Krieg gegen digitale Infrastruktur Irans nächsten Ziele sind Google, Microsoft, Nvidia

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Nach den bestätigten Drohnenangriffen auf drei AWS-Rechenzentren hat der Iran eine Liste neuer Angriffsziele veröffentlicht. Betroffen sein könnten Cloud-Infrastrukturen von Google, Microsoft und Nvidia in Israel und den Golfstaaten.

Der Iran kündigt an, weitere digitale Infrastrukturen in Israel und den Golfstaaten anzugreifen.(Bild:   / CC0)
Der Iran kündigt an, weitere digitale Infrastrukturen in Israel und den Golfstaaten anzugreifen.
(Bild: / CC0)

Was zunächst als Vorfall mit nicht identifizierten „Objekten" gemeldet wurde, ist inzwischen bestätigt: Eine iranische „Shahed-136“-Drohne traf am 1. März ein AWS-Rechenzentrum in den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE). Wenig später wurde eine zweite AWS-Anlage in den UAE getroffen, anschließend ein drittes Rechenzentrum in Bahrain. Dort explodierte eine Drohne in unmittelbarer Nähe der Anlage.

AWS bestätigte strukturelle Schäden, Stromausfälle und zusätzliche Wasserschäden durch die Löscharbeiten. Das AWS-Netzwerk ist zwar auf den Ausfall einzelner so genannter Availability Zones ausgelegt, doch die koordinierten Treffer auf zwei Standorte in den UAE plus Bahrain überforderten diese Redundanz.

Die Folgen für die Bevölkerung waren unmittelbar: In einer Region, in der neun von zehn Einwohnern der UAE Ausländer sind und viele alltägliche Abläufe über Apps organisiert sind, traf dieser Ausfall besonders hart: Millionen Menschen in Dubai und Abu Dhabi hatten keinen Zugang zu Banking-Apps, konnten nicht für Transport bezahlen oder Essen bestellen.

Der Iran kündigt an, weitere Cloud-Infrastrukturen anzugreifen

Die Islamische Revolutionsgarde begründete die Angriffe damit, die Rolle der Rechenzentren bei der Unterstützung „militärischer und nachrichtendienstlicher Aktivitäten des Feindes" zu untersuchen. Damit gelten kommerzielle Cloud-Infrastruktur nun als legitimes Angriffsziel.

Das Medium Al Jazeera berichtet, dass am 11. März eine Liste weiterer Ziele veröffentlicht wurde: Genannt werden Büros und Cloud-Infrastruktur in israelischen Städten sowie in den Golfstaaten von Google, Microsoft, Palantir, IBM, Nvidia und Oracle.

Der Krieg, der mit amerikanisch-israelischen Angriffen am 28. Februar begann, ist damit auch zu einem Angriff auf digitale Infrastruktur geworden. Für Betreiber von Rechenzentren in der Region stellt sich damit neben der Frage nach physischer Sicherheit auch die Frage, wie eng die eigene Infrastruktur mit militärischen Nutzern verknüpft ist.

Anm.d. Red.:Vielen Dank an den Autor Jakob Jung, der vorab bereits Informationen gesammelt hatte.

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