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Energie-Effizienz und Energie-Monitoring ohne Datenkabel im Fokus Das Schienenverteiler-System von Siemens für Rechenzentren

Redakteur: Ulrike Ostler

Auf der diesjährigen Messe „Light+Building“ stellt Siemens Smart Infrastructure sein speziell für Rechenzentren konzipiertes Schienenverteiler-System „LData“ vor. Es soll die Energie-Effizienz für künftige Datacenter erhöhen, bietet ein modulares Design für flexible Planung, eignet sich für die doppelte Strommenge, verglichen mit marktüblichen Systemen und erlaubt ein Energie-Monitoring ohne Datenkabel.

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Über die Abgangskästen des Schienenverteilersystems „LData“ können zusätzliche Server-Schränke im Rechenzentrum angeschlossen werden.
Über die Abgangskästen des Schienenverteilersystems „LData“ können zusätzliche Server-Schränke im Rechenzentrum angeschlossen werden.
(Bild: Siemens AG)

Mit dem zunehmenden Internet-Verkehr sowie der steigenden Zahl an mobilen Nutzern und Verbindungen zum „Internet der Dinge“ erhöht sich auch die zu verarbeitende Datenmenge. Daher entstehen immer leistungsfähigere Rechenzentren: in höchstem Maß verfügbar, um beispielsweise kritische Daten sowie geschäftskritische Anwendungen und Industrieprozesse zu schützen, Energie-effizient, einfach zu planen und zu installieren sowie zu erweiterbar.

Nach Siemens-Angaben kann das Energieverteilungssystem dabei eine wesentliche Rolle spielen. Das hauseigene System LData sei eine wirtschaftliche und flexible Alternative zu herkömmlichen Kabeln und erlaube Datacenter-Betreibern eine intelligente und zukunftsorientierte Energieverteilung.

Es basiert auf der Technik der „LD“- und „BD2“-Systeme aus dem „Sivacon 8PS“-Portfolio des Herstellers und bietet Features wie für Rechenzentren spezifische Abgangskästen für den einfachen und flexiblen Anschluss weiterer Server-Schränke und die Möglichkeit, Daten direkt über die Leiterbahnen zu transportieren.

Für „LData“ gibt es unterschiedliche Abgangskästen (hier: L-förmig). Sie sind kompakt und können entweder unter oder seitlich der Stromschienen platziert werden.
Für „LData“ gibt es unterschiedliche Abgangskästen (hier: L-förmig). Sie sind kompakt und können entweder unter oder seitlich der Stromschienen platziert werden.
(Bild: Siemens AG)

Somit überträgt das Schienenverteilersystem nicht nur Strom, sondern auch Daten wie Leistung und Diagnoseinformationen. Es sammelt die Energiedaten über kommunikationsfähige Mess- und Schaltgeräte aus dem „Sentron“-Portfolio. Dank integrierter Powerline-Technik überträgt LData diese Daten zur weiteren Verarbeitung und Auswertung via Standard-Kommunikationsprotokolle an übergreifende Energie-Management-Systeme sowie Cloud-basierte Technik.

Mithilfe der Daten sind laut Anbieter Energietransparenz und eine vorausschauende Wartung möglich, indem beispielsweise Einsparpotenziale sichtbar und Betriebsstunden erfasst werden. Durch kontinuierliches Monitoring lassen sich mögliche Fehler, zum Beispiel durch defekte Komponenten, frühzeitig erkennen und vermeiden. Der Betrieb von Rechenzentren kann dadurch effizienter und ausfallsicherer werden.

Indem die Daten direkt über die Schienen übertragen werden, müssen keine zusätzlichen Datenkabel verlegt werden und eine aufwändige Verdrahtung entfällt. Dadurch können sowohl Zeit für die Planung und Installation sowie Materialkosten eingespart werden. Dazu trägt auch der Einsatz von leichteren und kosteneffizienteren Aluminium- statt Kupfer-Leitern bei.

Eine andere Ausprägung des Siemens-Systems „LData“ , hier einmal in kubischer Form.
Eine andere Ausprägung des Siemens-Systems „LData“ , hier einmal in kubischer Form.
(Bild: Siemens AG)

Carsten Schwarz, Product Life-Cycle Manager von LData bei Siemens Smart Infrastructure, sagt: „Bereits 2020 sollen bis zu 50 Milliarden Geräte mit dem Internet der Dinge vernetzt sein. Stellt man sich diese Zahl als einen Stapel von Smartphones vor, so würde dieser etwa bis zum Mond reichen. Diese enorme Datenmenge führt dazu, dass der Strombedarf der Rechenzentren in den nächsten Jahren weiter steigt. Umso wichtiger wird es künftig, größere Strommengen möglichst effizient zu übertragen.“

LData übertrage Stromstärken von bis zu 2.500 Ampere und könne dadurch mehr elektrische Energie transportieren. Zudem könnten zugleich durch die Auswahl eines größeren Leitungsbahnenquerschnitts die Energieverluste bei der Übertragung gering gehalten werden.

Verschiedene Ausprägungen, flexibel erweiterbar

Steigende Datenmengen erforderten es zudem, die Anlagen flexibel und kostengünstig zu skalieren. Über die Abgangskästen des Schienenverteiler-Systems LData können zusätzliche Server-Schränke im Rechenzentrum angeschlossen werden. Die Installation ist – vorbehaltlich nationaler Normen – auch unter Spannung, also ohne Unterbrechung des Betriebs, möglich und geschieht per Plug and Play.

Für LData gibt es außerdem unterschiedliche Abgangskästen, um das Rechenzentrum möglichst einfach zu erweitern. Sie sind besonders kompakt und können entweder unter oder seitlich der Stromschienen platziert werden. Dies ist über die gesamte Schienenlänge möglich, zum Beispiel in Abständen von 60 Zentimetern – dem Raster der Server-Schränke entsprechend. Spezielle Abgangsstellen sind nicht mehr notwendig. Dadurch entfallen damit verbundene Planungs- und Montageschritte.

Hinweis: Die Messe Light + Building 2020 findet vom 8. bis zum 13. März in Frankfurt am Main statt.

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