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ITB: Fertige Virtualisierungs-Stacks mit festen Referenz-Architekturen scheinen im Trend zu liegen: Es gibt die „vBlocks“ der besagten VCE-Koalition von VMware, Cisco und EMC. Dann gibt es die “vBundles” für SMBs von Magirus, die „Flexpods“ von Cisco, VMware und Netapp. Arrow bietet die „CNI“-Pakete von Citrix, NetApp und IBM an, und es gibt die „Exalogic Elastic Cloud“ von Oracle. Ihre Kooperation mit Citrix ist ja eher ein Bündnis zweier Software-Anbieter. Wie sieht es mit Referenzarchitekturen in Hinblick auf Software-Hardware-Bundles aus?
Leibrandt: Wir haben das Microsoft Fast-Track-Programm, das auch auf offenen Partnerschaften mit Hardware-Anbietern basiert. Die beiden Hauptpartner sind HP und Dell, mit denen entsprechende Referenzarchitekturen erarbeitet wurden. Aber wir arbeiten auch mit Fujitsu, Hitachi, IBM, NEC, NetApp und Cisco zusammen. Auch hier gilt, dass wir einen offenen Ansatz verfolgen und Technologiepartnerschaften der Gründung von gemeinsamen Unternehmen prinzipiell vorziehen.
ITB: Microsoft will eigenen Angaben zufolge in Deutschland insgesamt 100 Millionen Euro, verteilt auf drei Jahre, in den Aufbau von Cloud Computing investieren. Wohin fließt das Geld, und welche konkreten Möglichkeiten haben Systemhäuser, von diesem Investment zu profitieren?
Leibrandt: Dieses Investment ist Teil eines globalen Investitionsprogramms, dass weltweit gesehen rund 5,8 Milliarden US-Dollar schwer ist. Im letzten Jahr, also 2010, haben die Investitionen bereits begonnen: Wir haben vor allem in Partner-Readyness-Programme investiert, also in den Schulungsbereich im Partnerumfeld. Außerdem wurden einige gemeinsame Programme mit dem Channel aufgesetzt, darunter auch die Go-Cloud-Initiative, mit der insbesondere die Einführung von Windows Intune und Office 365 vorangetrieben wurde. Neue Projekte stehen an im Bereich von Zertifizierungsprogrammen und Referenzberichten für Partner, die so ihre Cloud-Kompetenz zum Ausdruck bringen können.
ITB: Cloud Computing ist für viele Marktakteure noch lange nicht in der Realität angekommen und eher ein Buzzword, das sie kritisch beäugen. Wie ist die Nachfrage nach Cloud-Computing-Lösungen in der Praxis?
Leibrandt: Aus dem Microsoft-Partner-Umfeld sind inzwischen weltweit 41.000 Cloud-Spezialisten aktiv. Auch in Deutschland ist die Nachfrage nach Cloud-Know-how groß. Cloud-Skeptiker haben insofern recht, als die installierte Basis an Lösungen aus dem Cloud-Computing-Umfeld noch relativ gering ist. Aber die Wachstumsraten sind enorm. Beispielsweise ermittelten die Marktforscher von CEBR, dass mit Hilfe von Cloud-Technologie bis zum Jahr 2015 mehr als 220 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet wird.
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