Mit zunehmender Digitalisierung steigt die Abhängigkeit von Unternehmen von ihrer IT-Infrastruktur. Einzelne Server oder kleine Serverräume reichen oft nicht mehr aus, um die Bedürfnisse in Sachen Sicherheit und Verfügbarkeit zu erfüllen. Das eigene Rechenzentrum platzt aus allen Nähten oder müsste modernisiert werden. In solchen Fällen lohnt sich für Unternehmen der Umzug in ein Co-Location-Rechenzentrum. Aber wie?
Der Umzug in ein Co-Location-Rechenzentrum bedeutet viele Handgriffe aber vor allem bedingt er eine gute Planung sowie ein paar grundlegende Entscheidungen.
(Bild: Rosenberger OSI)
COVID-19 hat die digitale Transformation weltweit beschleunigt, sei es Remote-Arbeit, Online-Bildung, E-Commerce und die zunehmende Nutzung von Online-Gaming und Video-Streaming. Für viele Unternehmen eine große Chance. Doch mit dem Wachstum stiegen auch die Anforderungen an die Datenverarbeitung.
Volumen der weltweit erstellten, erfassten, kopierten und verbrauchten Daten/Informationen von 2010 bis 2020, mit Prognosen von 2021 bis 2025
(Bild: Statista 2023)
Jüngste Schätzungen gehen davon aus, dass die Menge neuer Daten bis 2025 rund 180 Zettabytes (ZB) erreichen wird - gegenüber 44 ZB im Jahr 2020. Um diese Datenlast zu stemmen, sind größere Rechenzentren gefragt.
Unternehmen, die auf Server-Co-Location setzen, nutzen die Bereitstellung und das Hosting unternehmenseigener Server in einer verwalteten Service-Einrichtung. Anstatt also die Infrastruktur vor Ort unterzubringen, mieten die Unternehmen eine Fläche für die Racks in einem Co-Location-Rechenzentrum an.
In diesem Szenario kaufen die Unternehmen in der Regel ihre eigene IT-Ausrüstung, einschließlich Server, Speicher sowie Firewalls, und bezahlen den Co-Location-Anbieter für den Raum, die Kühlung, die Stromversorgung, die Bandbreite und die physische Sicherheit. Darüber hinaus ist der Kunde bei Co-Location für die Einrichtung und Konfiguration seines Servers selbst verantwortlich und behält das Eigentum an Hardware und Software.
Kurzum: Co-Location-Dienste für Rechenzentren vereinen die Vorteile einer Public-Cloud bei gleichzeitiger Kontrolle über die IT. Gleichzeitig ersetzen „Mietkosten“ die entfallenen Investitionen und laufenden Betriebskosten, die ein eigenes Rechenzentrum mit sich bringt.
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Die Unternehmens-IT sucht geeignete Stützpunkte in strategischer Nähe seiner Datenlieferanten und -verbraucher. Zugleich nimmt mit wachsendem Bewusstsein um den Ressourcenverbrauch der IT auch der Druck auf Rechenzentren zu, Energie-effizienter und nachhaltiger zu wirtschaften. Auf dem Weg der Digitalen Transformation greifen Unternehmen immer wieder gerne auf Co-Location zurück. Doch auch der Markt mit den Rechenzentrumsdiensten durchläuft eine transformative Evolution.
Co-Location bietet dadurch eine flexible Alternative, die es Unternehmen ermöglicht, ihre Infrastrukturen nach Bedarf zu skalieren. Laut einer Studie von Vanson Bourne geben 79 Prozent der Großunternehmen an, dass ihre digitalen Strategien ihren Bedarf an Co-Location-Diensten von Drittanbietern rapide ansteigen lassen. Und laut einer im Juli veröffentlichten Coresite-Umfrage gaben mehr als drei Viertel der IT-Führungskräfte an, Business Intelligence, Datenanalysen und Data Warehouses von öffentlichen Cloud-Plattformen in Co-Location-Rechenzentren zu verlagern. Mehr als die Hälfte der IT-Führungskräfte nannten Stabilität, Redundanz und Betriebszeit als die wichtigsten Gründe für den Wechsel zu Co-Location.
Für Unternehmen mit einer großen IT-Landschaft stellt sich oft eine Kombination aus eigenem Rechenzentrum und Co-Location als ideal heraus. Denn Geschäftsprozesse, die unternehmenskritisch sind und eine bessere Überwachung und Kontrolle erfordern, sollten besser inhouse bleiben. CTOs sollten Co-Location daher nicht als eine "oder", sondern eher als eine "und"-Option zur Ergänzung der eigenen Kapazitäten betrachten.
So gelingt der Umzug in ein Co-Location-Rechenzentrum
Bei einem Umzug der Hardware in ein Co-Location-Rechenzentrum spielt eine detaillierte Planung eine elementare Rolle. Zunächst gilt es in enger Kooperation mit sämtlichen Beteiligten einen groben Phasenplan zu erstellen. Im Rahmen dessen wird die umzuziehende Hardware dokumentiert und somit die Asset-Listen auf den aktuellen Stand gebracht sowie Lizenz- und Wartungsverträge geprüft.
Die Inventarisierung bildet die Basis für die weitere Verfeinerung des Phasenplans. Der finale Umzugsplan berücksichtigt dann die abteilungsspezifischen Rahmenbedingungen und verknüpft diese mit den erforderlichen Phasen: Abbau, Transport und Wiederaufbau.
Um einen möglichst effizienten Ablauf zu gewährleisten, teilen die Verantwortlichen letztlich alle Beteiligten in Gruppen ein. Je nach Größe der umzuziehenden IT-Landschaft stellt sich dann die Frage, ob man die gesamte IT-Landschaft in einem Umzug, einem so genannten Big Bang in Angriff nimmt oder ob eine Variante mit mehreren Move-Wellen sinnvoller ist.
Die Rolle der IT-Landschaft und deren Alter
Im Rahmen der Hardware-Inventur lässt sich schnell erkennen, ob die Geräte schon älter und somit vielleicht nicht mehr leistungsstark genug oder sogar out of life-time sind. Es gilt dann zu entscheiden, ob ein so genannter Lift & Shift oder einen Tech-Refresh mehr Sinn ergibt.
Lift & Shift bedeutet, die Hardware, wie zum Beispiel ein komplettes Rack, 1 zu 1 - sowie es ist - abzubauen und am neuen Ort aufzustellen. Eine weitere Option wäre es, den Datacenter-Umzug mit einem Tech-Refresh zu verbinden. Insgesamt gilt es herauszufinden, ob es neuer Hardware bedarf, damit die IT-Infrastruktur möglichst performant und gleichzeitig effizient arbeitet.
Stand: 08.12.2025
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Lift & Shift und Tech-Refresh: Die Risiken
Bei einem Lift & Shift sieht es oft so aus, dass die Experten beispielsweise Systeme, die bereits seit fünf Jahren permanent laufen, im Rahmen des Rechenzentrumsumzugs das erste Mal überhaupt herunterfahren. Das entpuppt sich oft als spannende Angelegenheit. Denn man kann sich nie sicher sein, ob sich diese Systeme wieder hochfahren lassen.
Ein kritischer Punkt stellt dabei zum Beispiel die Zuverlässigkeit von Festplatten dar. Bei einem Tech-Refresh, also einem Umzug in eine neue IT-Landschaft, erweist sich das Risiko als wesentlich geringer. Denn in diesem Fall stehen die Racks mit der neuen Hardware inklusive kompletter Verkabelung bereits parat.
In diesem Fall muss also nur noch die „alte“ Hardware abgeschaltet sowie die „neue“ in Betrieb genommen werden. Sollten Fehler auftauchen, hat man den 'fall back' durch einfaches Umschalten beziehungsweise Zurückschalten.
Spezielle Herausforderungen an den „Move-Tagen“
Am Umzugstag muss alles funktionieren. Die jeweiligen Personen müssen anwesend sein, welche die Systeme herunterfahren, im Rechenzentrum die Geräte ausbauen und ins Co-Location-Zentrum befördern.
Das mag sich trivial anhören, bedarf allerdings bester Koordination. Schließlich stehen an Move-Tagen viele Mitarbeiter bereit, die genau wissen müssen, wann sie was zu erledigen haben. Die Herausforderung besteht darin, alle zusammenzubringen. Dabei hilft ein detaillierter Umzugsplan, der die Zusammenarbeit der verschiedenen Teams regelt und so die Einhaltung des Zeitplans sicherstellt.
* Der Autor Luis Brücher ist Produktmanager für den Bereich Co-location bei Rosenberger-OSI GmbH & Co. OHG. Er sagt: „Der Anteil der Unternehmen, die Co-Location-Rechenzentren nutzen nimmt stetig zu. Oft ist die Kombination aus On-Premises-IT und Co-Location für Unternehmen mit einer großen IT-Landschaft die ideale Lösung. Bei der Verlagerung der IT-Infrastruktur lautet das Ziel alles möglichst schnell und zuverlässig wieder in den Betrieb zu nehmen. Um den IT-Umzug erfolgreich zu meistern, müssen im Vorfeld wichtige Entscheidungen getroffen werden. Darüber hinaus sollte eine frühzeitige und detaillierte Planung erfolgen.“