Dezentrale Steuerung parallel geschalteter Module

Modulare 3-phasige USV-Anlage von AEG

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die AEG-USV „Protect Plus M600“ erlaubt, nichtbenötigte Stromversorgungsmodule rotierend in den Ruhemodus zu versetzen.
Die AEG-USV „Protect Plus M600“ erlaubt, nichtbenötigte Stromversorgungsmodule rotierend in den Ruhemodus zu versetzen. (Bild: AEG Power Solutions)

„Protect Plus M600“ ist ein modulares USV-System von AEG, das bis zu 900 Kilovoltampere (kVA) ausgebaut werden kann. Das System, eine der jüngsten Unterbrechungsfreien Stromversorgungen des Herstellers, bietet einen hohen Wirkungsgrad im Doppelwandlerbetrieb (AC/AC), kompaktes Design und eine flexible Architektur.

Die Infrastruktur eines Rechenzentrums verändert sich fortwährend. Die USV-Anlage Protect Plus M600 von AEG soll darauf eine Antwort bieten. Das System mit transformatorlose IGBT-Technik soll skalieren: Bei einer Erhöhung der zu schützenden Last lassen sich Stromversorgungsmodule hinzufügen und bei einer Reduzierung Module entfernen. Eine n+x-Redundanz ist integriert sowie ein automatisches und vorhersagefähiges Strom-Management.

Jedes Modul verfügt über eigene Hardware, ist unabhängig steuerbar und kann mit weiteren Modulen innerhalb des Systems koordiniert zusammenarbeiten. Die Steuerung parallel geschalteter Module erfolgt dezentral in jedem 30-kVA Modul (kein zentralisiertes Steuerungssystem). Durch den Verzicht auf eine Master-Slave-Architektur soll der der Ausfall eines einzelnen Stromversorgungsmoduls keine Probleme verursachen können.

Es gibt drei Schrankgrößen zur Aufnahme von 6, 10 oder 20 Modulen (inklusive Redundanz). Die Schränke ermöglichen Eingangs- und Ausgangsanschlüsse an das elektrische System, die Batterieanlage und an die zu schützende Last mit zentralisierten statischen und manuellen Bypass.

Dieser Aufbau biete, so der Hersteller, eine Plattform zur Überwachung und Steuerung aller Parameter sowie aller historischen Ereignisse, da USV-Schrank, jedes einzelne Modul, das elektrische System und die angeschlossene Last miteinander verbunden sind. Informationen zu präventiven oder korrektiven Wartungsmaßnahmen sind über den LCD-Touchscreen einsehbar.

Die USV-Anlage „Protect Plus 600“ von AEG Power Solutions ist modular aufgebaut, skalierbar und flexibel im Design.
Die USV-Anlage „Protect Plus 600“ von AEG Power Solutions ist modular aufgebaut, skalierbar und flexibel im Design. (Bild: AEG Power Solutions)

Ausbaustufen und Wirkungsgrad

Bei den 180- und 300-kVA- Modellen lassen sich im Parallelbetrieb bis zu drei Schaltschränke miteinander verbinden, wodurch bis 900 kVA erreicht werden können. Die Protect-Plus-M600-Modelle bieten auch bei einem geringen Lastanteil einen Eingangsleistungsfaktor von >0,99 und eine Netzrückwirkung (THDi) am Eingang von <3 Prozent.

Diese Skalierbarkeit kann dazu beitragen, den Investitionsaufwand zu reduzieren und die Betriebskosten zu begrenzen. Im Doppelwandlerbetrieb (AC/AC) erreicht das System Wirkungsgradwerte bis zu 95,5 Prozent und bis zu 98,5 Prozent im ECO-Modus (VFD). Das hilft das System zu optimieren und Energieverschwendung zu vermeiden. „Der optimale Verlauf der Wirkungsgradkurve gewährleistet schon ab einer Auslastung von 35 Prozent maximale Energieeinsparungen“, wirbt der Hersteller.

Unterbrechungsfrei austauschbare Stromversorgungsmodule dienen einem vorhersagbaren Energie-Management und kurze Meantime to Repair (MTTR).
Unterbrechungsfrei austauschbare Stromversorgungsmodule dienen einem vorhersagbaren Energie-Management und kurze Meantime to Repair (MTTR). (Bild: AEG Power Solutions)

Für die Wartung von Vorteil ist es, dass alle Stromversorgungsmodule sowie andere kritische Komponenten von der Vorderseite des Schaltschranks entnommen werden können.

Protect Plus M600 enthält laut Hersteller:

  • eine benutzerfreundliche Bedienoberfläche
  • Software für Überwachung, Management und Shut-Down
  • eine serielle RS232-Schnittstelle
  • USB-Anschluss
  • EPO-Kontakt (für Fern-Notabschaltung)
  • Kontakt für Dieselbetrieb
  • Modbus-Anschluss im Standard und SNMP-Karte als Option
  • optionale Fernsteuerung
  • und Kabeleinführung unten (beim 300-kVA-Schrank)
  • Ruhezustand leistungsmäßig nicht benötigter Module
  • Ausgangsleistungsfaktor = 0,9
  • 10,4" Farb-Touchscreen
  • Doppeltüren für einfachen Zugang zu Rückseite für Anschluss und einfache Wartung
  • Selbstalterungstest
  • Kompatibel mit „MoniUPS

Für die 30 kVA USV-Module gilt:

  • isolierter Luftstrom mit redundanten Lüftern (keine Verschmutzung der Leistungselektronik durch Kühlluft)
  • eigenständiges LCD- Display für jedes Modul
  • autonome Inbetriebnahme (unabhängig vom Zentraldisplay)
  • abnehmbares Frontdisplay
  • Kaltstartfähigkeit
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