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Datacenter – das Rückgrat der Energiewende? Notstrom in Rechenzentren könnte Netze stabilisieren

Autor / Redakteur: Ralph Hintemann* / Ulrike Ostler

Die Rechenzentren werden größer und größer und verfügen somit über Notstromaggregate mit hohem Leistungsvermögen. Diese werden jedoch – erfreulicherweise – fast nie wirklich benötigt, obwohl sie vorgewärmt und jederzeit startbereit zur Verfügung stehen. Der Gedanke liegt also nahe: Warum diese Notstromaggregate nicht nutzen, um die deutschen Stromnetze zu stabilisieren?

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Entwicklung der Brutto-Stromerzeugung in der EU von 2006 bis 2014, Angaben in Terawattstunden
Entwicklung der Brutto-Stromerzeugung in der EU von 2006 bis 2014, Angaben in Terawattstunden
(Bild: Staffan Revemann)

Der zunehmende Anteil von Wind- und Sonnenstrom führt immer häufiger dazu, dass im Netz so genannte Regelleistung zur Verfügung gestellt werden muss, um das Auseinanderfallen von Stromangebot und Nachfrage auszugleichen und die Netzfrequenz stabil zu halten. Zugleichen stehen aber in Deutschland nach Berechnungen vom Borderstep Institut mehr als 800 Megawatt an Stromerzeugungsleistung in den Notstromaggregaten der größeren Rechenzentren zur Verfügung (siehe: Abbildung).

Diese Leistungsreserve könnte durch die Zusammenschaltung der Notstromaggregate in Form „virtuellen Kraftwerken“ zur Stabilisierung der Stromnetze nutzbar gemacht werden. Damit ließen sich zwei bis drei konventionelle Gaskraftwerken ersetzen, deren Errichtung alleine Investitionen von rund 400 Millionen erfordern würde.

Nach Berechnungen vom Borderstep Institut stehen in Deutschland mehr als 800 Megawatt an Stromerzeugungsleistung in den Notstromaggregaten der größeren Rechenzentren zur Verfügung.
Nach Berechnungen vom Borderstep Institut stehen in Deutschland mehr als 800 Megawatt an Stromerzeugungsleistung in den Notstromaggregaten der größeren Rechenzentren zur Verfügung.
(Bild: Borderstep)

Hohes Interesse von Rechenzentrumsbetreibern

Gemäß einer Befragung des Borderstep Institutes im Auftrag des Branchenverbands Btkom haben fast 40 Prozent der Rechenzentrumsbetreiber in Deutschland bereits in Erwägung gezogen, aktiv am Strommarkt teilzunehmen. Nicht ohne Grund. Verspricht diese Aktivität doch zusätzliche Einnahmequelle für Rechenzentren – ein 1 Megawatt-Notstromaggregat kann nach Auskunft von Branchenexperten etwa 25.000 Euro pro Jahr bringen.

Größere Rechenzenten kommen also schnell in den sechsstelligen Euro-Bereich. Und das nur für die Bereitstellung der Reserveleistung.

Real abgerufen wird die Leistungsreserve nur selten. Und wenn, dann ist die jeweilige Betriebsdauer der Anlagen sehr gering. In den vergangenen Jahren lag die jährliche Betriebszeit meist in der Größenordnung von zehn Stunden. Der zusätzliche Verschleiß der Notstromaggregate und die Kraftstoffkosten sind daher für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unbedeutend.

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