Suchen

Brodelnde Gerüchteküche zum 1. April: Sensation im RZ-Bau Google baut das erste Unterwasser-Datacenter

| Autor: Ulrike Ostler

Unter Insidern kursierte das Gerücht längst. Heute bestätigt sich: Google baut das erste Unterwasser-Rechenzentrum. Mit einem PUE-Wert von 1,03 und auf einer Fläche so groß wie die Großbaustelle BER, versorgt das Cloud-Datacenter künftig vor allem die Haushalte und Unternehmen von Colorado und Utah.

Firmen zum Thema

Über dem Boden schwebend nimmt das neue Google-Rechenzentrum Form an. Große Stahlträger dienen sowohl zur Stabilisierung der Konstruktion als auch zur Stromversorgung.
Über dem Boden schwebend nimmt das neue Google-Rechenzentrum Form an. Große Stahlträger dienen sowohl zur Stabilisierung der Konstruktion als auch zur Stromversorgung.
(Bild: Google (http://www.google.com/about/datacenters/gallery/#/tech/3))

Würde man vom Osten aus den Rocky Mountains auf das Basin-Rechenzentrum blicken, sähe man: nichts. Wie Jürgen Strate, Chef des IBM-Teams, das als Generalunternehmen bereits den Bau von Rechenzentren verantwortet hat, bestätigt: „Es ist genauso teuer, ein Rechenzentrum oberirdisch zu bauen, wie unterirdisch.“

Zwar geht es dieses Mal unter Wasser und die Baukosten sind noch nicht bekannt, doch aus Nachhaltigkeits – und Umweltschutzgründen rechtfertige sich der Standort allemal, heißt es aus Google-Insider-Kreisen. So sei das Leben der gefährdeten grauen Steinbeißermaus und der gemeinen Frisch-Öl-Barbe sowie der seltenen Mikro-Hummer-Amphibie nicht gefährdet.

Für IBM beispielsweise gilt Wasser ohnehin als das optimale Kühlmittel für Rechner, vor allem in HPC-Umgebungen. Verdunstungskälte beziehungsweise adiabatische Kühlung kommt auch hierzulande bereits in vielen Rechenzentren zum Einsatz. Doch das geplante Google-Rechenzentrum geht noch weiter. Hier will der Datensammler sein eigenes Wasserkraftwerk betreiben, das nicht nur für direkte Kühlung sorgen soll, sondern auch den enormen Strombedarf decken kann.

LRZ liefert die RZ-Komponenten

Google selbst rechnet mit einer Rekordbauzeit von acht Monaten und kauft daher die komplette LRZ-Ausstattung (LRZ = Leibniz Rechenzentrum). Die Münchner können im Gegenzug ihr Vorzeigeprojekt modernisieren, also mit neuen Micro-Servern und Infrastruktur bestücken, sowie ausbauen. Geplant ist unter anderem Fernwärme aus dem Rechenzentrum von Eching bis Freising. Auch dem Kernreaktor in unmittelbarer Nähe wollen die LRZ-Verantwortlichen mit einem Wärmezuschuss aushelfen.

In einer Übergangszeit werden Studenten und Hochschullehrer eingeladen, in dem neuen Google-Rechenzentrum zu arbeiten, erläutert LRZ-Leiter Thomas Schildstreich. Taucheranzüge sowie Shampoo würden gestellt.

(ID:43288193)

Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin DataCenter-Insider, DataCenter-Insider