Einweihung des Boden Type Data Center One

Hoch im Norden Schwedens steht ein EU-gefördertes Energie-Effizienz-Rechenzentrum

| Autor: Ulrike Ostler

Die Errichtung von „Boden Type DC One“ hat lediglich fünf Monate in Anspruch genommen.
Die Errichtung von „Boden Type DC One“ hat lediglich fünf Monate in Anspruch genommen. (Bild: formsmedjan.se)

Am 7. Februar war es soweit: Finanziert durch das Programm der Europäischen Kommission „Horizont 2020“ hat ein europaweites Konsortium, das vier Nationen und fünf Unternehmen umfasst, offiziell die erste Installation eines Energie-effizienten Rechenzentrumskonzepts eröffnet: Der Prototyp trägt die Bezeichnung „Boden Type DC One“ (BTDC).

Der Anspruch: Das BTDC demonstriert eine Reihe von hochinnovativen Schlüsseltechnologien, mit denen die kosten- und Energie-effizientesten Rechenzentren mit minimalen Auswirkungen auf die Umwelt gebaut werden können. Ziel ist es, ein zukunftssicheres Konzept nicht nur zu entwickeln, sondern auch zu validieren. Das Konsortium besteht aus dem Spezialisten für Rechenzentrums-Engineering H1 Systems, dem Kühlungshersteller Ecocooling, dem Forschungsinstitut Fraunhofer IOSB, dem Forschungsinstitut Rise Sics North und den Infrastrukturentwicklern Boden Business Agency.

Die 500 Kilowatt-Anlage wurde in weniger als fünf Monaten gebaut. Schon bei der Errichtung wurden lokale, umweltfreundliche Ressourcen eingesetzt. Doch noch steht für Testpartner, die noch mitmachen möchten, begrenzter Co-Location-Bereich zur Verfügung.

Grundsteinlegung beim Prototyp des Energie-effizientesten EU-Rechenzentrums

EU Projekt Horizon 2020 bekommt einen Boden

Grundsteinlegung beim Prototyp des Energie-effizientesten EU-Rechenzentrums

19.07.18 - Im Oktober 2017 startete das EU-Projekt zum Bau des Energie-effizientesten Projekts in Boden, Nord-Schweden, im Rahmen des EU-Innovations- und Forschungsprogramms „Horizon 2020“. Jetzt war Grundsteinlegung. Die Prototyp-Anlage für 500 Kilowatt IT-Last soll bis Ende des Jahres in Betrieb gehen. lesen

Rechenzentren bestehen aus zwei verschiedenen Elementen: Die IT-Ausstattung und die umliegende Servicehülle. Der Prototyp Boden Type DC One soll einen ganzheitlichen Designansatz für Rechenzentren bieten. Integriert sind adiabatische Frischluftkühlung, ein modulares Gebäudedesign sowie vor Ort produzierter, oberwellenfreier Strom aus Wasserkraft. Letzteres soll insbesondere ermöglichen, auf ineffiziente Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) zu verzichten. Wichtig dafür sind Prozesskontrollen zur Aufrechterhaltung der Effizienz bei unterschiedlichen Auslastungen und Teilbelegung des Rechenzentrums.

Die Modularität

Zu einen bietet das Rechenzentrum eine modularee Konstruktion, die eine einfache Gebäudeerweiterung ermöglicht, ohne die Effizienz zu beeinträchtigen und die Kosten zu senken. Es geht darüber hinaus aber auch um die Installation von Diensten in Modulen (diskreten Einheiten), um die Effizienz bei der Erweiterung der Nettolast des Rechenzentrums oder bei Verträgen aufrechtzuerhalten.

Schließlich beherbergt das Datacenter verschiedene Module mit unterschiedlichen Ausfallsicherheits-/Redundanzstufen, um unterschiedlichen Service Leveln gerecht werden zu können.

Fast schon selbstverständlich ist, dass der Prototyp zu 100 Prozent erneuerbare Energie nutzt. Zum Einsatz kommt aber auch ein aktives Stromqualitäts-Management, durch das Generatoren eine kostengünstige Lösung für den Energiebedarf im Rechenzentrum sein könnten. Schließlich soll es in dem Projekt auch um die Bewertung der Nutzung von Abwärme, zum Beispiel zur Trocknung von Biomasse, Fern- oder Hauswärme gehen.

„Boden Type DC One“ i integriert adiabatische Frischluftkühlung, modulares Gebäudedesign, Strom aus erneuerbaren Energien, Klima- und Dienstleistungsinfrastruktur.
„Boden Type DC One“ i integriert adiabatische Frischluftkühlung, modulares Gebäudedesign, Strom aus erneuerbaren Energien, Klima- und Dienstleistungsinfrastruktur. (Bild: Project Boden Type DC One)

Am Eröffnungstag wurden viele Reden geschwungen: vom Bürgermeister in Boden, Claes Nordmark, vom Geschäftsführer der Boden Wirtschaftsagentur, Erik Svensson, von Projektberater Pau Rey-García, der im Namen der Europäischen Kommission gleich eine Grundsatzrede hielt.

Europäisches Konsortium will effizientestes Rechenzentrum der Welt bauen

Schauplatz: Nord-Schweden

Europäisches Konsortium will effizientestes Rechenzentrum der Welt bauen

22.11.17 - Im Projekt „Boden Type DC“ wird ein europäisches Konsortium ein zukunftsträchtiges Konzept für ein Rechenzentrum entwickeln und validieren. Das dreijährige Projektwird vom EU-Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizon 2020“ gefördert. lesen

Doch auch die Mitglieder des Konsortiums sind zu Wort gekommen. So erläuterte Nils Lindh, Director of Data Center Development, Boden Business Agency: „Dieses Rechenzentrumskonzept ist ideal für Rendering, Simulationen und andere HPC-Anwendungen, die in Kombination mit der lokal verfügbaren 100 Prozent erneuerbarer Energie für die Industrie sicherlich attraktiv sein wird.“

Tor Björn Minde, Leiter des Labors, Rise Sics North, das bereits in das Rechenzentrum eingezogen ist, sagt: „Wir arbeiten sehr gerne mit dem BTDC-Team zusammen und freuen uns auf die entscheidende Phase des Testens, der Demonstration und der Analyse des Prototypen, den wir gemeinsam geschaffen haben.“

Was meinen Sie zu diesem Thema?
... in der Tat: Nobelpreis-verdächtige Stromerzeugung ...  lesen
posted am 27.02.2019 um 15:34 von ThoWeg

It is true that the concept of operating without a UPS may not suitable for all use-cases, but it...  lesen
posted am 21.02.2019 um 12:17 von Unregistriert

Erneut ein innovatives Projekt aus Skandinavien, wobei viele technische Details auch auf deutsche...  lesen
posted am 20.02.2019 um 09:29 von Unregistriert


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45752031 / Design und Umgebung)