Sichern von Linux-, Windows- und Intel-basierten Mac-OS-Systemen mit Clonezilla

Open Source Cloning-Werkzeug mit Multicast-Unterstützung

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Systemanforderungen und Installation

Für den Test installierten wir die Server-Version von Clonezilla, da sich diese deutlich flexibler nutzen lässt als die Live-Variante. Im Betrieb setzten wir die Lösung ein, um eine Maschine mit Windows XP Professional mit Service Pack 3 zu clonen und dann das Image auf mehrere „nackte“ Computer zu pushen. Da die Server Edition von Clonezilla ein Bestandteil von DRBL ist, war es im ersten Schritt erforderlich, dieses System einzurichten. DRBL übernimmt eigentlich die Aufgabe, eine Linux-basierte Diskless-Boot-Umgebung für Clients im Netz bereit zu stellen, auf diese Funktionalität gehen wir hier aber nicht weiter ein.

DRBL läuft unter Debian-, Fedora-, Mandriva-, Redhat-, Suse- und Ubuntu-Linux und benötigt mindestens eine 450-MHz-CPU, 256 MByte RAM, 10 GByte Festplattenplatz und zwei Netzwerkkarten. Eine der Netzwerkkarten dient im Betrieb zur Kommunikation mit den Clients, währen die andere den Netzwerkzugang übernimmt. Im Bedarfsfall ist es auch möglich, nur eine Netzwerkkarte zu verwenden und dieser zwei IP-Adressen zuzuordnen, diese Konfiguration wird aber nicht empfohlen.

Dank der relativ geringen Hardwareanforderungen eignet sich das System durchaus für die Rolle als Gast innerhalb einer virtuellen Maschine (VM). Im Test verwendeten wir für den Server eine Centos-5.2-Installation in einer VM, die unter dem Vmware Server 2.0 lief. Als Prozessor kam eine Intel-Core2-Quad-CPU mit 2,4 GHz zum Einsatz, die innerhalb der VM als Dual-Core-System konfiguriert war. Außerdem verfügte die Virtual Machine über einen Arbeitsspeicher mit einer Kapazität von einem GByte und 80 GByte Festplattenplatz.

Zur Installation ist es zunächst erforderlich, die Netzwerkkarten so zu konfigurieren, wie sie später im Betrieb zum Einsatz kommen sollen (den DRBL-Clients wiesen wir dabei ein separates Klasse-C-Netz zu) und den Network Manager zu deaktivieren. Letzteres lässt sich unter Centos mit den Befehlen

chkconfig --del NetworkManagerchkconfig --del NetworkManagerDispatcherchkconfig network on

durchführen. Danach muss SELinux so konfiguriert werden, dass es nicht mit DRBL in Konflikt gerät, alternativ kann das Sicherheitssystem gleich komplett deaktiviert werden. In unserem Test entschieden wir uns für die einfachere Variante und schalteten SELinux mit dem Centos-Tool „system-config-securitylevel“ ab. Anschließend installierten wir mit dem Befehl

wget http://drbl.nchc.org.tw/GPG-KEY-DRBL; rpm --import GPG-KEY-DRBL

den DRBL-Key auf unserem System, luden uns die Stable-Version (1.9.2-19) von DRBL (Download) herunter und spielten die Software als root mit dem Befehl

rpm -Uvh drbl-1.9.2-19.i386.rpm

ein. Danach konnte es an die Konfiguration des Systems gehen. Nach einem Aufruf von

/opt/drbl/sbin/drblsrv -i

fragt die Lösung nach einem Proxy-Server und möchte wissen, ob die stabilen, die instabilen oder die Testing-Pakete von DRBL gewünscht sind. Im nächsten Schritt bringt sie in Erfahrung, ob sie Boot-Images zur Netzwerkinstallation für diverse Linux-Distributionen (Centos, Debian, Fedora, Mandriva, Opensuse, Redhat und Ubuntu) mit herunterladen soll. Da wir DRBL nicht zum Verteilen von Linux im Netz nutzen wollten, verzichteten wir auf diese Maßnahme.

Anschließend wird abgefragt, ob die serielle Konsole der Clients für Ausgaben verwendet werden soll. Die Installationsroutine wies im Test außerdem darauf hin, dass zur Zeit nur Systeme mit i686-komatiblen Prozessoren unterstützt werden und bot an, das Basissystem (hier: Centos) auf den aktuellsten Stand zu bringen. Danach mussten wir noch festlegen, welchen Kernel wir für den Boot-Vorgang auf den Clients einsetzen wollten. Damit waren dann alle Fragen beantwortet und die Software installierte zunächst die Abhängigkeiten für DRBL (TFTP-Server, udpcast und ähnliches), spielte dann die Kernel-Images ein und legte zum Schluss PXE- und Etherboot-Client-Dateien an.

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