Für fast die Hälfte der mittelständischen Firmen bleibt Cloud eine leere Worthülse

HP Cloud Index: Jeder neunte Mittelständler nutzt die Cloud

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Software as a Service als Treiber

Unter den befragten Unternehmen wird aktuell besonders Software (SaaS) in einem Cloud-Modell genutzt und sich auch in den kommenden Befragungswellen stark positiv entwickeln. SaaS ist bereits in vielen Unternehmen ein etabliertes Bezugsmodell. Die Marktreife und Angebotsdichte der Anwendungen steigen beinahe täglich.

Während 32 Prozent der derzeitigen SaaS-Nutzer ihre Software über ein Public Cloud Modell beziehen, ist die Private Cloud (mit 44 Prozent der Cloud Nutzer) auch im SaaS-Bereich das bevorzugte Bezugsmodell. Die Bereitstellung durch einen externen Dienstleister spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Bereitstellung durch die unternehmenseigene IT.

Im Public Cloud Sektor sind SaaS-Verträge oft nicht flexibel gestaltbar, sondern laufen wie im klassischen Lizenzgeschäft meist über einen fest definierten Zeitraum. Es bleibt abzuwarten, wie lange SaaS-Anbieter auf diesem Relikt aus dem klassischen Lizenzgeschäft beharren können. Üblich sind etwa im CRM-Bereich Laufzeiten über ein Jahr.

Standard-Anwendungen sind präferiert

Das bietet für die Anbieter ein gewisses Maß an Kontinuität. Das Versprechen der permanenten Skalierbarkeit aber lässt sich für die Anwender nicht halten.

Zu den bevorzugten Cloud Services zählen stark standardisierte Anwendungen, zum Beispiel Collaboration-, Security- oder Finanzbuchhaltungs-Lösungen. Aufgrund der Mobilitätsanforderung ist auch CRM aus der Cloud in der Spitzengruppe anzutreffen.

Besonders auffällig ist der prognostizierte Einsatz von Office und E-Mail Lösungen: Cloud-Angebote wie Office 365 oder LotusLive scheinen im Mittelstand auf fruchtbaren Boden zu fallen.

Infrastruktur

Flexibler Einsatz von Infrastruktur Diensten

Im Vergleich zu den Software-Services werden Infrastruktur-Services (IaaS) im Mittelstand weitaus flexibler genutzt. Hier erfüllen sich für die Anwender bereits die Flexibilitäts- und Skalierbarkeitsversprechen des Cloud Computing: Die Geschäftsprozesse werden punktgenau und bei Bedarf mit Servern, Rechenleistung und Speicherplatz unterstützt. Die Mehrzahl der IaaS-Nutzer setzt dabei auf externe Dienstleister – neben der Public Cloud auch auf von Dienstleistern betreute Private Clouds.

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Der Autor:

Stefan Neitzel, Berater bei Techconsult: „Die Etablierung von Instrumenten zur Virtualisierung und Automatisierung von IT-Prozessen hat in vielen mittelständischen Unternehmen bereits eine effizientere und flexiblere Nutzung der vorhandenen IT-Ressourcen ermöglicht. Erschöpfen sich diese Effekte, ist Cloud Computing der nächste logische Schritt zur Kostenreduktion und Effizienzsteigerung. Voraussetzung ist allerdings das Auffüllen der in vielen Unternehmen noch vorhandenen Informationslücken zum Thema Cloud Computing.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Stefan Neitzel ist Research Analyst bei Techconsult

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