Aus den lange umstrittenen Plänen für ein Rechenzentrum in Dummerstorf wird ein konkretes Großprojekt. Schwarz Digits plant zunächst 240 MW Anschlussleistung und investiert 5,6 Milliarden Euro. Langfristig könnte der Standort auf bis zu 1 GW wachsen.
Symbolbild: Die Gemeinde Dummerstorf liegt etwa 10 Kilometer südöstlich von Rostock. Sie zählt gut 7500 Einwohner. Wie groß das Rechenzentrum tatsächlich wird, ist bislang unbekannt.
(Bild: Gemini / Paula Breukel / KI-generiert)
Nachtrag der Redaktion:
Inzwischen liegen weitere Details zu dem Vorhaben vor. Schwarz Digits, die IT-Sparte der Schwarz-Gruppe, plant in Dummerstorf ein Rechenzentrum mit zunächst 240 Megawatt Anschlussleistung. Die Investitionen sollen sich auf 5,6 Milliarden Euro belaufen. Die Fertigstellung ist bis 2033 vorgesehen. Das Unternehmen bestätigte die Angaben gegenüber der Deutschen Presse-Agentur
Die bislang kursierende Größenordnung von bis zu 1,2 Gigawatt ist damit neu einzuordnen: Perspektivisch könnte die Anschlussleistung des Standorts bis 2045 auf bis zu ein Gigawatt steigen. Zunächst sollen die Kapazitäten vor allem für Anwendungen der Schwarz-Gruppe genutzt werden, darunter Liefer- und Bestellprozesse, Bezahlvorgänge und Kundenbindungsprogramme.
Als Standortvorteile nennt Schwarz Digits die hohe Verfügbarkeit erneuerbarer Energie aus Onshore- und Offshore-Windkraft sowie den vorhandenen Anschluss an das Höchstspannungsnetz. Auch die Abwärme des Rechenzentrums soll genutzt werden. Dazu hat das Unternehmen eine Absichtserklärung mit den Stadtwerken unterzeichnet.
Damit nimmt das bislang umstrittene Projekt deutlich konkretere Formen an. Neben dem Standort in Dummerstorf baut Schwarz Digits bereits ein großes KI-Rechenzentrum in Lübbenau in Brandenburg.
Ursprüngliche Nachricht vor Bekanntgabe der Projektgröße:
Die Pläne für ein Großrechenzentrum in Dummerstorf bei Rostock werden konkret: Nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) will die Digital-Sparte der Schwarz-Gruppe auf einem Gewerbegebiet südlich von Rostock ein Rechenzentrum errichten. Die Grundstücke sind demnach bereits vor Monaten gekauft worden, Baugenehmigungen sollen vorliegen. Auch die Umweltbehörden haben laut NDR grünes Licht gegeben.
Im vergangenen Jahr kursierten Gerüchte rund um das Vorhaben: Im Oktober 2025 war noch unklar, ob in Dummerstorf tatsächlich ein Rechenzentrum mit einer Anschlussleistung von bis zu 1,2 Gigawatt (GW) entstehen soll. Gemeindepapiere sprachen damals von „aufgebauschten Schlagzeilen“ und betonten, dass keine Baumaßnahmen stattfänden.
Doch bis zu zwölf Milliarden Euro fließen in die Hardware
Nach den aktuellen NDR-Informationen könne es sich allein in einer ersten Ausbaustufe um ein Investitionsvolumen von bis zu zwölf Milliarden Euro allein für die Hardware handeln. Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Summe allerdings nicht und deutete an, dass zum Start des Projekts deutlich weniger investiert werden soll. Das Rechenzentrum soll auf Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) ausgelegt sein.
Wie viele Arbeitsplätze in Dummerstorf entstehen, ist noch offen. Der eigentliche Betrieb eines Rechenzentrums benötigt vergleichsweise wenig Personal. Beschäftigung dürfte daher vor allem bei Dienstleistern entstehen, etwa für Sicherheit, Wartung und technische Services.
Standortfaktor Strom: Mecklenburg-Vorpommern produziert mehr Strom als es verbraucht...
Mecklenburg-Vorpommern verfügt über große Stromkapazitäten aus erneuerbaren Energien. Das Land produziert bereits heute mehr Strom, als es selbst verbraucht. Damit könnte das Projekt auch den Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung und der Netzinfrastruktur in der Region vorantreiben. Für Rechenzentren mit hoher Anschlussleistung ist die Verfügbarkeit von Netzkapazität ein entscheidender Standortfaktor.
...und die Abwärme soll von der Stadt Rostock genutzt werden
Neben der Stromversorgung spielt auch die Abwärme des Rechenzentrums eine Rolle. Nach Informationen des NDR soll die entstehende Wärme für die Stadt Rostock genutzt werden. Entsprechende Verträge mit den Stadtwerken sollen demnach bereits unter Dach und Fach sein.
Als Treiber des Projekts gilt vor allem die Gemeinde Dummerstorf, die mit zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen rechnet. Die Landesregierung will am Donnerstag weitere Einzelheiten zu dem Vorhaben vorstellen. Eine Landesförderung soll nach NDR-Informationen bereits zugesagt sein.
Stand: 08.12.2025
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Die Schwarz-Gruppe selbst hat sich gegenüber dem NDR bislang nicht geäußert. Unternehmensvertreter werden am Donnerstag zu einem Termin in der Staatskanzlei in Schwerin erwartet.