Rechenzentrumsausbau in Großbritannien Microsoft steigt aus dem Nscale-Rechenzentrum in Loughton aus

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Der Netzanschluss in den 2030er-Jahren gefährdet den Zeitplan für ein geplantes KI-Rechenzentrum in England. Microsoft zieht sich laut einem Medienbericht als Ankermieter zurück. Aber Nscale hält am Standort fest.

Hier ist das Microsoft-Rechenzentrum in Wisconsin, in den USA, zu sehen. Der Hyperscaler war als Ankermieter im Nscale-Projekt in Loughton vorgesehen. Fragen darüber, ob sich Microsoft ein anderes Projekt sucht und wer der neue Nscale-Ankermieter wird, bleiben offen.(Bild:  Microsoft)
Hier ist das Microsoft-Rechenzentrum in Wisconsin, in den USA, zu sehen. Der Hyperscaler war als Ankermieter im Nscale-Projekt in Loughton vorgesehen. Fragen darüber, ob sich Microsoft ein anderes Projekt sucht und wer der neue Nscale-Ankermieter wird, bleiben offen.
(Bild: Microsoft)

Microsoft zieht sich laut einem Bericht der britischen Zeitung The Telegraph aus einer geplanten Vereinbarung für ein Rechenzentrum des KI-Infrastrukturanbieters Nscale in Loughton in der Grafschaft Essex zurück. Der Konzern war als Ankermieter für den Standort vorgesehen.

Als Grund für den Rückzug nennt der Bericht keine konkrete Ursache. Bekannt sind Schwierigkeiten bei der Stromversorgung und Verzögerungen. Das könnte der Grund für den Rückzug sein.

Netzanschluss erst in den 2030er-Jahren

Nach Angaben des Telegraph haben die zuständigen Behörden Nscale darauf hingewiesen, dass der Standort möglicherweise erst in den 2030er-Jahren an das Stromnetz angeschlossen werden kann. Dadurch erschweren sich die Planung erheblich.

Nach eigenen Angaben hält Nscale an der Entwicklung in Loughton fest. Das Unternehmen prüft nun alternative Stromquellen und weitere Möglichkeiten für den Ausbau seiner Infrastruktur in Großbritannien. Dass die Geschäftsbeziehung zu Microsoft weiterhin besteht, betont Nscale. Die Schwierigkeiten bei der Stromversorgung hätten keine Auswirkungen auf andere Verträge.

Microsoft hat sich zu dem berichteten Rückzug bisher nicht öffentlich geäußert.

Verzögerungen auch in Norwegen

Auch beim norwegischen Vorzeigeprojekt von Nscale kommt der Ausbau langsamer voran als geplant. Von der vorgesehenen Kapazität von 30 Megawatt (MW) sind dem Bericht zufolge derzeit 6,4 MW in Betrieb. Die Verzögerung beträgt rund sechs Monate.

Die Probleme in Großbritannien und Norwegen fallen in eine Phase, in der Nscale einen möglichen Börsengang vorbereitet. Dieser könnte bereits im Oktober bis zu drei Milliarden US-Dollar einbringen. Zugleich ist das Unternehmen stark von wenigen Großkunden abhängig. Den Unterlagen für den geplanten Börsengang zufolge entfallen rund 85 Prozent des Vertragsvolumens auf Microsoft und Anthropic.

Der berichtete Rückzug von Microsoft als Ankermieter könnte damit sowohl den Ausbau in Loughton als auch die Vorbereitung des Börsengangs erschweren. Wie Nscale die geplante Kapazität am britischen Standort ohne die bisher vorgesehene Vereinbarung vermarkten wird, ist bislang offen.

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