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Nachdem das erledigt war, riefen wir das Skript
/opt/drbl/sbin/drblpush -i
auf und gaben die Namen der Domäne, der NIS-Domain und den Hostname-Prefix für den Client Namen an. Im Betrieb erhalten alle Clients von DRBL automatisch eindeutige Namen. In Clonezilla-Umgebungen spielt das keine so wichtige Rolle, da der angesprochene Name nur während der Sicherungs- und Wiederherstellungsvorgänge zum Einsatz kommt. Als Präfix ergibt aber beispielsweise der Servername Sinn, dann arbeiten die Clients mit Namen wie „{Servername}_{Clientnummer}“ und der Administrator sieht auf einen Blick, von welchem Server sich das System seine Boot-Umgebung geholt hat. Sobald das Präfix feststeht, fragt das System noch, welche der Netzwerkkarten für Zugriffe auf das öffentliche Netz Verwendung findet und bietet außerdem gleich an, die MAC-Adressen der Clients im Netz zu sammeln.
Alternativ gibt es auch die Option, die MAC-Adressen manuell in die Datei „/etc/drbl/macadr-{Interfacename}.txt“ einzutragen. Das Sammeln der MAC-Adressen ist zum einfachen Clonen von Rechnern nicht unbedingt erforderlich. Danach müssen sich die zuständigen Mitarbeiter entscheiden, ob der DHCP-Server des Systems Clients anhand ihrer MAC-Adresse identifiziert und ihnen immer die gleiche IP-Adresse gibt (dieses Setup wird für Clonezilla empfohlen), oder ob er den Clients IP-Adressen nach dem Motto „First Come, First Serve“ zuweist.
Nun möchte das System noch wissen, wie viele Clients es an dem jeweiligen Interface zu betreuen hat und welchen Betriebsmodus es verwenden soll. Es stehen jeweils drei Modi für den Diskless-Linux-Dienst und den Clonezilla-Service zur Verfügung und zwar eine Betriebsart mit jeweils eigenen /etc- und /var-Vezeichnissen für jeden Client auf NFS-Basis, einen Modus mit /etc- und /var-Verzeichnissen auf tempfs-Basis (dieser Modus erzeugt eine geringere Netzlast) oder gar kein Dienst.
Während der Konfiguration deaktivierten wir den Diskless-Linux-Dienst und richteten den Clonezilla-Modus mit /etc- und /var-Verzeichnissen auf NFS-Basis ein. Zum Schluss gaben wir das Verzeichnis auf dem Server für die Image-Dateien an, legten fest, dass die Client-Systeme beim Start kein Passwort benötigten, sorgten dafür, dass das System den Boot-Prompt auf den Clients zehn Sekunden lang anzeigte, schalteten den grafischen Hintergrund beim Client-Boot via PXE ab und richteten den DRBL-Server als NAT-Server ein, damit die Clients über ihn ins Internet gehen konnten. Letzteres war zu Testzwecken sinnvoll, ist in reinen Clonezilla-Umgebungen aber nicht erforderlich.
Damit war die Konfiguration abgeschlossen, wir mussten nun nur noch auf den Clients im BIOS den PXE-Boot aktivieren und fanden dann auf ihren Bildschirmen nach dem Einschalten ein Boot-Menü vor, dass sowohl einen Systemstart von der lokalen Festplatte, als auch einen Speichertest anbot. Die Installation erscheint in dieser Beschreibung übrigens aufwendiger als sie wirklich ist, im Test benötigten wir für die ganze Aufgabe nicht mal eine halbe Stunde.
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