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Das Problem skaliert
Bei Glasfaserstrecken mit einer Bandbreite von 10 GBit/s oder darunter sind diese zusätzlichen Belastungen kein größeres Problem. Etwas anders stellt sich die Sache jedoch bei der zunehmend standardisierten Bandbreite von 40 GBit/s dar. Denn nach der 2010 vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) verabschiedeten Norm IEEE 802.ba ist bei Übertragungsraten von mehr als 10 GBit/s nur noch ein maximales Dämpfungsbudget von 1,5 dB zulässig.

Zudem schreibt die IEEE 802.ba vor, dass die Übertragung von Daten über mindestens acht parallele Multimode-Fasern erfolgen soll, während bei Bandbreiten von 10 GBit/s oder darunter lediglich zwei Fasern benötigt werden. Das bedeutet im Klartext, dass bei einem 40-GBit/s Ethernet Steckverbinder gefordert sind, die acht Fasern führen können und zugleich das Dämpfungsbudget möglichst wenig belasten.
Geeignete Stecker sind Mangelware
Genau solche Stecker sind bislang jedoch Mangelware. Als die IEEE 802.ba verabschiedet wurde, gab es mit dem MPO-Stecker (MPO = Multipath Push-On) sogar nur einen einzigen Steckverbinder, der zur Führung von acht Fasern in der Lage war. Er avancierte folgerichtig zur Standardlösung bei der Verbindung von 40-GBit/s-Strecken und wird dementsprechend bis heute in zahlreichen Rechenzentren eingesetzt.
Doch MPO-Stecker weisen einen gravierenden Nachteil auf: Sie bringen bauartbedingt an jedem Patch-Punkt eine vergleichsweise hohe Dämpfung von rund 0,5 dB ein. An Stecker-Stecker-Übergängen, wie sie für Patch-Panel charakteristisch sind, ergibt sich damit eine optische Dämpfung von insgesamt etwa 1dB, so dass bereits durch solch einen Übergang zwei Drittel des maximalen Budgets von 1,5 dB verbraucht sind.
Mit nur einem weiteren Patch-Punkt ist das Dämpfungsbudget dann schon vollständig ausgereizt und eine zuverlässige Datenübertragung ernsthaft gefährdet. Setzt man MPO-Stecker ein, lassen sich somit letzten Endes nur vergleichsweise kurze Kabelstrecken realisieren.
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