Vom Mail und Spielen über Blog und Accountverwaltung Mit der Managementsoftware Plesk Hosting-Dienste fest im Griff
Webhosting ist ein Geschäftsmodell, an dem fast alles virtuell ist. Speicherplatz, Transfervolumen, Zugriffsrechte und Software müssen gemanagt werden, wie es Plesk von SWsoft bei großen Hosting-Anbietern kann.
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Plesk hat sich bei den Hosting-Anbietern als Standard-Control-Panel für Shared, Virtual und dediziertes Hosting etabliert. Plesk liegt derzeit in der Version 8.2 vor und ist für Windows-, Linux- und BSD-Server erhältlich. Die Microsoft-Variante setzt den Windows-2003-Server voraus. Das Produkt unterstützt eine Reihe von Linux-Distributionen: Red Hat, Fedora, CentOS, Suse, Debian und Ubuntu; auch das neue Suse Linux 10.3 wird in Kürze unterstützt. Unter Linux lässt sich Plesk per Kommandozeile installieren und ist damit auch per Fernwartungszugang installierbar.
Administratoren wählen bei einer Plesk-Installation unter Linux aus 42 verfügbaren Modulen aus. Neben den eigentlichen Web-, E-Mail- und FTP-Serverdiensten können eine ganze Reihe Anwendungen, Programmierschnittstellen, Game-Server und Datenbanken gesteuert werden. Letztere dürfen seit der Version 8.0 auch auf dedizierten Servern residieren, die einen deutlichen Performance-Sprung erlauben. Neben dem eigentlichen Control Panel bringt Plesk eine Sammlung von Anwendungen mit, die aus dem so genannten Application Vault auf dem Server installiert werden können. Im Application Vault bietet Plesk kommerzielle Anwendungen wie osCommerce, die Shopsysteme Miva Merchant und WebShopManager sowie Web-2.0-Komponenten wie Blogs, Content-Managementsysteme, Chat, Gästebücher und Wikis.
Erste Schritte
Seit der Version 8.0 fasst das Programm die wichtigsten Funktionen auf der Startseite in einem so genannten Desktop zusammen. Hier lassen sich Accounts für Hosting-Kunden also Reseller, Domain-Besitzer und E-Mail-Benutzer erzeugen, Datenbanken anlegen und die Auslastung des Systems kontrollieren. Die Lösung ermöglicht es, Parameter für Kunden-Accounts festzulegen wie Obergrenzen für Speicherplatz, Anzahl der Domains, Datenbanken, Mailboxen und so weiter. Neben den quantitativen Grenzen sollten auch die Rechte des Kunden gründlich durchdacht werden. Die Verwaltung des Antivirusprogramms ist meist beim zentralen Server-Admin besser aufgehoben als bei den einzelnen Kunden. Dagegen kann es sinnvoll sein, den Spamfilter vom Kunden pflegen zu lassen, um die vielen Fehlalarme in diesem Bereich dezentral abzufangen. Interessant für das Hosting-Geschäft sind noch die Domain-Vorlagen, die Administratoren für jeden Kunden definieren können. In diesen Vorlagen sind die Hosting-Produkte für die Endkunden festgelegt.
Datensicherung
Plesk verfügt über mehrere Backup-Schnittstellen, beispielsweise zu dem optional erhältlichen Programm AcronisTrue Image (www.acronis.de). Die Inhalte der verschiedenen Accounts lassen sich aber auch komfortabel aus der Plesk-Oberfläche sichern. Ob der Admin für die Datensicherung zuständig ist oder die Kunden, kann frei eingestellt werden. Als Admin können Hosting-Anbieter die Kunden-Accounts im Menü des jeweiligen Kunden sichern. Der eingebaute Plesk-Updater holt die aktuellsten Updates vom offiziellen Server des Herstellers. Der Updater kann auch das Betriebssystem RedHat Enterprise Linux ES aktualisieren.
Gegen Malware bietet Plesk eine Schnittstelle zu den Antivirenprogrammen Kaspersky Antivirus und Dr.Web, die den E-Mail-Verkehr filtern. Das Watchdog-Modul überwacht den Apache-Webserver sowie Festplatten- und Prozessorauslastung. Zudem kann Watchdog das System auf Root-Kits, lokale Exploits und anderen Schadcode untersuchen. Mit dem Firewall-Modul konfigurieren Administratoren den eingebauten Paketfilter ihres Betriebssystems. Plesk verfügt über einen umfangreichen Regelsatz, der zunächst den Zugang zu allen benötigten Diensten von überall her erlaubt. Das Modul für verschlüsselte Internet-Verbindungen basiert auf der OpenVPN-Lösung, die OpenSSL für die Verschlüsselung und den virtuellen TUN/TAP-Treiber für die Tunnelung einsetzt. Zudem unterstützt Plesk das Sender Policy Framework (SPF) und das Mail Abuse Prevention System (MAPS). Plesk verwaltet mit seinem Master-Slave-Konzept ganze Serverfarmen. Dabei werden auf alle Slave-Server die Einstellungen des Masters übertragen. Für Hilferufe von Benutzern ist ein eigenes Helpdesk mit einem komfortablen Ticketsystem eingebaut.
Ausblick
Plesk wird ständig weiterentwickelt. Mit der Version 8.2 lanciert SWsoft ein neues Anwendungsformat, das durch standardisierte Schnittstellen Software von unterschiedlichen Herstellern integriert und den Kunden ein einheitliches Login bietet. Direkten Nutzwert für den Anwender bietet die zusätzliche AWStats-Schnittstelle, die alternativ zu Webalizer die Besucherstatistik der einzelnen Domains auswerten kann. Ebenfalls neu sind seit der Version 8.1 die Schnittstellen zu MySQL 5.0 und den Skriptsprachen Ruby und Ruby on Rails. Und wer seinen Benutzern mobile E-Mails à la Blackberry anbieten möchte, kann mit Mobile-IMP den Zugriff auf Web-Mail von WAPfähigen Handys ermöglichen.
Mit Version 8.3., die derzeit im Beta-Stadium ist, unterstützt Plesk auch Microsoft Windows Server 2008 und Internet Information Services 7.0.
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