Welche UPS soll es sein für ein betriebssicheres Rechenzentrum?

Energie-Effizienz versus Verfügbarkeit - PUE in der USV

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Die Auswahlkriterien

Modulares Wachstum der Energiequelle mit der Last vertikal und horizontal mit einer "Modulys Greenpower" von Socomec.
Modulares Wachstum der Energiequelle mit der Last vertikal und horizontal mit einer "Modulys Greenpower" von Socomec.
(Bild: Socomec)
Um diesen Hintergrund zu verfolgen, gibt es verschiedene Lösungsansätze. Erster Ansatz ist die Ausfallsicherheit durch modulare USV. Die Modularität und Anpassungsfähigkeit von unterbrechungsfreien Stromversorgungssystemen stellt sich als grundlegende Anforderung im Rechenzentrum dar, um bei Laständerungen flexibel und ohne Unterbrechung durch Einrichtungs- und Rüstzeiten auf ein neues Lastprofil reagieren zu können.

Ein weiterer Gesichtspunkt im Rechenzentrum ist die aktive Einflussnahme auf den Betrieb von USV-Systemen einem sogenannten Energy Saver System, in der Regel bei modular ausgeführten aber auch Single-Systemen. Hinter dem Begriff steckt ein Modus, der dafür sorgt, dass im Teillastbetrieb ein derzeit möglicher optimaler Wirkungsgrad erreicht werden kann.

Die zeitweise nicht benötigten Parallelsysteme werden unter Berücksichtigung der Einhaltung höchsten Störelimination (VFI SS 111) in einem Standby-Modus oder in Ruhestellung zur Optimierung des Wirkungsgrades geschaltet. Hierdurch wird nicht nur die Verlustwärme reduziert, sondern auch die unterbrechungsfreie Versorgung der kritischen Last zu jedem Zeitpunkt sichergestellt und gleichzeitig der Wirkungsgrad maximiert.

Alternativ können auch automatisierte Bypass-Schaltungen über den sogenannten Eco Mode den Wirkungsgrad erhöhen, hier muss allerdings der Anwender eines Rechenzentrums seine Last analysieren, da in der Regel der höchste Grad der Störelimination, der Klassifizierungscode VFI SS 111, verlassen wird.

In industriellen Umgebungen ist diese Betriebsart in der Praxis anzutreffen. Im Rechenzentrum muss über ein geeignetes Design der Gesamtlösung nachgedacht werden, um diese Betriebsart in die Praxis umzusetzen. Für sehr hohe Qualitäts- und Verfügbarkeitsanforderungen ist diese Betriebsart nicht anwendbar.

Typische Kennlinie Wirkungsgrad Energie-effizientes USV System.
Typische Kennlinie Wirkungsgrad Energie-effizientes USV System.
(Bild: Steffen Breiter)
Die sicherste Möglichkeit der Energie-Effizienzanalyse für den Anwender und Betreiber ist es, im VFI Mode den höchsten Wirkungsgrad zu erreichen. Erzielbare Wirkungsgrade sind heute durch Einsatz der sogenannten Level 3 Technologie größer 96 Prozent über die gesamte im Rechenzentrum übliche Ortskurve sowie in den relevanten Teillastbetrieben für Single und Parallelsysteme.

Um die Investitionssicherheit zu gewährleisten, empfiehlt der Autor eine genaue Analyse des tatsächlichen Lastprofils – etwa Teillast und Leistungsfaktor – respektive des tatsächlich erreichbaren Wirkungsgrades des Unterbrechungsfreien Stromversorgungssystems (USV). Dies sind wichtige Faktoren des Investors und späteren Betreibers.

Hochwertige Informationsquellen zu diesen Themen sind jedoch nur eingeschränkt verfügbar. Wer sich schlauer machen möchte, ist etwa gut bei den Events der Veranstaltungsreihe „Datacenter Experience“ aufgehoben, die morgen in Frankfurt beginnt (siehe: Kasten).

Der Autor:

Steffen Breiter arbeitet bei Socomec UPS GmbH in Mannheim und gehört zu den Initiatoren der Veranstaltungsreihe „Datacenter Experience“.

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