders ehrgeizigen Fahrplan. Den Bewertungskriterien von Gartner zufolge erscheint mit Canonical nur ein einziger Anbieter in dieser Kategorie.

Welcher der vier Kategorien ein Anbieter zugeordnet wird, bestimmen die Analysen anhand von zwei zentralen Bewertungskriterien: der Ability to Execute (die Fähigkeit zur Umsetzung) sowie der Completeness of Vision (etwa Vollständigkeit der Vision). Zusammengenommen lassen sie Rückschlüsse auf die Fähigkeit des jeweiligen Anbieters zu, auf dem Markt erfolgreich zu sein.

Ability to Excute: In dieses Bewertungskriterium fließen die Produkt- und Dienstleistungsmerkmale, die Skalierbarkeit, die Verfügbarkeit sowie Sicherheitsfunktionen ein. Die Ability to Excute betrachtet auch die finanzielle Situation des Unternehmens einschließlich der Rentabilität und der geografischen Umsatzverteilung. Zudem untersuchen die Analysten hier zum Beispiel die Verkaufsstrategien, die Preisgestaltung sowie die Marketingmaßnahmen. Für die Bewertung relevant sind außerdem Kriterien wie Kundenzufriedenheit, Support und die Einhaltung von Service-Level-Agreements (SLAs).

Completeness of Vision: Dieses Bewertungskriterium analysiert die Fähigkeit eines Anbieters, Kundenbedürfnisse zu verstehen und in Produkte und Dienstleistungen umzusetzen, sowie die Klarheit und Differenzierung der Marketingstrategie. Die Marktforscher prüfen die Produkt- und Dienstleistungsstrategien außerdem auf ihre Marktdifferenzierung und den Funktionsumfang. Das Geschäftsmodell und die Innovationsfähigkeit sind ebenfalls wichtige Kriterien.

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