Nicht alle Funktionen der Vorversionen bleiben erhalten. Dafür wartet „WIndows Server 2025“ mit interessanten Neuerungen in unterschiedlichen Bereichen auf. Das Wichtigste fasst dieser Artikel zusammen.
„Windows Server 2025“ wartet mit einer ganzen Reihe von Änderungen auf.
(Bild: Thomas-Krenn AG / Helber)
In einem Webinar mit dem Microsoft-Spezialisten Manfred Helber von der Thomas-Krenn AG im September über wichtige Neuerungen bei Windows Server 2025 auf. Zeit wird's; denn schon vor Ende des Jahres kommt das Produkt, das für viele Unternehmen strategisch ist, auf den Markt.
Immerhin, schon seit einem Jahr gibt es eine Preview unter der Bezeichnung „vNext“ mit vierzehntägigen Update-Zyklus. "Jetzt sind wir dem endgültigen Produkt schon sehr nahe", meint Helber.
Es wird einige Abschiede geben: So verschwindet unter anderem die bisherige „IIS-Konsole“ genau wie „Wordpad“ (aber nicht Notepad für.txt-Formate). Auch der „SMTP-Server“ und die Version der „Powershell 2.0“ (nicht aber höhere Versionen) gehen in den Ruhestand. Nicht mehr weiterentwickelt werden der Computer Browser, Remote Mailslots, „TLS 1.0“ und „1.1“ sowie der „WebDAV Redirektor“ und schließlich das veraltete „VBScript“.
RDS (Remote Desktop Services) bleibt
Entgegen allen anderslautenden Gerüchten bleibt aber „RDS“ in voller Funktionalität erhalten, und hat demgemäß, sobald Windows Server 2025 erscheint, auch die volle für dieses Produkt vorgesehene Support-Dauer. Es bekommt allerdings in diesem Release keine neuen Funktionen, sondern arbeitet wie in „Windows Server 2022“.
Alternativ können Anwender, die ohnehin in hybriden Clouds arbeiten, dieselben Funktionen auch anders umsetzen, nämlich als „Azure Virtual Desktop auf Azure Stack HCI“.
Hyper-V: Steckt in vielem
Tatsächlich nicht mehr geben wird es die Standalone-Version des „Hyper-V-Server“. Das ist aber, so jedenfalls Helmer, kein Verlust: „Hyper-V steckt ohnehin in den meisten Professional-Produkten von Microsoft.“
„Remote Desktop Services“ bleiben in „Windows Server 2025“ vollumfänglich erhalten.
(Bild: Thomas-Krenn AG/Helber)
Kunden, die die Standalone-Version, eine Auskopplung von Windows Server, verwendeten, hätten dann trotzdem Windows Server lizenziert. Das liefe anschließend virtualisiert auf Hyper-V, im Grunde eine unnötige Komplexitätsstufe. Die Funktionalität des ausgekoppelten ist mit der des integrierten identisch.
Unbegrenzte Hyper-V-Nutzung mit Datacenter-Edition
Da die Kunden mit Windows Server ohnehin eine kostenlose Hyper-V-Lizenz erhielten, sei das unsinnig. Zudem mache die Pflege des separaten Hyper-V Arbeit ohne Gewinn, weshalb das Produkt jetzt eingestellt werde.
„Hyper-V“ als separate Auskopplung wird abgeschafft. Der Hypervisor steckt kostenlos sowieso in vielen „Windows“-Profi-Produkten.
(Bild: Thomas Krenn/Helber)
Die Lizenzierung sieht mit der „Datacenter-Edition“ unbegrenzte Lizenzen für Hyper-V vor, mit der Standard-Edition zwei. Unklar ist übrigens bislang, ob es auch eine „Essentials“-Version geben wird.
Leistungsumfang steigt erheblich
Dass der Leistungsumfang der neuen Server-Version ansteigt, ist angesichts der sprunghaften Leistungssteigerungen in der gesamten IT keine Überraschung, sondern schon fast selbstverständlich. So kann WIndows Server 2025 nun VMs mit bis zu 240 Terabyte RAM unterstützen. Und bis zu 2048 virtuelle Maschinen lassen sich mit dem System verwalten.
Für viele Administratoren:innen ist es sicher erfreulich, dass sich Workgroup-Cluster nun mit ihren virtuellen Maschinen ohne Betriebsunterbrechungen migrieren lassen. Seit 2016 gab es zwar Live-Migration, aber nicht für die virtuellen Maschinen. Für die wechselseitige Authentisierung werden Zertifikate verwendet.
Werden unterschiedliche Prozessoren in einem System unter Windows Server 2025 verwendet, sucht das Betriebssystem nicht mehr nach dem kleinsten, sondern nach dem größten gemeinsamen Nenner, um die Funktionen zu bestimmen, die überall genutzt werden können.
GPUs effektiver nutzen durch GPU-Partitionierung
GPUs sind eine teure Ressource, weshalb Anwender sie möglichst gut auslasten möchten. Dem stand bisher im Weg, dass sie sich nicht partitionieren ließen.
Das ändert sich nun mit der Funktion „GPU-P“. Die Rechenbeschleuniger lassen sich aufteilen und die Teile lassen sich wiederum bestimmten virtuellen Maschinen zuweisen. Funktional erledigt das „SR-IOV“ (Single Root IO Virtualisierung), ein hardwarebasierter Mechanismus.
Das funktioniert allerdings nur, wenn die verwendete Hardware passt. Das gilt für GPUs der Serien A und L. Als Serverprozessoren kommen „AMD Milan“ und „Intel Sapphire Rapids“ in Betracht. Außerdem lässt sich diese Funktion auch mit „Azure Stack HCI 24 H2“ als Betriebssystem nutzen. Die Funktion „Remote FX“ wird durch GPU-P ersetzt.
Neues Dedupe für SSD
Durch zahlreiche neue Funktionen wird „Storage Spaces Direct“ angereichert. Sie wurden aus Azure Stack HCI übernommen.
Besonders die runderneuerte Deduplizierung sticht heraus. Sie soll rund 60 Prozent Patz bei der Virtualisierung einsparen. Außerdem verspricht Microsoft mehr Zuverlässigkeit.
Stand: 08.12.2025
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Active Directory wird aufgemöbelt
Das „Active Directory“ erhält mit WIndows Server 2025 einen neuen Funktionsmodus - die letzte Veränderung dieser Art gab es mit Windows Server 2016. Er entspricht dem Domain Level respektive „Forest Level 7“.
Er soll insbesondere neue hybride, aber auch weitere andere Services unterstützen. Das deutet darauf hin, dass dem Active Directory noch ein langes Leben beschieden sein wird.
Das kostenpflichtige „Hotpatching“ erfordert Neustarts beim Update nur noch quartalsweise.
(Bild: Thomas-Krenn AG/Helber)
Insbesondere erhält das Active Directory ein neues Datenbankformat mit 32 K Seitengröße. So lange aber nicht alle Domänen-Controller in einer Umgebung Windows Server 2025 unterstützen, ermöglicht ein darübergelegter Filter, weiter 8-K-Seiten zu nutzen. Nachdem allgemein Windows Server 2025 vorhanden ist, wird das Format manuell auf 32 K umgestellt.
Zudem lässt sich jetzt der Domain-Service besser skalieren. Denn er nutzt nicht mehr nur den in Sockel 1 eingebauten Rechenkern (NUMA Node 0), sondern in Zukunft alle.
Migration: Von Windows Server 2025 per Update-Service
Der 2026 zu erwartende neue „Exchange-Server XE“ kommt mit älteren und dem neuen Funktionsmodus zurecht. Das gilt allerdings nicht für Versionen vor 2012 Release 2, außer ein Kunde bezieht auch „Extended Security Services“.
Außerdem wird der neue Funktionslevel auch von Domänen-Controller nicht unterstützt. Helmer empfiehlt deshalb grundsätzlich zunächst zum Upgrade auf „Windows Server 2022„“. Dann nämlich funktioniert die Migration nämlich schlicht über den Update-Service plus Lizenzkauf.
Ältere Systeme lassen sich über das übliche ISO-basierende Verfahren und per Gruppenrichtlinie aktualisieren. Dies gilt nunmehr vier Generationen zurück, also bis „Windows Server 2012 Release 2“.
Patching: Auf Wunsch Neustart nur noch alle drei Monate
Für das Patching gibt es nun einen kostenpfichtigen „Hotpatch“-Modus, der es erlaubt, die Systeme nur noch alle drei Monate abzuschalten und wieder hochzufahren. Das könnte für viele Admins eine erhebliche Erleichterung bedeuten, ist aber wahrscheinlich eine Preisfrage.
Sicherheits-Patches werden dabei vierzehntägig ohne Neustart eingespielt, umfangreichere Updates kommen dreimonatlich. Kunden erwerben ein Abonnement, das über Azure abgerechnet wird. Die Systeme müssen dazu „Arc-enabled“ sein. „.NET“-Updates sind von dem Verfahren ausgeschlossen.