Datacenter von der Stange und doch individuell

Datacenter One baut Rechenzentren in 6 Monaten am Wunschstandort

| Redakteur: Ulrike Ostler

Das Rechenzentrum „LEV-1„“ verfügt über eine modulare Bauweise, kombiniert mit der bereits für den nächsten Bauabschnitt vorliegenden Baugenehmigung. Das ermöglicht einerseits eine individuelle Ausstattung in Bezug auf Fläche und in rekordverdächtiger Zeit.
Das Rechenzentrum „LEV-1„“ verfügt über eine modulare Bauweise, kombiniert mit der bereits für den nächsten Bauabschnitt vorliegenden Baugenehmigung. Das ermöglicht einerseits eine individuelle Ausstattung in Bezug auf Fläche und in rekordverdächtiger Zeit. (Bild: Datacenter One)

Die Globalways AG, Stuttgart, hat unter der Bezeichnung „Datacenter One“ die Entwicklung und den Betrieb individueller Rechenzentren gebündelt. Kern der Geschäftsidee ist es, die Bauzeit für Rechenzentren auf sechs bis neun Monate zu reduzieren, und diese Innovation zu vermarkten. Das erste Rechenzentrum steht in Leverkusen; hier sind die Eckdaten.

Das erste Rechenzentrum der Bauart Datacenter One, „LEV-1“, ging nach sechsmonatiger Bauzeit im März 2017 in Betrieb. Doch innerhalb der kommenden Jahre sollen weitere Datacenter-One-Rechenzentren in ganz Deutschland entstehen. LEV-1 erfüllt die Sicherheitsstandards und Energie-Effizienzanforderungen, die heute an ein neues Rechenzentrum gestellt werden und lässt sich darüber erweitern. Für Unternehmen, die mehr als 500 Quadratmeter Fläche benötigen, baut Datacenter One innnerhalb von sechs bis neun Monaten am Wunschstandort.

Ad van der Meijs, Vorsitzender der Geschäftsführung von Datacenter One, erläutert, wo er den Bedarf sieht: „Viele Rechenzentren in Deutschland sind in die Jahre gekommen und entsprechen nicht mehr den aktuellen Sicherheits- und Effizienzstandards. Mit unserem Konzept müssen Unternehmen jetzt nicht mehr zwei Jahre warten, bis sie eine moderne Infrastruktur nutzen können. Ab 500 Quadratmeter aufwärts bauen wir am Wunschstandort, so dass auch Unternehmen abseits der Metropolen innovative Infrastruktur für die Digitalisierung, Big-Data- und Industrie-4.0-Anwendungen nutzen können.“

Die Rechenzentren von Datacenter One verfügen über eine automatische Brandmelde- und Gas-Löschanlage, Brandfrühesterkennung (RAS), Netzersatzanlagen mit CO2-Löschanlage sowie eine Einteilung in mehrere Brandabschnitte.
Die Rechenzentren von Datacenter One verfügen über eine automatische Brandmelde- und Gas-Löschanlage, Brandfrühesterkennung (RAS), Netzersatzanlagen mit CO2-Löschanlage sowie eine Einteilung in mehrere Brandabschnitte. (Bild: Datacenter One)

Mit einem halben Jahr Bauzeit

Der Spatenstich für LEV-1 mit 2.000 Quadratmetern Fläche war im Oktober 2016, die Inbetriebnahme fand im März 2017 statt. Insgesamt wurden 26 Kilometer Niederspannungskabel, 44 Kilometer Schwachstrom- und Datenkabel, 18 Kilometer Glasfaserkabel und 350 Tonnen Stahl verbaut.

LEV-1 hat einen Energie-Effizienzwert (Power Usage Effectiveness, kurz PUE) von unter 1,3 und wird ausschließlich mit Ökostrom betrieben. Es ist BSI Grundschutz ISO 27001 sowie TÜV-IT TSI (Trusted Site Infrastructure) Level 3 und DIN EN 50600 zertifiziert. Da sich die letzten beiden Prüfverfahren auf die physische Sicherheit konzentrieren, haben sie eine höhere Aussagekraft, als die ISO-Zertifizierungen und sind deshalb im Bankenumfeld besonders wichtig.

Zu den weiteren Merkmalen gehören:

  • Anbindung an 15 nationale und internationale Carrier sowie Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft und IBM
  • 100 Prozent Ökostrom
  • Internet-Upstream mit bis zu 100 Gigabit Bandbreite
  • Individuelle Anpassung der angemieteten RZ-Fläche
  • individuelle Standortvernetzung per DWDM
  • Remote Hands: Techniker von Datacenter One stehen vor Ort zur Verfügung
  • Zwei getrennte Meet-Me-Räume,
  • Notfallarbeitsplätze und
  • Lagerflächen

Individuelle Ausstattung gehört zum Standard

Kunden können das LEV-1 jedoch variieren. Sie können beispielsweise die Leistungsdichte bestimmen und auf diese Weise Platz sparen. Außerdem haben sie die Wahl zwischen Einzelverkabelung mit Unterverteilungen oder zentralen Stromschienen. Auch die Raumgröße und die Sicherheitsausstattung können sie flexibel an ihren Bedarf anpassen. Es ist sogar möglich, einen vollkommen abgeschlossenen Bereich mit eigenem Eingang zu mieten.

Beim Rechenzentrum „LEV-1“ kommen Verdunstungskühler zum Einsatz. Die adiabatische Kühlung trägt zu einem niedrigen PUE-Wert bei.
Beim Rechenzentrum „LEV-1“ kommen Verdunstungskühler zum Einsatz. Die adiabatische Kühlung trägt zu einem niedrigen PUE-Wert bei. (Bild: Datacenter One)

Und wenn die Fläche nicht mehr ausreicht, lässt sich das Rechenzentrum ausbauen. LEV-1 beispielsweise könnte schnell von 2.000 Quadratmetern auf 4.500 Quadratmeter erweitert werden, und zwar im laufenden Betrieb.

Im Rechenzentrum sind neben dem Sicherheitsdienst permanent Techniker vor Ort, die Kunden auf Wunsch bei der Problemlösung oder der Wartung und Installation unterstützen.

Markus Binder, Geschäftsführer von Datacenter One. „Unsere Kunden können die Fläche von der Standortwahl bis zur Ausstattung individuell gestalten und bei Bedarf schnell skalieren, weil wir die Rechenzentren in kurzer Zeit erweitern können. Ich bin davon überzeugt, unsere umfangreichen Sicherheits-Zertifizierungen und eine führende Energiebilanz entsprechen genau den Anforderungen des digitalen Zeitalters.“

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45169329 / Design und Umgebung)