Artificial Intelligence, Autos und die CES

Nvidia liefert KI an Mercedes

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dietmar Müller

Ziel der Partnerschaft von Nvidia und Mercedes-Benz ist ein einzelnes System mit Selbstfahr- und Smart-Cockpit-Funktionen.
Ziel der Partnerschaft von Nvidia und Mercedes-Benz ist ein einzelnes System mit Selbstfahr- und Smart-Cockpit-Funktionen. (Bild: gemeinfrei, MMao / Pixabay / CC0)

Nvidia hat dieser Tage auf der International Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas neue Technologien und Partnerschaften rund um das autonome Fahren vorgestellt. Unter anderem will man mit Mercedes-Benz eine Vision für Fahrzeuge der nächsten Generation verwirklichen.

Ziel der Partnerschaft von Nvidia und Mercedes-Benz ist ein einzelnes System mit Selbstfahr- und Smart-Cockpit-Funktionen, das in Zukunft Dutzende kleinere Prozessoren ersetzt, die aktuell noch in Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Die Kooperation hat Tradition: Bereits im Vorjahr präsentierte man gemeinsam das Cockpit der Zukunft, die Mercedes-Benz User Experience. MBUX bringt die KI in den Alltag und ist mittlerweile in sieben Automodellen vertreten. Neun weitere kommen in diesem Jahr hinzu.

Im Juli bereits hatten die Unternehmen zusammen mit Bosch angekündigt, in San Jose ab der zweiten Jahreshälfte einen Robo-Taxi-Service zu betreiben. Diese Zusammenarbeit erstreckt sich nun auf das gesamte Fahrzeug, wobei Nvidias "Drive" genannten Software im Mittelpunkt einer neuen Fahrzeugarchitektur steht und eine energieeffiziente Rechenleistung für die KI-Software für fortschrittliche Mobilitätstechnologien bereitstellt.

Level 2 und darüber hinaus

Autonome Fahrzeuge werden unsere Straßen in den kommenden Jahren langsam aber sicher erobern. Der technologische Fortschritt wird nicht schlagartig von heute auf morgen passieren, sondern in fünf Stufen, vom unterstützten Fahren bis hin zum vollautonomen Kutschiert-Werden. Der Level 2 definiert das „teilautomatisierte“ Fahren: Der Wagen ist in der Lage, verschiedene Aufgaben für den Fahrer zu übernehmen, etwa das Einparken in eine Parklücke oder das „Mitschwimmen“ im Stop-and-Go-Verkehr.

Der auf der CES von Nvidia vorgestellte AutoPilot soll sowohl „autonome Fahrwahrnehmung als auch ein intelligentes Cockpit“ bietet. Er baut auf dem SoC-Prozessor Drive AGX Xavier und der Drive-Software.

Kooperation mit ZF

Auch für ZF stellt Nvidia die Plattform für neuste KI-Entwicklungen rund um Automotive: So basiert die skalierbare autonome Fahrlösung ZF ProAI auf Nvidia Deive Xavier-Prozessoren und der Drive-Software und bietet ein modulares Hardware-Konzept und eine offene Software-Architektur. Die Plattform bietet mit dem neu angekündigten ZF ProAI RoboThink – auf Basis von DRIVE AGX Pegasus – Fähigkeiten von Level 2+ bis Level 5.

ZF ProAI RoboThink ist ein KI-fähiger Supercomputer, der in Kombination mit dem ZF-Sensorset auch komplexe Verkehrssituationen schnell analysieren können soll. Dank einer Rechenleistung von bis zu 600 Billionen Rechenschritten pro Sekunde (600 Tera-OPS) ist die Steuerbox in der Lage, den Datenstrom von internen und externen Sensoren, cloudbasierten Input und Car-to-X-Kommunikation quasi in Echtzeit zu vernetzen und zu verarbeiten. Vernetzte Systemlösungen auf Basis der ZF-Cloud verbinden dabei Fahrzeuge mit dem Internet der Dinge – und damit auch mit Kundenanwendungen wie Bezahlsystemen oder Ride-Hailing-Angeboten.

„Wir stellen heute mit der ZF ProAI RoboThink den leistungsstärksten KI-fähigen Supercomputer vor, den die Mobilitätsbranche derzeit zu bieten hat”, sagte Wolf-Henning Scheider, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG. „Mit seinem einzigartigen Konzept in Bezug auf Flexibilität, Modularität und Skalierbarkeit beschleunigt unsere Plattform die Entwicklung von neuen Mobilitätskonzepten, um Menschen und Güter autonom zu bewegen.“

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