Kriminelle Machenschaften

Polizei nimmt Bunker-Datacenter hoch

| Redakteur: Ulrike Ostler

Im Rechenzentrum in Traben-Trarbach, dem Schauplatz schwerwiegender Verbrechen
Im Rechenzentrum in Traben-Trarbach, dem Schauplatz schwerwiegender Verbrechen (Bild: Polizei)

Szenen wie aus einem Action-Krimi: Rund 650 Einsatzkräfte der Polizei – darunter Spezialeinsatzkräfte aus Hessen und Hamburg sowie der Bundespolizei GSG 9, umstellten am Donnerstag der vergangenen Woche einen ehemaligen Bunker auf dem Mont Royal und nahmen dort und anderwo sieben Personen fest. Denn in Traben-Trarbach befindet sich ein,Datacenter, in dem auf mindestens 200 Servern Handel im Darknet stattgefunden haben soll.

Das Rechenzentrum befindet sich in einer 5.000 Quadratmeter großen Bunker-Anlage, die sich auf bis zu fünf unterirdische Etagen erstreckt auf einem rund 13 Hektar großen Militärgelände. Außerdem zirka 500 Büroeinheiten auf dem Gelände. Dort sei gelebt und gearbeitet worden.

Die Anlage wurde 2013 von einer niederländischen Stiftung gekauft. Kaut LKA-Präsident Johannes Kunz seien dort seither Verbrechen geplant worden: Im Frühjahr dieses Jahres hatte die Polizei etwa den weltweit zweitgrößten Darknet-Marktplatzes für Drogen, „Wall Street Market“, ausgehoben. Die Betreiber nutzen offenbar das Bunker-Datacenter. Nach Angaben von Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer gingen 250.000 Deals mit einem Umsatz von 41 Millionen Euro über diese Plattform, schreibt etwa der Süddeutsche Rundfunk (SWR). Auch der Angriff auf 1,25 Millionen Telekom-Router Ende November 2016 sei über Server in diesem Rechenzentrum gelaufen. Darüber hinaus soll es um illegale Waffen, gefälschte Dokumente und Falschgeld, gestohlene Daten und Kinderpornografie gegangen sein.

Wie die Polizei mitteilt, hätten die Ermittlungen bereits 2015 begonnen. Beteiligt waren neben dem rheinland-pfälzischen LKA auch Beamte aus Hessen, Bayern und den Niederlanden. Ermittelt wird insgesamt gegen 13 Verdächtige sieben von ihnen wurden am Donnerstag, etwa in Traben-Trarbach und Schwalbach festgenommen.

Die Polizisten vor dem Bunker.
Die Polizisten vor dem Bunker. (Bild: Polizei)

Zwar könne die Zahl der Kunden noch nicht abgeschätzt werden, so Kunz, doch die Datenlage sei „gigantisch“. Seinen Erläuterungen zufolge sind bislang 200 Server sichergestellt worden. Es ist jedoch von 2. 000 die Rede.

Bei dem Hauptverdächtigen des kriminell betriebenen Rechenzentrums handele es sich um einen 59-jährigen Niederländer. Seinen Wohnsitz habe er nach Singapur verlegt, doch tatsächlich nahe des Rechenzentrumsbunkers gelebt.

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...etwas seltsam: der „Trick“ am „Darknet“ ist doch eigentlich gerade, daß die Lokation eines...  lesen
posted am 06.10.2019 um 01:20 von Unregistriert

Ohne Strom nix los: Wie sah also die Stromversorgung aus: Lieferant Ohne ISP nix los: Wie sah...  lesen
posted am 04.10.2019 um 10:14 von Unregistriert


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