Stabile Lieferketten und ein Nachhaltiges Wirtschaften als Kernelemente der Digitalisierung: Das waren die Kernthemen einer SAP-Diskussionsrunde, die als Online-Meeting übertragen wurde. SAP-Manager und Unternehmensanwender zeigten auf, wie sie die Herausforderungen in der Praxis lösen.
Sieben Topmanager aus dem Vorstand und fünf Vertreter aus Kundenunternehmen diskutierten im Rahmen von „SAP Now“ über resiliente Lieferketten und den IT-gestützten Nachweis eines nachhaltigen Geschäftsbetriebs.
(Bild: SAP)
Sieben Topmanager aus dem Vorstand und fünf Vertreter aus Kundenunternehmen hat der Standardsoftwerker SAP im Mannheimer Fernsehstudio zur Online-Diskussionsrunde „SAP Now Germany 2023“ versammelt. Thematisch ging es um Business Transformation, riskoresistente Lieferketten und Nachhaltigkeit.
So auch Sven Mulder, Geschäftsführer der SAP Deutschland: „Transformation steht auf der Agenda vieler Unternehmen weit oben: Zwei Themen stehen dabei aktuell im Vordergrund, nämlich stabile Lieferketten und der Nachweis eines nachhaltigen Wirtschaftens, der demnächst gesetzlich gefordert wird.“. Beide Herausforderungen könnten Unternehmen mit SAP-Lösungen angehen. Technologie alleine reicht allerdings laut Mulder nicht aus: „Nötig sind Agilität, Mut zur Veränderung und verlässliche Partner.
Sabine Bendiek, Chief People and Operating Officer bei SAP, setzt hinzu: „Menschen, Technologien und Geschäftsprozesse müssen in der Transformation einen Dreiklang bilden. Das wichtigste Element dabei sind die Menschen.“ Unternehmen brauchten eine Kultur des ständigen Lernens. SAP will bis 2025 weltweit 2 Millionen Entwickler weiterbilden und liefert zudem mit SAP Build eine Low-Code-Lösung, mit der auch Mitarbeiter aus der Fachabteilung ohne Programmierkenntnisse IT-Lösungen erstellen und anpassen können.
Ex-terrestrisch erprobt
Laura Winterling, Physikerin, Unternehmerin und ehemalige Astronauten-Ausbilderin, steuert ihre Erfahrungen aus dem All bei: „Wichtig sind nicht nur gute Qualifikationen, sondern darüber hinaus die Teamfähigkeit der Mitarbeiter. In der Raumstation ISS sind ausschließlich hochqualifizierte Spezialisten tätig, die sich als Alphatiere fühlen. Ihr Ziel erreichen sie nur gemeinsam, wenn jeder die Ellenbogen einfährt.“ Große Projekte brauchen laut Winterling Disziplin, Geduld und eine detaillierte Planung. Sämtliche Experimente und Arbeiten in der Raumstation würden von Hunderttausenden Menschen weltweit in jahrelanger Kleinarbeit vorbereitet.
Im Praxisteil der Online-Diskussion ging es zunächst um resiliente Lieferketten. Kai-Harald Solmitz, Leiter des Geschäftsbereichs Consumer Industries bei SAP Deutschland, ging dabei auf die durch die Corona-Krise und den Ukraine-Krieg ausgelösten Verwerfungen ein: „Die Märkte beben und die Lieferketten leiden“, beschreibt er die Situation. In den vergangenen zwei Jahr hätten in Deutschland Produkte im Wert von 64 Millionen Euro nicht produziert werden können, weil dafür Teile fehlten. Dieses Volumen entspreche 1,5 Prozent der jährlichen deutschen Wirtschaftsleistung.
Flexible Lieferketten sichern den Geschäftsbetrieb
Nach wie vor ist die Automobilindustrie für Deutschland eine wichtige: Andreas Thon, Leiter des Geschäftsbereichs Manufacturing Industries, sagte: „Die Automobilindustrie leidet aktuell unter fehlenden Halbleitern und Kabelbäumen die früher in der Ukraine produziert wurden. Um die Abhängigkeiten zu reduzieren, arbeite die gesamte Branche daran, die Lieferketten komplett neu aufzusetzen.“
Diversifikation, Transparenz und Nachhaltigkeit seien die Grundkonzepte dieses Umbaus, Lagerhaltung und Kosteneffizienz die beiden Gegenpole, die es auszubalancieren gelte. So fügte Cornelia Ratzel, die beim Rechenzentrums-Dienstleister DM Tech ERP-Lösungen für die Drogeriemarktkette DM entwickelt und betreibt, hinzu: „Planbarkeit, Risiko-Management sowie das Reduzieren der Komplexität sind aktuell die größten Schlagworte bei der Steuerung von Lieferketten.“
Drei Herausforderungen stechen dabei heraus: die Verfügbarkeit von Rohstoffen, Störungen in den Transportwegen und eine hohe Volatilität in der Nachfrage. So habe das im Suez-Kanal festgefahrene Containerschiff „Ever Given“ den Nachschub über den Seeweg komplett blockiert, In der Corona Pandemie hätten Hamsterkäufe von Toilettenpapier zu einer enormen Knappheit geführt. DM hatte versucht, seine Lieferkette über Partner transparent zu machen und die knappen Produkte fair auf alle Filialen zu verteilen.
Mit SAP-Anwendungen lassen sich Lieferketten planen und steuern. Die Software „Intelligent Spend Management“ sorgt für Transparenz in der Lieferkette und ermöglicht es, alle Source-to-Pay-Prozesse zu digitalisieren. Mit „SAP Integrated Business Planning for Supply Chain“ (IBP) können Unternehmen ihre Logistikabläufe analysieren und bei Unterbrechungen die Geschäftskontinuität sicherstellen.
Stand: 08.12.2025
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Harmonie zwischen Resilienz und Kosteneffizienz
Rainer Scheuring, Vice President Application Center Market, Supply Chain Management und Purchasing beim Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen, berichtete: „Wir mussten in der Corona-Pandemie unsere Produktion zurückfahren und haben beim Wiederanfahren große Probleme bekommen.“
Das Unternehmen betreibt einen mehrstufigen Werksverbund, wo unterschiedliche ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) im Einsatz sind. Um Transparenz herzustellen, haben die Planer die Stücklisten aus mehreren Werken in „SAP BW for HANA“ zu einer übergreifenden Stückliste zusammengefasst. Darüber hinaus ist ZF Friedrichshafen mitten im Rollout der SAP-Module „IBP for Demand“ und „IBP for Inventory“.
SAP-Manager Thon erläuterte: „Mit der Digital Manufacturing Cloud lassen sich Geschäftsprozesse unternehmensübergreifend steuern und überwachen. Hinzu kommen Industrie Clouds, das sind branchenspezifische Angebote auf Basis der SAP Business Technology Plattform.“ Unternehmen könnten diese Angebote laut Thon flexibel bestellen und abbestellen. Branchenbasierte Cloud-Portale sprechen darüber hinaus gezielt einzelne Wirtschaftszweige an. So zielt beispielsweise CatenaX auf die Automobilindustrie.
Nachweis von Nachhaltigkeit und sozialen Standards
„Die Lieferkette der Zukunft schafft die perfekte Harmonie zwischen Resilienz und Kosteneffizienz“, verspricht SAF-Manager Thon. ZF-Friedrichshafen-Manager Scheuring wünscht sich vor allem eine sinnvolle Planung und Steuerung über Unternehmensgrenzen hinweg: „Einzelunternehmen können das nicht leisten. Idealerweise kooperieren sie in Branchennetzwerken wie CatenaX und stellen dabei die Rückverfolgbarkeit von Produkten sicher und behalten zudem den CO2-Footprint im Auge.“ Auch bei dem vom Lieferkettensorgfaltsgesetz geforderten Lieferantencheck geben die Branchennetzwerke eine Hilfestellung.
Nachhaltigkeit war das zweite Fokusthema der Diskussionsrunde. Richtlinien und Taxonomien der EU verpflichten Unternehmen künftig dazu, Nachhaltigkeit und soziale Standards in ihrem Geschäftsbetrieb und bei ihren Zulieferern nachzuweisen. Dazu Stephan Timme, Leiter des Geschäftsbereichs Service Industries bei SAP Deutschland: „Unternehmen sollten das idealerweise nicht nur machen müssen, sondern auch machen wollen. Dann wird Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil im Business.“
Kristin Seyboth, Mitglied des Vorstands der Bausparkasse Schwäbisch Hall, liefert ein Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften: „Wir beraten unsere Kunden, wie sie ihre Neubauten so erstellen, dass sie energietechnisch günstig wohnen und wie sie vorhandene Häuser und Wohnungen in diese Richtung sanieren. Außerdem zeigen wir auf, welche Fördermittel für energietechnisches Bauen und Renovieren zur Verfügung stehen.“ Künftig will die Bausparkasse Kapitalflüsse in Richtung nachhaltiger Investitionen umleiten und dazu eigene Schlüsselkennzahlen für den eigenen Geschäftsbetrieb berechnen.
Immer mitgedacht: Clouds
Den Einfluss der Cloud beschreibt Christine Serrette, Technische Vizedirektorin beim Rechenzentrumsdienstleister ITZ Bund: „Gemeinschaftlich genutzte Server wirken wie eine Fahrgemeinschaft im Berufsverkehr. Sie sorgen dafür, dass die energiehungrigen Server besser ausgelastet sind.“ Um ihren IT-Betrieb nachhaltig zu gestalten, sollten Unternehmen idealerweise möglichst viele IT-Systeme in die Cloud migrieren. Die Voraussetzung dafür sei es, dass die Software Cloud-nativ gestaltet ist.
Das Reporting braucht solides ein Daten-Management
Bislang fehlen für ein Nachhaltigkeits-Reporting nötigen die Daten, wie Nikolaus Hagl berichtet Leiter des Geschäftsbereichs Public & Energie bei SAP Deutschland: „Das Daten-Management muss bei einem solchen Reporting im Mittelpunkt stehen. Die Schlüsselkennzahlen werden idealerweise nicht nur unternehmensintern, sondern entlang der gesamten Lieferkette berechnet.“
Über ein verstärktes Interesse an Nachhaltigkeitskennzahlen seitens der Stakeholder, der Banken und inzwischen auch der Bewerber berichtet Tim-Philipp Bruns, Sustainability Manager bei der Basler AG, einem Hersteller von Industriekameras. Für die erste Nachhaltigkeitsbilanz hat das Unternehmen die Daten zum CO2-Impact seiner Produkte händisch gesammelt und daraus von einem Dienstleister Kennzahlen errechnen lassen. Nun ist Basler auf der Suche nach einer IT-Lösung, die diesen Prozess digitalisiert.
SAP hat einige Cloud-Produkte im Portfolio, die beispielsweise den CO2-Fußabdruck entlang der Lieferkette messen und Maßnahmen in Richtung Kreislaufwirtschaft und sozialer Standards nachzeichnen. Der Bedarf für solche Lösungen ist groß, wie eine Spontanumfrage unter den Online-Teilnehmern der Diskussionsrunde gezeigt hat: 60 Prozent haben sich noch gar nicht mit diesen Themen beschäftigt, 68 Prozent haben dafür aktuell keine Lösung im Einsatz.