Mit hyperkonvergenten Infrastrukturen soll es Unternehmen möglich sein, in wenigen Minuten ein durchgängig virtuelles, softwarebasiertes Rechenzentrum aufzubauen. Ist das wirklich so einfach und wann ist es sinnvoll?
Konvergenz bezeichnet in der Grafik das Zusammenlaufen von (optischen) Linien. In der IT sind Virtualisierung, Storage, Compute und Netzwerk in einem System vereint.
Konvergenz vereinfacht die IT-Infrastruktur: Verschiedene Komponenten werden dabei zu einer Appliance zusammengefügt und zentral verwaltet. Die einzelnen Elemente werden so konfiguriert und miteinander kombiniert, wie es aus oft jahrelanger Erfahrung der IT-Teams am besten funktioniert.
Oft entstehen so konvergente Systeme aus der Praxis heraus. Als hochspezialisierte, vorkonfigurierte Rack-Lösung beispielsweise sind sie schnell einsatzbereit, weitere Komponenten können relativ einfach hinzugefügt werden.
Hyper Converged Infrastructure (HCI) weitet dieses Konzept auf die gesamte Infrastruktur aus. Die Konvergenz findet nun über eine vollständige Virtualisierung der IT-Architektur statt. Dabei wird die Software, die bisher die einzelnen Geräte steuerte, durch eine übergreifende Intelligenz ersetzt. Diese Hypervisor- oder Management-Software übernimmt nun die zentrale Steuerung aller Komponenten der Infrastruktur-Appliance, die mindestens aus Netzwerk, Storage und Server besteht.
Über Gridscale
Die Gridscale GmbH mit Sitz in Köln entwickelt seit 2014 Angebote für Infrastructure sowie Platform as a Service (IaaS und PaaS), mit denen Endkunden und Reseller Cloud-Infrastrukturen betreiben. Die Kunden können zwischen Infrastructure-as-a-Service-Komponenten, beispielsweise verteilten Speicherlösungen, Load Balancern und virtuelle Servern, sowie komplementären Platform-as-a-Service-Elementen, zum Beispiel automatisch skalierenden Datenbanken und IoT-Komponenten, wählen.
Die Gridscale Public Cloud bildet auf diese Weise die zentrale IT-Plattform diverse Cloud-Szenarien und für die Umsetzung ganz unterschiedlicher Digitalprojekte - vom dynamisch skalierenden Webshop bis hin zur komplexen SaaS- oder Enterprise-IT-Lösung.
Gridscale wurde von Henrik Hasenkamp, Michael Balser und Torsten Urbas gegründet. Crisp Research zählt das Unternehmen zu den Innovatoren im Cloud Computing.
Hyperkonvergenz meint Software-definiert
Das Prinzip ähnelt einem Cloud-Service: Die Hardware ist für die Nutzer und Administratoren nicht sichtbar, sie greifen über eine abstrahierte Ebene mit virtuellen Servern auf die verteilten Ressourcen zu. HCI-Systeme sollen so die Leistung und Zuverlässigkeit eines hauseigenen Rechenzentrums mit der Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit einer Cloud verbinden.
Zugleich bilden sie oftmals die Voraussetzung für anspruchsvolle Hybrid-Szenarien mit Zugriff auf einen verteilen Ressourcenpool in der eigenen Private- wie in der öffentlichen Public-Cloud. Die Verwaltungssoftware ist in einigen Fällen sogar in der Lage Software wie Datenbanken, Kubernetes, Key-Value-Stores und andere für Entwickler wichtige IT-Dienste zu managen.
HCI-Systeme haben Vor- und Nachteile – ob sie im konkreten Anwendungsfall die beste Lösung sind, variiert je nach Rahmenbedingungen. Es geht vor allem darum, die IT-Infrastruktur zu vereinfachen und Bereitstellungsprozesse zu beschleunigen: So müssen die einzelnen Geräte beispielsweise nicht einzeln eingerichtet und die separaten, oft proprietären Betriebssysteme aufeinander abgestimmt werden. Als Hardware können vergleichsweise günstige Standardprodukte zum Einsatz kommen, was gerade auch die Kosteneffizienz von HCI-Lösungen im laufenden Betrieb weiter erhöht.
Die Vorteile der Hyperkonvergenz
Während in herkömmlichen Rechenzentren meist externe Speicher-Systeme angebunden werden, nutzen HCI-Appliances so genannten Direct Attached Storage (DAS), also etwa Festplatten, die direkt mit dem Server verbunden sind. Die zentrale Softwareschicht managt die Speicherkapazitäten (Software-defined Storage) und verteilt sie gemäß dem Bedarf der Anwendungen. Das erlaubt eine flexiblere Nutzung begrenzt vorhandener Ressourcen.
Die verbindende Komponente ist ein Softwarebasiertes Netzwerk (SDN), dessen Funktionen nicht auf dedizierte Hardware angewiesen ist, sondern freien Geräten dynamisch zugewiesen werden können. Während bei konventionellen Netzwerken Änderungen an Konfigurationen parallel an mehreren Geräten durchgeführt werden müssen, trennt das SDN die Steuerung von der Hardware. Das macht die Hardware einfacher austauschbar und günstiger sowie IT-Infrastruktur-Lösung flexibel an sich ändernde Bedarfe anpassbar.
Nicht nur Vorteile
Während sich die Hardware-Situation vereinfacht, steigt die Komplexität der Software. Die Virtualisierungssoftware (Hypervisor) ist vielschichtig sowie multifunktional und damit komplexer als die einzelnen Betriebssysteme der Geräte.
Der Hypervisor und ausgeklügelte Sicherheitssysteme werden zum zentralen Element der gesamten Infrastruktur, was die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Produkt oder einen Anbieter erfolgskritisch macht. Auch der Betrieb einer verteilten Storage-Lösung ist oft aufwändiger als der eines traditionellen Storage Array. Zudem ist der Umstieg auf ein neues IT-Infrastruktur-Paradigma immer mit Aufwand, Investitionskosten und Risiken verbunden.
Wann lohnt es sich, über HCI nachzudenken?
Für Unternehmen, die von einer Hardware-zentrierten auf eine virtualisierte Umgebung wechseln wollen, ist der hyperkonvergente Ansatz eine gute Option. Besonders für virtuelle Desktop-Infrastrukturen (VDI) sind HCI-Systeme die passende Basis. Das liegt daran, dass auf die ständigen Veränderungen durch Anwendungen im Desktop-Umfeld schnell reagiert werden kann. Gleichzeitig bleibt ein Höchstmaß an Sicherheit durch eine zentrale Steuerung gewährleistet.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Die hohe Performance und Agilität machen HCI auch für leistungsintensive Szenarien, wie die agile Software-Entwicklung (DevOps), Anwendungen im Umfeld vom Internet der Dinge (IoT) oder Big Data interessant, da eine moderne HCI-Lösung das Paradigma des “Infrastruktur-as-Code” unterstützt.
IT-Experten automatisieren somit vergleichsweise komplizierte Betriebs- und Arbeitsabläufe mithilfe moderner API-Schnittstellen und führen so zu einer signifikanten Kostenreduktion im IT-Betrieb. Benötigt ein Unternehmen für einen absehbaren Workload ein schnell einsetzbares Rechenzentrum, kann es eine komplett fertige HCI-Box als Software-Appliance erwerben oder – noch flexibler – als Infrastructure-as-a-Service (IaaS) mieten.
Die Gefahr der Überdimensionierung
Dennoch sollten Unternehmen keine übereilten Entscheidungen treffen. Denn solche vorkonfigurierten Angebote decken nicht immer alle individuellen Bedürfnisse ab. Noch herausfordernder kann ein Wechsel von einzelnen etablierten Systemen zu einer neuen hyperkonvergenten Infrastruktur sein.
Meist sind nicht alle Funktionen und Systeme der bisherigen Infrastruktur abbildbar. Es gilt sorgfältig abzuwägen, wieviel Vereinfachung möglich und sinnvoll ist. Abhängigkeiten zu einzelnen Anbietern (den gefürchteten Vendor-Lock-In) gilt es dabei nach Möglichkeit zu vermeiden.
Als CEO von Gridscale verantwortet der Autor, Henrik Hasenkamp, die Strategie und Ausrichtung des Unternehmens.
(Bild: Gridscale GmbH)
Ob eine HCI-Umgebung die passende Infrastruktur ist, hängt demnach vom konkreten Anwendungsfall ab. Dafür ist es notwendig sich vorher eingehend mit den Zielen der Hardware-Beschaffung und dem tatsächlichen Bedarf zu beschäftigen. Soll heißen: HCI eignet sich weniger als Ergänzung, wenn die vorhandene IT an Ressourcengrenzen stößt.
HCI-Systeme sind zwar selbst einfach skalierbar, jedoch meist über relativ hohe, stufenweisen Erweiterungsschritte. Das heißt: Im Erweiterungsfall wird gleich eine komplette HCI-Box dazugestellt, auch wenn nur wenig zusätzlicher Storage benötigt wird. Durch die vergleichsweise hohen Anschaffungskosten für HCI-Systeme erleben Kunden dadurch hohe sprungfixe kosten.
Abwägung der Argumente
Das ist keine Überraschung, schließlich bekommt man eine funktionierende IT-Infrastruktur als Ganzes, die zudem mit niedrigen Betriebskosten punktet. Hier punkten dann einige wenige Hersteller mit dem so genannten Scale-Out in eine flexible (public) Cloud, um insbesondere bei temporären Bedarfen auf eine Alternative zu der vergleichsweise hohen Investition des Ausbaus der eigenen Infrastruktur zurückgreifen zu können.
Die Hauptargumente für HCI-Infrastrukturen sind die Reduzierung der IT-Komplexität, die schnelle und unkomplizierte Inbetriebnahme, die hohe Skalierbarkeit bei hoher Verfügbarkeit sowie die geringen Betriebskosten. Der Entscheidung für eine solche Transformation sollte eine umfassende Bestandsaufnahme und konkrete Bedarfsanalyse vorausgehen. Passen der Anwendungsfall und die HCI-Eigenschaften zueinander, ergibt sich eine performante, einfach zu verwaltende IT-Infrastruktur, die so nicht zu geringeren Kosten bereitgestellt werden kann.
* Henrik Hasenkamp ist CEO und Mitgründer der Gridscale GmbH, so dass er die Strategie und Ausrichtung des europäischen Infrastructure- und Platform-as-a-Service-Anbieters bestimmt.